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Der Israelit · 1872-07-31 · Heft 31 (31.7.1872) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 31 (31.7.1872)
Date
1872-07-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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672 Gold — ist mit fetten Lettern gesetzt.) Der Jude lebt, ißt, schläft, erwacht, läuft, lügt, betrügt, raubt, spionirt, verräth, tobtet (hu?) ja begeht einen Selbstmord nur des Goldes wegen. Mit einem Worte, was der Jude thut, thut er nur für und wegen des Goldes " Wie muß nun eine solche Sprache dem halbwegs gebildeten Menschen verabscheuungswürdig erscheinen und dies von einem Blatte, welches noch vor ungefähr vier Jahren beinahe ausschließlich jüdischen Abonuementsgeldern seine Existenz verdankt. Schreiber dieser Zeilen, der zu jener Zeit in nahen Beziehungen zu einem der Redacteure des „Clopotele" stand, kann bezeugen, daß dieses Blatt eines der judenfreundlichsten war und wenn es nun trotzdem so verblendet ist, so ist dies dem verderbenden Einflüsse der rothen Umsturzpartei zuzuschreiben, die in Rumänien einen ZersetzuuAsprozeß vorbereitet, welcher nicht mehr länger auf sich warten lassen kann. Wollte ich Ihnen nur eine kleine Blumenlesc machen aus all' den Broschüren, deren eine unsern Justizminister Costaforu zum Verfasser haben soll, Pamphleten und Flugschriften, welche über die Juden Hierlands geschrieben und zu Markte gebracht werden, ich könnte Bücher vollschrerben und das weiden Sie mir wohl erlassen. Es ist traurig genug, wenn man in der rweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Schritt und Tritt an mittelalterliche Barbarei gemahnt wird im constitutionellen liberalen Rumänien. (Fr. - Bl.) A m e r i k a. Salt Lake City (Utah). Unter den amerrkanischen Rabbinen gibt es aber wirklich merkwürdige Käuze, die es verstehen, die Aufmerksamkeit der jüdischen Welt auf sich zu ziehen, und besonders suchen diese ihre gegen alles jüdische Recht und Gesetze verstoßenden Thaten im Heirathsdepartement zu vollbringen, wahrscheinlich, weil dieses am Einträglichsten ist. So berichten „Jew. Times" wieder von einem solchen Helden, Namens Dr. I. M. Smart in Salt Lake City im Staate Utah, woselbst die sogenannten Mormonen, bei denen Polygamy herrscht, wohnen, drei Thatsachen, die derselbe an einem und demselben Tage vollbracht, die auszuführen bis jetzt selbst die Ultta - Reformer unserer Zeit nicht für Rechr halten. Dieser Smart gab einem Herrn X. daselbst ppnp mit einer zweiten Frau, während die erste Frau noch lebt, und zwar mit Herrn X lebt, erlaubt also die Polygamy, preist den Staat Utah, der diese Einrichtung gestattet, verspottet und beschimpft Rabbenu Gerschon und dessen Zeitgenossen, die die Polygamy aufgehoben, und die er deßhalb als Ignoranten bezeichnet Die Heirath des Herrn X. mit einer zrveiten Frau ist um 1 Uhr vorüber; um 2 Uhr verbindet derselbe m Smart einen Herrn G. mit dem Weibe seines verstorbenen Onkels. Herr G. war vorher zu Smart gekommen und hatte ihm gesagt: Doctor, der Bruder meines Vaters starb neulich und hinterließ eine junge Wittwe von 24 Jahren mit einem Vermögen von 100,000 Doll. Einige Leute sagten mir, daß es mir nicht erlaubt sei, diese Frau zu heirathen. Ich weiß keinen Bescheid hierüber, aber wenn Sie mich trauen, zahle ich Ihnen 200 Dollars. Der Doctor erwiederte:*Gut, ich bin bereit dazu. Ich habe jüngst einen Mann mit der Wittwe seines verstorbenen Bruders verheirathet lind diese ist nicht so entfernt mit ihrem jetzigen Mann verwandt als Ihres Onkels Frau mit Ihnen. Die Trauung wurde also um 2 Uhr vollzogen. Diese Ceremonie ist vorüber, der Geistliche (?) zieht seine seidnen geistlichen Kleider aus, wendet sich an seine Chorknaben mit den Worten: Kommt mit, Knaben, laßt uns Etwas rrinkcn. John, Branntwein für 20. Inzwischen wird cs 3 Uhr, eine Frau tritt in des Doctors Zimmer und sagt zu ihm: Herr Docter, mein Mann starb vor einiger Zeit und rch bin nun eine kinderlose Wittwe. Der Bruder meines verstorbenen Mannes weigert sich, an mir die Lcvirathsehe zu vollziehen. Sie müssen mir dazu helfen, Doctor. Lassen Sie den Mann rufen, befahl der Doctor. Der Mann wird gerufen und erscheint alsbald. Ist es wahr, fragt ihn der Rabbiner, daß Sie dem göttlichen Gebot, Ihre Schwägerin zu heirathen, ungehorsam sein wollen? Gewiß, Herr, es ist wahr. Aber Sie müssen sie heirathen. Aber ich will sie nicht heirathen. Dann müssen Sie Ihr geben. Der Mann weigert sich entschieden, ihr nson z« geben. Der Rabbiner ist ganz erstaunt, auf solch ernen Widerstand zu stoßen. Endlich sagte er: Unser große Maimomdes sagt: um l’Bo, einen widerspenstigen Mann muß man zwingen nsr^n zu geben Sehen Sie her! Wenn Sie noch ferner verweigern, Ihre Pflicht zu thun, so habe ich hier 20 handfeste Knaben um mich, und wir werden Sie so lange schlagen bis Sie schreien: Es ist genug. Was sagen Sie jetzt dazu? Der Mann flüstert dem Rabbiner Etwas ms Ohr. Doctor, sagte er, die Frau ist sehr reich. Sie soll 1000 Dollars bezahlen, dann will ich ihr nsr^r» geben. Sie sollen 10°/o davon erhalten. Der Rabbiner findet dieses Argument als ein gutes. Er wendet sich zu der Frau und sagt zu ihr: Ich kann nicht leugnen, daß Ihr Schwager sich großen Beschwerlchkeiten unterzieht wenn er Ihnen nirsn gibt Für seine Bemühungen müssen Sie ihn bezahlen. Ich schlage vor, daß Sie ihm einen Scheck von 2000 Dollars einhändigen,

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