Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1872)
- Date
- 1872-06-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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bdf vielmehr vereint mit den Gemeinden Herrn Di*. H.' bitten, ihre Schulen zu infpiciren, wenn er es soÄst^ nicht schon thun müßte, einem Rabbinen aber nicht die Thür vor der Nase verschließen, was zu thun vielleicht ein großer Theil der Lehrer Wcftphalcns keinen Anstand nehmen würde. Sie (die Lehrer des Rabbinats- Sprengels Creield) wollen, daß ihr Rabbiner ein Mann der That und nicht ein Mann der Mode sei ">2wi jn Zuv'?' Z'v jnv. Sie wollen, daß ihr Rabbiner durch seinen Einfluß die Jugend auf den Pfad der Tugend und Gottesfurcht leiten helfe und find dankbar dafür, wenn ihren eigenen Jrrthümcrn nicht gleichgiltig zugclächelt werde, vielmehr wenn eine wohlgemeinte Rüge auf dem Fuße folgt. Sie wollen, daß ihre Schulen Pflanzstätten der heil. Religion Israels sein und bleiben, daß die Gotteshäuser Tempel des Ewigen, nicht aber Cvncertsäle oder Sammelplätze für theatralische Schaustellungen und unjüdischen Ohrenschmaus werden sollen. Ja, sie wollen trotz der Couferenz, daß ihr Rabbiner General-Jnspector ihrer Schulen werde. Daß man in Westphalen nicht so gewillt ist, ist ganz natürlich: Seit dem Tode des sel. Oberrabbiners Sutro in Münster hat ja die Zanze Provinz keinen nte-">n Vpv, der amtlich verpflichtet wäre, die religiösen Institutionen der Gemeinden zu überwachen, und mit Ausnahme des Herrn Seminar - Directors vr. Kroner in Münster keine Persönlichkeit, die berechtigt wäre inni -r.D'N -cn Sj? ]n p-DB\ Wozu wäre auch ein Rabbiner nöthig? Zu fragen rnbrrv gibt's dort nicht, mithin sind auch rrDirn überflüssig. Leider treten aber nun auch die traurigen Folgen eines so verwahrlosten Zustandes immer Heller an's Tageslicht. , noTiw Schule und Synagoge, Alles bietet ein Bild des schrecklichsten Verfalles und nur einige wenige Gemeinden im nordwestlichen Theile der Provinz machen eine rühmliche Ausnahme. Aber auch aus diesem Chaos haben die Herren Lehrer und Gesinnungsgenossen einen Ausweg gefunden und nach dem Spruche d. W. fw Diro3 itn ni’.T? p-irita die Leitung sämmtlicher religiösen Angelegenheiten selber in die Hand genommen. Darum „geriren" sich dort die Herren und Herrchen als ^Reformatoren, Prediger, r.8mn rn*o u. s. w. Darum „gerirt" sich dort in der Proviuzial-Hauptstadt Münster ein j?n als rrvn und macht aus jedem peci dj; einen tnw, der ganze Gemeinden durch nn*D« verunreinigt. Darum ist es dort möglich, daß in ehemals streng jüdischen Gemeinden jetzt die Klänge der Orgel im Gotteshaus ertönen, bei Alt wie Jung *Pn und dergl. zu den ganz gewöhnlichen Erscheinungen gehören u. s. w. Und darum auch war es möglich, daß > eine Couferenz, die zum größten Theil aus Lehrern! Westphalens bestand, sich anmaßen konnte, eie lieberj waä)unß einer jüd. Schule durch einen Rabbinen in die! gebührenden (?) Schranken zu verweisen. Ja, ich nenne! es Anmaßung und betone nachdrücklich, daß sämmtliche Lehrer, die einem-solchen Beschlüsse zustimmen konnten, ein sehr u»gebührendes Benehmen an den Tag gelegt haben. Ja, ungebührend ist es, sich zum Herrn und Richter über einen Rabbinen, der ein so echt jüd. Werk, wie das in Frage stehende, in's Leben zu rufen bestrebt ist, auswerfen; ungebührend, seine pädagoj gische Befähigung und Fachkenntniß in Zweifel ziehen; un gebührend endlich, sich in Sachen mischen zu wollen , die sie gar nicht. angehen. Gibt es doch für den wahrhaft für das Judenthum begeisterten Lehrer' des Schlimmen so viel wegzuräumen, daß er nicht in die Ferne zu schweifen braucht, da doch das Schlechte so nahe! Und warum kehrt nicht Jeder vor seiner Thür? Gewiß würde Mancher bis zur nächsten Conferenz Arbeit in Hülle und Fülle haben! Doch genug für heute, nächstens mehr! Die Conferenz hat gesprochen und Herr vr. Horowitz wird nicht gehorchen! Schließlich nehme ich mir mit Erlaubniß der Conferenz die Freiheit, beim ersten Satze des Herrn Dr. Horowitz über die Schranken mich als dessen Secundanten zu „geriren". L. Cohen, Lehrer. Frankreich. Paris. Art. 19 § 6 des neuen Rekrutirungsgesetzes befreit vom Militärdienste die geistlichen Zöglinge, die zu diesem Zwecke von den Erzbischöfen und Bischöfen bezeichnet werden und die jungen Leute, die ermächtigt sind, ihre Studien sortzusetzen, um sich dem Dienste einer vom Staate besoldeten Confession zu widmen, unter der Bedingung, daß sie während vier Jahre dem Militärdienste in der activen Armee und in der Reserve unterworfen sind, sobald sie ihre Studien unterbrechen. (Un. israel. Paris. Die Äcademie der Inschriften und der schönen Wissenschaften hat Herrn Joseph Halevy, Verfasser der Etüde« sur les antiquites saböenes, den Bordinpreis von 2500 Frcs. zuerkannt. (Un. israel.) England. London. Wir hatten oft Gelegenheit, die große Wohlthätigkeit des Her rn S. Montagu hervorzuheben, aber wir haben noch nie von dessen Güte mit größerem Vergnügen gesprochen, als wir es heute thun. Herr Montagu hat erne äußerst wcrthvolle Bibliothek hebr. Werke von 1500 Bänden gekauft uuy sie den „Vereinigten Synagogen" mit der Bedingükig geschenkt, daß sie in einem passenden Saale in der Centtal-Synagoge zu Jedermanns Benutzung ausgestellt werde. (Jew. Chr.)