Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1872)
- Date
- 1872-07-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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suchten Hinterbliebenen, aber auch für uns, die wir von ihm sagen: rp-o!? pn* -dt. Acker m a n 11, Lehrer. Oe sterr. - Ungar. Monarchie. TschuH. Herr ve. Eisenberger, praktischer Arzt dahier, von den berühmten Familien Salamo Bernstein und Schaul Landau in Krakau abstammend, welcher vor etwa dreizehn Jahren zum Christenthum übergetreten, um eine ungarische Gräfin zu heirathen, wollte schon seit Jahren wieder zum Glauben der Väter zurückkehren, doch war ihm das Landesgesetz stets hinderlich darin, bis es ihm am 18. Juni in Wien gelang, wieder ins Judenthum ausgenommen zu werden; auch seine Frau hat sich zum Glauben ihres Mannes bekannt. Diese Thatsache ist um so erfreulicher, als die Reue des erwähnten Herrn vr. E. eine vollkommen aufrichtige ist, da er bereits seit Monaten nach streng-jüdischer Weise lebt. In nicht minderem Grade ist dies auch bei seiner Frau der Fall, welche mit großer Hingebung unserer heiligen Religion anhängt und alle ihr obliegenden religiösen Pflichten in streng orthodoxem Sinne erfüllt. (Schew. Ach.) In Jglui (Mähren) ist ein Jude zmn Volksschullehrer ernannt worden; der dortige Geistliche suchte einen Protest dagegen zu Stande zn bringen, jedoch erlangte er im Ganzen nur 3 Stimmen. Holland. Amsterdam, 5. Juli. Zu Ihrem von wahrer und aufrichtiger Liebe für das beilige Land und dessen isr. Bewohner durchglühten Artikel in voriger Nummer, der die Anmaßungen des Professor Grätz in die gebührenden Schranken zurückweift, haben wir noch Einiges hinzuzufügen. Der Herr Professor und seine Genossen haben während ihres kurzen Aufenthaltes im heil. Lande zu wenig Wahres und zu viel Falsches erfahren, als daß man dazu schweigen dürfte. Wir wollen hier einige „Jrrthümer" der Grätz'schen Denkschrift berichtigen. 1) Der Herr Professor wirft den isr. Bewohnern Palästina's vor, daß sie so wenig Ehrgefühl besitzen, um einzusehen, daß Almosen-Empfängen eine Schande sei. Die Spaniolen nennen den Mitgenuß der Almosengelder „den Ruhm Israels" r&np' mxsn).— Aus dieser letzteren Behauptung kann man ersehen, wie viel Anspruch auf Wahrheit die Grätz'schen Behauptungen haben. Das Wirkliche an der Sache ist Folgendes: Der weitberühmte fromme Rabbi Chajim Abraham j Gazin y'p'W'i hat einen Verein gegründet, welchem i alle sephardischen Talmide Chachamim, die an der Chalukah Theil nehmen, angehören und gemeinsam dem Thora - Studium obliegen müssen. Dieser Verein (Jeschibah, wie ihn die Sephardim nennen) heißt m.xsn. Er wurde gegründet, damit die Empfänger der Chalukah nicht das Geld umsonst empfangen, sondern zum Besten der Spender „lernen". 2) Herr Grätz zählt 14 Gemeindegruppen auf, wobei er sieben einzelne Ehebroth, die sämmtlich zum Kolel Peruschim gehören und e i n e Gemeindeverwaltung (-pyn piD 't) haben, als besondere Gemeiudegruppeu darstellt. 3) Es beruht auf Unwahrheit, daß die Gelder, welche die russischen und galizischeu Ehaßidim einsenden, nur unter die Glieder der Chabad - Gruppe vertheilt werden. 4) Es ist ferner eine falsche Behauptung, daß die über Amsterdam eingehenden Gelder zu in größten Theil an die Anschü Hod i Gemeinde Holland und Deutschland) vertheilt werden. Diese erhalten in der That nur zwei Fünftel; drei Fünftel kommen an sämmlliche Israel. Bewohner des heil Landes zur Vertheilung. 5) Es ist nicht wahr, daß die Juden des heil. Landes weder Großnoch Kleinhandel betreiben. 6) Es ist nicht wahr, daß die Körperschwäche die Israeliten Palästina's davon zurückhält, in der Ackerbau-Schule Retters Arbeit,311 suchen; es liegen da ganz andere Gründe vor, die wir heute nicht erörtern wollen. 7) Es ist eine durchaus unwahre Behauptung, daß in Palästina die Bibel vom Unterrichte ausgeschlossen sei. Ganz junge Leute schreiben ein klassisches Hebräisch, welche Fähigkeit sie nur durch fleißiges Studium der Bibel erworben haben können. 8) Es ist nicht wahr, daß die meisten jüdischen Mädchen in Jerusalem gar nichts, viele nicht einmal hebräisch lesen und Gebete lernen. Außerdem leidet das Grätz'sche Machwerk an einer Menge bon Widersprüchen; so sollen nach den Vorschlägen des Herrn Grätz die Spenden nach „Seelen" vertheilt werden und dann sollen die sticht - Talmud - Beflissenen gar nichts bekommen! Wer das zusammeirreiutm kann! In den Hafenstädten, meint Herr Grätz, sei dieArmuth nicht so groß, weil die dortigen Israeliten feine Ehalukah bekommen, und doch will er die Leute so unglücklich machen, daß auch die Chalrikah auf sie ausgedehnt werde!! Sie sehen, daß wenn man die Grätz'sche Denkschrift aller Unwahrheiten und falschen Behauptungen entkleidet, nichts davon übrig bleibt, als Haß und Rache! Derlei Pfeile aber wenden ihre Spitzen gegen den Entsender. (Wir vermissen in der obigen sachgemäßen und sonst erschöpfenden Entgegnung, die Widerlegung der Grätz'schen Behauptung, „daß Eapitalisten und Häuferbe-