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Der Israelit · 1872-06-26 · Heft 26 (26.6.1872) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 26 (26.6.1872)
Date
1872-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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569 Berlin. Der Gerichts-Assessor Alexander ist zum Areisrichter in Mohrungen ernannt. Im Justiz-Departement Königsberg, wie die „Boss. Ztg." bemerkt, der erste Fall, daß ein Jude zum Richter befördert worden. Hamburg. (32,000 M. Bco. für milde Zwecke.) Der verstorbene Jacob Samuel R e n n e r hat in seinem gestern publicirten Testamente folgende Summen an acht milde Stiftungen vermacht: der isr. Atädchenschulc von 1798, der Joseph Simon Behrens-Stiftung, dem Frauen-Verein zur Bekleidung isr. Knaben, dem isr. Frauen-Verein zur Unterstützung vor: Wittwen und Waisen, der Dr. Eduard Kley-Stiftung. den Alfterdorfer Anstalten zur Verpflegung verwahrloster Kinder und dem Allgemeinen Krankenhause je Bco. M. 4000. Zu Testaments - Executoren sind ernannt die Herren L. G. Le des und M. Wallach. Einbeck, 10. Juni. Der Banquier M. Mcyersberg in Hamburg, gebürtig von hier, hat in Anhänglichkeit an seine Vaterstadt ein Capital von 5'>00 Thtr. Cent Bürgermeister Ludowieg mit der Bestimmung überwiesen, mit diesem Fonds einen Kindergarten für Kinder aus dem Arbeiterstande in unserer Stadt zu errichten. Die Stiftung, welche mit Erlaubnis ihres menschenfreundlichen Begründers die Bezeichnung: „LevyMcyerberg's Stiftung für die Kinder der Arbeiter" erhalten soll, wird zu "Michaelis d. I. ins Leben gerufen und alsdann unter Aufsicht des Rcagistrats gestellt werden (C. Kr.) Hüls, im Juni. Dre Nummer 23 o. Bl. bringt in ihrer 2. Beilage den Anfang eines Circulärs, enthaltend Vorschläge über die Mittel zur Ueberwachung und Förderung des jüd. Schulwesens im Crefelder Rabbinats-Sprengel, welches der Herr Ober-Rabbiner Dr. Vorwitz in Crefeld an fämmtliche Gemeinden feines Sprengels versandte. Wenn nun das Interesse, welches Herr Dr. H. für die heilige und hochwichtige Sache an den Tag legte, d:e höchste Befriedigung im ganzen Sprengel hervorrief, so mußte es um so mehr betrüben, in Nr. 143 der „Köln. Ztg." Folgendes zu leie,: „Vom Rhein, 22. Mai. Was der Conferenz der israel. Lehrer aus Rheinland und Westphalen, deren Sie bereits int gestrigen zweiten Blatte Erwähnung gethan haben, ein ganz außerordentliches Interesse verlieh, war eine eingehende Debatte, die an Klaeheit nichts zn wünschen übrig ließ, über die jetzt alle Schulmänner Deutschlands tiefvewegende Schnlaussichtssrage. Sie winde zum Theil durch ein im ganzen Crefelder Sprengel nt Umlauf gesetztes Circularschreiben des Ober-Rabbiners I »r. Jakob Horowitz veranlaßt, der sich keine geringere Aufgabe gestellt zu haben scheint, als sich als General- Jnspector aller israel. Schulen seines Bezirks zu gerirem „Was nun die Aufgabe der Ueberwachunz anbelanzt," jagt er u. A., „so wird sie wohl naturgemäß mehr dem Unterzeichneten anhe mfallen," will sagen dein Herrn Ober - Rabb. Dr. I. Horowitz. Diese „naturgemäße Ueberwachung" wurde denn auch einmülhig mir aller Entschiedenheit in die gebührenden Schranken verwiesen. In einer Zeit, wo doch unsere königliche Regierung ein Gesetz gegeben, das den Schwerpunkt der Beaufsichtigung der Schulen mehr in die Hände tüchtiger, pädagogisch befähigter Schul- und Fachmänner zu legen gewillt ist — in Elsaß und Lothringen ist ja bereits ein guter Anfang gemacht, — als in die Hände derer, die sich so gern zum Herrn und Richter über den Lehrer aufwerfen, ist uns das Borg hen von Seiten eines Rabbiners, wie das in dein Circularschreiben geschieht, ganz unbegreiflich." Zur Charakterisirnng des echt-jüdischen (?) Geistes, der diese Conferenz beseelte, reicht nun vorstehendes Machwerk schon vollkommen aus, und würde ich es nicht der Mühe werth halten, darauf zu entgegnen, wenn nicht Schweigen hier für Zustimmung genommen werden könnte. Das außerordentliche Interesse dieser Conferenz lag nun darin, daß dieselbe aus's Eklatanteste bewtes, T33 p« ozm jetzt opaa und ferner, daß ixs' 100 vr-inoi "per.-o. Aber wo lag denn das ordentliche Interesse? Gewiß in dem Umstande, daß eine israel. Conferenz, an welcher Lehrer des Rabb. - Spr. Crefeld sich betheiligten, einmüthig, also onx n-nio sich erkühnt hat, auf eine noch nie dagewesene Weise dte Ehre und den Namen ihres geistlichen Führers zu verunglimpfen. Doch so scheint es G. L. nur, iu der Wirklichkeit ist es ganz anders. Mit Ausnahme eines einzigen haben die zwer übrigen ans dem Sprengel sich betheiligenden Lehrer die Anmaßung ihrer Collegen mit gebührender Entrüstung zurückgewiesen, und so wird es dein Herrn Dr. H. gewiß ei« Leichtes sein, die ihm von Ausländern O’-öj gesetzten Schranken zn durchbrechen und den enragirten Herren zu zeigen, daß ec fia.) nicht fürchte! — Abgesehen davon, daß der Referent vom Rhein sich erstens kein Gewissen daraus macht, eine Unwahrheit zu verbreiteil und einen seiner Collegen zu verleumden, scheint dem Herrn auch zweitens eine Port on Logik ausgegangen zn sein, da er behaupt.t, Herr Dr. H. „gerire" sich als General-Jnspector u. s. w. Es ist zwar nicht anznaehmen, daß Referent die contractlich übernommene Verpflichtung des Herrn Dr H., die Schuten seines Sprengels tnspiciren und beaussichtigen zu müssen, nicht gekannt haben sollte. Aber auch diesen Fall vorausj gesetzt, so ist es nicht Sache der Conferenz. sich in eine I leine Localangelegenheit zn mischen. Es hätte dieses! Recht höchstens nur den Lehrern des Sprengels zuge-! standen werden können. Diese aber würden es unter 1 ihrer Würde gehalten haben, ans eine ihren Charakter! so cont.-rom.ttireitde Weise die schuldige Achtung uud! Ehrfurcht vor ihrem Rabbinen zu verletzen. Sie wür-

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