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Der Israelit · 1872-07-24 · Heft 30 (24.7.1872) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 30 (24.7.1872)
Date
1872-07-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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646 im nothwendigen, profanen Wissen unterrichtet werden, außerdem auch eine Entwickelung technischer Fertigkeiten ermöglicht wird. Es würde hierdurch in nicht zu ferner Zeit die Heranbildung einer, bei treuer Anhänglichkeit an dem Glauben der Väter, gleichzeitig intelligenten und social selbstständigen Bevölkerungskernes als kräftigster Träger künftiger Eulturbestrebungen erzielt werden. Auf Grund dieser Erwägung, und in Folge der Mittheilung eines seiner Vorstandsmitglieder, welches durch eigene Anschauung von den Zuständen Palästina's Kenntniß genommen, hat der hiesige Verein für Palästinensische Angelegenheiten in seiner jüngsten General- Versammlung den Beschluß gefaßt: zunächst die Errichtung eines Waisenhauses in Jerusalem oder dessen Nähe anzustrcben. dessen Aufgabe und Zweck wir oben kurz angedculet haben. In der zuversichtlichen Ucberzeugung, einem verdienstvollen Werke das Wort zu reden, wenden wir uns nun an Sie und den ehrwürdigen Herrn Rabbiner nüt der ergebenen Bitte, sich unseren Bestrebungen anzuschließen, sowohl durch selbstständige Unterstützung als auch. Veranstaltung zweckdienlicher Sammlungen in Ihren Kreisen, ohne Beeinträchtigung der regelmäßigen Spenden für Palästi.na. Die Unterzeichneten sind in der glücklichen Lage, kein durchaus unfertiges Unternehmen der Theilnahme eines betreffenden Publikums anheimzugeben, vielmehr sind sie durch den werkthätigen Beistand sich für den Gegenstand interessirender Männer, so wie durch sonst disponible Fonds in den Besitz einer finanziellen Grundlage gelangt, die zur weiteren Verfolgung ihrer Ziele lebhaft auffordert. Sie haben sich indetz nicht verhehlen dürfen, daß die Kräfte Einzelner in diesem Falle unzulänglich sind, und 'daß ihren Plänen erst dann die Ausführung gesichert sein wird, wenn in der Gesammthcit die Erkenntniß festen Fuß gefaßt hat, wie sehr dieselben ihrer eigenen Ehre und den innigsten Interessen unserer erhabenen Religion Rechnung trage. Ist doch in unserem Volke allezeit die Erziehung von Waisen als ein Werk besonderen Verdienstes gepriesen worden; sollte nicht auch ein Unternehmen geneigte Herzen und offene Hände finden, welches im Verein mit jener heiligen Pflicht cwilisatorische Aufgaben zu erfüllen beabsichtigt, di.e, in innigster Verbindung mit der Ausübung der religiösen Gebote, unsere gedrückten Brüder im heiligen Lande erheben, und den Glanz früherer Zeit zu erneuern mithelfen werden- Erlauben Sie uns schließlich noch, die ergebene Aufforderung an Sie zu richten, im Falle Sie sich zur Persönlichen Vornahme der angeregten Sammlung außer Stande sehen sollten, uns gefälligst Personen bezeichnen zu wollen, die Sie zur Uebernahme dieser Angelegenheit:- als geeignet und geneigt betrachten. Wir werden dann in einer weitere» Aufforderung diejenigen Herren bezeichnen, die sich uns zur Erreichung unseres Zweckes cinschlicßen, und sobald wir solchen gesichert sehen, zur näheren Festsitzung der zu treffenden Einrichtungen uns mit denselben in Verbindung setzen. Berlin, im Tamus 5632 (im Juli 1872). Der Vorstand des Vereins für palästinensische Angelegenheiten. vr. Israel Hildesheimer. M. G. Lewy. Vorsitzender. Sekretär. Ed. Men de. Rendant. Im Ganzen und Großen mit dem edlen Zwecke einverstanden, möchten wir die Herren Erlasfer dieses Aufrufs darauf aufmerksam macheu. daß es gut, ja nothwendig wäre, der Sache eine allgemeinere Ausdehnung und innigere Kräftigung zu geben; zu diesem Zwecke möchten wir ratyen, daß der Berliner Verein für den m Rede stehenden Zweck nur seinen Vorsitzenden delegire, der dann in Verbindung mit einem Mitgliede des Centtal-Comites in Amsterdam und einem der Hauptsammler Süddeutschlands gerade sä hoc ein Special- Comilo bilde. Ein solches Comitö, bestehend aus den Herren Dislr.-Nabd. Bamberg er in Würzburg, Rabb. vr. Hildesheimer in Berlin und Banquier A k i b a Lehren in Amsterdam würde gewiß in kürzester Frist die glänzendsten Resultate liefern. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, im Thamus. Daß in der sogenannten .. sauren Gurkenzeit", welche gemeinhin, tu nichtgroßstädtischem Deutsch, „Hnndslage" genannt wird, eine Zeit, in der die lufibedürfnge, at^mcnDe Welt aus der saudreichen Wüste Brandenburgs in die glücklicheren, an frischer Lust und saftigem Grün reichern Gegenden Deutschlands eilt und so den besten Beweis von der Zusammengehörigkeit und Abhängigkeit von einander liefert, daß in dieser Zeit von hier aus wenig Neues und Interessantes zu berichten ist, läßt sich voraussehen, und bitten wir unsere geehrten Leser, die gewohnt sind, ihre Blicke nach der Hauptstadt des Reiches zu richten, um Entschuldigung, wenn wir unter dem lähmenden Etndrucke der Julisonne uns mehr in unsere B bausung zurückzichen und nichts wissen wollet» von dettt, was sich ttt der Weltstadt zullägt, denn da „draußen" ist's fürchterlich heiß und — da hört auch alle Gemüthlichkeit auf.

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