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Der Israelit · 1872-07-17 · Heft 29 (17.7.1872) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 29 (17.7.1872)
Date
1872-07-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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xm. Jahrgang. Beilage z« Nr. 29 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Die hiesige Handelsschule unter der Direction des Herrn Dr. Kreyssig hat mit Beginn dieses Sornmers eine Vermehrung ihres Lehrerpersonals durch zwei ebenso wissenschaftliche Capacitäten, wie strengorthodoxe Juden erfahren. Herr Dr. Dessau übernahm einen Th eil des naturwissenschaftlichen Unterrichts, und Herr Di*. Werner das Ordinariat der zweiten Classe. Außerdem unterrichten noch zwei Glaubensgenossen an genannter Schule, die Herren Franklin und Dr. Oelsner, von denen der Letztere ebenfalls das Ordinariat einer Classe führt. Besagte Schule ist wohl die einzige in Deutschland, in der die religiöse Gleichberechtigung znr vollsten Anerkennung gelangt ist. Aus Weftphalen. Zu dem von unserem Freunde L. Cohn in Nr. 26 dieser aesch. Blätter veröffentlichten Berichte über jüdisch-religiöse Zustände Westphalens erlauben wir uns, einige Ergänzungen zu geben. Leider steht der in genanntem Berichte borgeführte Fall, daß ein;?n in M. sich als nar^n mio gerire und jeden p-wn dp zum omr stemple, nicht vereinzelt da. Kürzlich noch ist es vorgekommen, daß ein Stadt-211'V einem Jünglinge, der nicht im Stande ist, die mtrn pw richtig zu rccitiren, ein nPap aro npnai r.B'mv kp ertheilt hat.. Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, daß nicht allein Dieser, sondern fast alle jüngeren D’Brrr Westphalens die nDTiti? npnai in deutscher Sprache erlernt haben und daher kömmt es, daß solche, wie angeführte nw-nn m*o ihren Frage-Apparat zu jeder Zeit in Bereitschaft haben. Von den schon längere Jahre amtirenden D'Dm» fällt es keinem ein — einige rühmliche Ausnahmen kommen allerdings vor — bei irgend einem ordnungsmäßigen Rabbiner einer Wiederholungsprüfung sich zu unterziehen. Haben wir schon bei Lebzeiten des sel. Rabbiners Sutro hiergegen unsere Stimme erhoben, so ist dieses, nach dem Tode desselben, wo jede äußere Anregung dazu fehlt, doppelt nöthig: denn die Gemeinden sind ja in der Regel zu indifferent, um solches von ihren camv zu verlangen. Schon aus dern Gesagten geht zur Genüge hervor, daß Herr Cohn die religiösen Zustände in W. eher zu rosenfarbig, als zu düster geschildert. In einem demnächstigen Artikel n"y"D werden wir das Gesagte noch deutlicher beweisen. — An der Marx- Haindorf'schen Stiftung zu Münster wird demnächst die Directorftelle vacant, indem Herr Dr. Kroncr einem an ihn ergangenen Rufe, als Landrabbiner von Eisenach, an Stelle des verstorbenen berüchtigten Dr. Heß folgt. — In Drennsteinfurt, Reg.-Bez. Münster ist am mp nens rot? die neuerbaute Synagoge eingeweihet worden. Mit der Einweihungsrede hatte man den Seminar-Director Dr. Kroner aus Münster betraut. Derselbe war aber nicht erschienen, weil die Gemeinde D. die beabsichtigten Feierlichkeiten, wie Ball, Conzert u. dgl. andere Dinge, bei denen ein Dpv* v-.d*n nicht vermieden werden kann, zu sistiren sich nicht entschließen wollte. Ein solches Verfahren des Dr. K. verdient alle Anerkennung. — In Hattingen a d Ruhr ist kürzlich ein Glaubensgenosse gestorben, der das seltene Alter von 105 Jahren errrcicht und dabei bis kurz vor seinem Tode sich der besten Gesundheit erfreut hatte, so daß er seinen gewöhnlichen Beschäftigungen auf dem Lande nachgehen konnte. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Dresden, 1. Juli. Die Bevölkerung des Königreichs Sachsen betrug nach der nun vorliegenden Uebersicht am 1. Dezeniber 1871 1,248,799 männliche und 1,307,445 weibliche Personen, zusammen 2,556,244. Nach dem religiösen Bekenntnis waren 2,484,075 Lutheraner, 9347 Reformirte, 3015 Deutschkatholiken, 452 Anglikaner, 53642 Römisch-Katholische, 554 Griechisch-Katholische, 3358 Israeliten, 1041 Anhänger anderer Bekenntnisse, 760 ohne Angabe des Bekenntnisses. Wenden gab's 52,097. Oesterr.- Ungarische Monarchie. Preßburg. Die „Preßburger Ztg." schreibt: Zwei Missionärinnen, Mädchen aus England, vertheilten vorgestern Broschüren unter dem Titel: An die Kinder Israels, wo sie zerstreut sind, an die Bewohner des Preßburger Schloßberges." Der Zweck dieser Traktätlein ist natürlich die Bekehrung zur Kirche. Allein statt Proselyten zu machen, erreichten die Eiferinnen nichts als ... Prügel! Sie mußten flüchten und sind noch in der Nacht nach Pefth abgereift. Rumänien. Bukarest, 27. Juni. Seitdem die Nachricht von einer bevorstehenden Conferenz von Vertretern der Großmächte, zu dem Zwecke, um die Lage der Juden Rumäniens zu verbessern, greifbare Formen angenommen, hat der Spuk in unserer wackern Presse im großen Maßstabe begonnen: jetzt ist der Herenfabbath erst recht

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