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Der Israelit · 1872-08-14 · Heft 33 (14.8.1872) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 33 (14.8.1872)
Date
1872-08-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XIH. Jahrgang. Beilage;« Rr. 33 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Berliner Volkskalender für alle jüdischen Gemeinden, vom 3. Oct. 1872 bis 21. Sepk. 1873, von Dr. I. Heinemann. (Poppelauer.) Dieser von rabbinischen Autoritäten als sehr correct anerkannte Kalender ist wirklich wegen seiner allseiligen für das jüdische Leben wichtigen Notizen und wegen der für das praktische Leben nützlichen Anweisungen zu empfehlen. Es liegt uns ferner vor: Jllustrirter Vo tkska lender für das Jahr d. W 5633. gesammelt und herausgegeben von Jakob W. Pafcheles. Dieser Kalender ift sehr correct; die praktische Seite desselben ist ebenfalls nicht zu verkennen. Als Nachtrag gibt uns der Herausgeber eine G a l l e r i e jüdischer Denkwürdigkeiten. Der Rundblick auf das Jahr 1871, vonJ. W. Pafcheles, gibt uns manches Interessante, tn ansprechender Form dargestcllt. So z. B. hat der Vers. S. 84, 85 die Wiener rituellen Neuerungen ins richtige Licht gestellt; er geißelt mit Recht die Arroganz des Wiener Präses der Cultusgemeinde, der Maimonidcs aus dem Sattel gehoben. Daß Vers, das Aufblühen des Beth Hamidrasch unter Lehrkräften, wie Jcllinek, Szanto, Weiß und Friedmann, der Rewrn: gegenüberstellt, scheint uns nicht correct. Wir hätten diese beiden Fakta - nebeneinander als Glieder einer Kette hingestellt. Seite 73 greift der Vers, unberechtigt die Bewohner des hl. Landes an, indem er für deren bedauernswerthcn materiellen Lage die Trägheit derselben als Motiv angibt. Diese Ansicht ist nicht richtig und beruht wahrscheinlich nur aui falschen Nachrichten. Seite '6 spricht Verl, von einem religiösen Kampf bei den westrussischen Juden. Ein derartiger Kampf ist uns nicht bekannt; cs mag diese Angabe ebenfalls nur auf falschen Nachrichten beruhen. S. 86 spricht der Vers, den einer Verdunkelung des Geistes und finstern Ortho- ^orie in Ungarn. Diese Ausdrücke passen vielleicht gegen eine Partei außerhalb des Judenthums, die alten ehrwürdigen Gestatten des Judenthums kann man nicht mit solchen Ausdrücken bezeichnen. Die streng wissenschaftliche Darstellung der Geschichte des Jochanan der Hohepriester, von Gutmann Klein per er, verdient die vorzüglichste Beachtung. Der Vers, hat sich mit sämmtlichen Quellen über die Gesch. Jochanans I bekannt gemacht, sie gesichtet :ind das Resultat seiner Forschung in schöner Form dargestellt. Die Dich tilgen von S. I. Kaempf tragen ein echt jüdisches Gepräge. Die Skizze: Ein jüdisches Herz, von Rabbiner Ehrentheil in Horic hat die wahre Religiosität. die nie von einem tief fühlenden Herzen getrennt sein darf, einem nicht mehr menschlich fühlenden Ge- , müthe. als Folge der crassesten Irreligiosität gegenüber-! gestellt und läßt zum Schlüsse den hartbedrängten, gänzlich von: Judenthum abgefallenen Mann wieder die erhabenen Wahrheiten des Judenthuins erkennen und in dasselbe eiutreten. Endlich läßt der Herausgeber das _ granum salis auch nicht fehlen; indem er eine Börfengeschichte und einige humoristische Piecen zun: Besten gibt. Im Ganzen können wir dlesen Kalender zum recht ersprießlichen Gebrauche, namentlich für Oesterreich, empfehlen. T. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 7. Aug. Es dürfte noch erinnerlich sein, daß im Frühjahr 1869 von dem Abgeordnetenhause der Rest der Summe von 600,000 Thlr., welche durch das Gesetz vom 13. Juni 1851 urr Unterhaltung, Verpflegung und Erziehung der aus dem Nothstandc des Winters 1817—48 in einigen Kreisen Oberschlesiens zurückgcbtObenen Typhus - Waisen ausgesetzt worden war. im Betrage von circa 26,000 Thlr., so wie das als Tyeinstweilen zu verwaltendes Vermögen zur Verwendung für die Erziehung von Waisen im Regierungsbezirk Oppeln ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses einen-

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