Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1872)
- Date
- 1872-07-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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671 diesem Zwecke Rühren durch denselben gelegt werden, durch die dann das Wasser aus einen andern Ort geleitet würden. Diese Arbeiten hätten aber nicht vollendet «erden können, ohne daß ein großer Theil der Gräber verwüstet worden wären. In der jüd. Gemeinde war man allgemein darüber besorgt. Da wurde dieser Arzt versetzt und sein Nachfolger ließ, bevor er den Plan seines Vorgängers zur Ausführung brachte, um sich zu überzeugen, ob auf diesem Platze auch wirllich Wasser vorhanden, an sechs verschiedenen Stellen Nachgrabungen veranstalten — und nirgends kam Wasser zum Vorschein. Dieser Tage kam von der Regierung der Bescheid, daß zur großen Freude der ganzen Gemeinde keinerlei Aenderungen auf dem jüdischen Friedhose gemacht werden dürfen. (Hamagid.) Aus dem Otdenburgischen« Die kleine Gemeinde Wildeshausen, bestehend aus 7 Familien hat seit 25 Jahren einen sehr wackern und tüchtigen Lehrer, Namens Frank. Als die letzten Schüler am hds» die Schule verlassen ist demselben die Stelle eines zweiten Lehrers an der dortigen Rectorschule übertragen worden. Doch ist er Sonnabends und an jüdischen Feiertagen vom Dienste suspendirt, bleibt also bei der Gemeinde nach wie vor als Cantor und Schächter. Am 1. Mai hat derselbe die Stelle angetreten. Ein solcher Fortschritt verdieiit in Ihrem vielgeleienen Blatte wohl eine Stelle. vr. Nathansohn. O e ft e r r. - U n g a r i s ch e Monarchie. Szigethvar. Da der Begräbnißplatz der jüd. Gemeinde in Szigethvar ganz voll war, so trat die Nothwendigkeit ein, ihn zu erweitern. Mit dem Eigenthümer des benachbarten Grundstückes, einem Christen, wurden Verhandlungen gepflogen, um Ueberlassung eines Theiles seines Feldes. Derselbe versprach nach einigen Tagen, seinen Entschluß mitzutheilen. Beim Wiederbeginn der Verhandlungen sagte er 311 dem Vorstände der Gemeinde, daß, da er sich überzeugt, daß die Gemeindemitte! nicht im blühenden Zustande sind, er das geforderte Grundstück der Gemeinde zum Geschenke mache. (Fünfkircher Zeit.) England. London. Jew. Chr. schreibt: Es freut uns die Mittheilung machen zu können, daß Sir Moses Monte- Nore eine glückliche und angenehme Reise von Hüll nach Gothenburg hatte. Er hielt sich einige Stunden in Diesem Hafen auf und fuhr dann weiter nach Rußland. Teure Gesundheit ist vortrefflich. Inzwischen sind auch Nachrichten von dessen glücklicher Ankunft in Stockholm eingelangt. Während Sir Moses Montefiore in Hüll gewesen, besuchte er die dortige Synagoge, um daselbst für eine glückliche' Reise zu beten. Vor seiner Abreise von London wurden in den Hauptsynagogen hebräische zu diesem Zwecke von den Herren Oberrabbiner vr. Adler und Rabbrner vr. Artom verfaßte Gebete gebeten. So verschieden auch die Ansichten sein könnest über den Zweck und den etwaigen Erfolg der Reiße Sir Moses Montefiores, die immerhin für einen Mann in seinem Aller (er ist 87 Jahre alt) eine beschwerliche zu nennen ist, so stimmen jedenfalls alle Juden ist sämmtlichen Gemeinden der weiten Erde in dem Wunsche überein, daß Gott der Allgütige ihn wieder glücklich uÄ> in guter Gesundheit in seine englische Heimath zurückbringen möge. *) London« Bei der Bank von England werden am 1. März, Juni, September und Dezember vierteljährliche Balanzen veranstaltet. Da dieses Jahr der l. Juni auf einen Samstag fiel, so hat das Haus Lewis Cohst u. Sohn mit noch andernum Verlegung des Liquidationstages auf einen andern Tag nachgesucht. Die Direction d«: Bank antwortete darauf, daß es ihr fg diesesmal unmöglich , diesem Wunsch nachzukommen, da der Liqpidationstag schon zu nahe wäre; in der Folge aber, wenn der 1. Tag des betreffenden Monats wieder auf einest Samstag fällt, wird die Liquidation auf den 3. verlegt werden. (N. I. W.) Rumänien. Bukarest, 12. Juli. Zwei Dinge sind es, welche jetzt die Gemüther in der Metropole an der Dimbowitza in steter Aufregung erhalten und den Funken des Hasses und der Unzufriedenheit, der unter der Asche glimmt, zur lichterlohen Flannne anzufachen drohen: die bevorstehende Auflösung der Nationalgarde und die — Judenfrage. Wenn ich von einer „Judenftage" spreche, so bitte ich, das Wott Judenftage nicht als Schreibfehler zu betrachten; die Bezeichnung ist absichtlich gewählt, denn der den Dimensionen und dem bedrohlichen Charakter, welchen die Hetzereien annehmen, ist die Lage der Juden Hierlands zu einer brennenden Frage geworden, die zur Lösung mehr als reif ist. Die Rumänen aller Parteischattirungen werden nicht müde, die armen Juden in jeder möglichen Weife zu verfolgen, fort müssen die Juden, schreien sie, von Haus und Hof, mit Kind und Kegel. „Romanul" voran, heult die Kläfferbande, daß die Juden aus Rumänien ein neues Palästina machen wollen und daß sich die Deutschen ihrer als Werkzeuge bedienen, um Rumänien auszusaugen; sie schreien dies in einem jämmerlichen Tone, der „Stein' erweichen, Menschen rasend machen kann." Und hören Sie, was ein Jassyer Blatt „Clopotele" (die Glocke) unter Anderem weithin in alle vaterländischen Gaue hinausläutet: „Valerland, Gott, Glaube, Liebe^ Wohlgefallen, Selbstzufriedenheit, Glückseligkeit, concentrirt sich für den Juden in dem einen Begriffe: Gold. (Das Wort nur — *) S. Telcgr. Depesche in der zweiten Beil. Die Red.