Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1872)
- Date
- 1872-08-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Ml.Jahrgang. Beilage z« Rr. 32 des Israelit. nm Leitender Artikel. tiflijiöl'f Dclchrnng im jüi). FamilicvKrcisc. Bvn B. Kosmann. II. D e x A v z t. < 2. B. M. ,C. 15, V. 26) 'r ’:r Ich, t»cv Ewige, bin Dein JlrU. Frage: Mein lieber Pater! Wenn Gott der Arzt der Menschen ist, warum sieht man so oft, daß der Gerechte so wenig beschützt ift; man sollte im Gegentheil eck glauben, daß Gott die Gottlosen mehr begünstige 2 Antwort: Mein Sohn! Es lvaren einmal zwei Aeifendc, die beide von einer sehr schweren Krankheit befallen wurden. Sie gingen in eine Stadt, um sich daselbst von einem tüchtigen Arzt heilen zu lassen. Ans il>re Frage antwortete man ihnen, daß es in dieser Stadt zwei Aerzte gäbe, von welchen der Eine allgemein consultirt werde, lveil er jung, liebenswürdig und ianft wäre, während der Andere, ein alter, erfahrener Mann, welcher durch seine Werke und seine geschickte Behandlnngsweise Beweise seiner großen Fähigkeiten geliefert, nur in ckchr seltenen Fällen gebraucht wird, weil er alle Welt zu streng behandele. Doch wendet man sich an ihn in Fällen, wo des jungen Arztes Unfähigkeit zu Tage getreten oder wenn der Kranke in einem verzweiflnngsvollen Zustande ist. Dieses Beispiel, mein Sohn, erklärt Dir Deine Frage. In der That ist fast jeder Mensch sittlich krank nyro NX ns»Q 'd NX und leidet, wohin er sich auch wenden mag. Wenn er bloß für seine Seele sorgt, muß er seinen Körper, Handel und seine Zukunft fast vernachlässigen; arbeitet er bloß für feine Eriftenz, muß er inieder seine Seele vernachlässigen Die meisten Menschen haben aber Zutrauen zu dein jungen Arzte; sie sorgen für ihre Geschäfte leben comfortabel und ziehen das Gewisse dem Ungewissen vor. Ich sage das Ungelvisse, weil diese Leute die Medicin nicht erlernt und die Werke des alten Arztes, der seine Kranken so streng behandelt, nicht studirt haben, so folgen sie dem allgemeinen Strom und gehen uiit dem Jahrhundert und zwar derart, daß sie ihr Seelenheil vernachlässigen. Der Kluge indessen zieht es vor, 'ich während einiger Zeit von dem alten Arzt dauernd behandeln zu lassen, um sich einer glücklichen Zukunft erfreuen zu können; er sorgt für seine Seele und thut nicht Altes für seinen Körper. Frage: Ich begreife nun die Richtung der Menschen, der sie folgen: der Eine nimmt den einen, der Andere den andern Arzt; aber Gott ist doch der Arzt aller Welt, warum behandelt Er nicht den Einen wie den Andern Antwort: Haft Du noch itio gehört, daß man eineul verzweifelten Kranken allen freien Willen läßt? So behandelt Gott die Gottlosen, denn ihre Seelen sind verloren, während der Gerechte mäßig lebt, damit sein Seelenheil nicht wie bei den Andern verloren geht. Und der alte Arzt ist aufgebracht gegen die unvernünftigen Personen, indem er -gl ihnen sagt: Ich bin reich genug, Ihr könnt mich nicht mit Eurem Gelde zufriedenstellen: ich will nur, daß Ihr meinen Rathschlägen und Betel,len gehorchet. Wenn Ihr meinem in meinen Werken vorgeschriebenen Wege folget, werdet Ihr nie krank werden: aber wenn Ihr gleichgültig seid, werde ich Euch ans zwei Gründen streng behandeln: erstens, weil dieie Behandlnngsweise wirksamer ist und schneller heilt, zweitens als Strafe, damit Ihr ans Eure Gesundheit besser achtet. Das ist, was Gott im 2. B. M. C. 15, B. 26 sagt: -2'rn 'n b)pb yastrn yicip dx •iii'x rrtncn rpn b? moan njjxm nipyn .-jxsn 'i ’jx o -]^y Q’fc'K xh onaoa »ncp Wenn die Egvpter meine Befehle befolgt, hätte ich sie nicht w hart zu plagen brauchen. Wenn Ihr Euch meinen Gesetzen unter,verfct, werde ich nicht nöthig haben, Euch zu strafen, weder durch Trübsal noch durch Krankheiten, denn ich bin Euer Arzt und ich halte darauf, daß Eure Seele wohlerhalten bleibe. Zeitrurüsirachrkchten rmd Correspondenzen. D c u t s ch l a n d. Gunzenhausen, im Thamns. Unsere Gemeinde hat vor Kurzen einen schweren Verlust erlitten. Eines ihrer geachtetsten Mitglieder, der Kaufmann Herr S. W. A. Seemann, ist nach inehr als vierteljähriger Krankheit vorn himmlischen Vater in ein besseres Jenseits abgerufen rvvvdeu. Mit ihm ist ein Mann zu Grabe gegangen, der es lverlh ist, daß sein Name veröffentlicht'und der Mit- und Nachwelt zu chrendem