Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1872)
- Date
- 1872-06-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Xffl. Jahrgang. Beilage za Nr. 24 des Zsraelir. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 0. Juni. Wir haben heute wiederum 2000 Frs. an den anierikanischen Consul, Henn Benj. I. Peixotto zn Bukarest, zum Besten der beraubten, geplünderten und mißhandelten Glaubensgenossen zu Ismail, Cahul rc. abgesandt; im Ganzen jetzt 4000 Frs. Mainz, 7. Juni. Herr vr. Wilhelm Cahn von hier, der erste deutsche Jude, welcher einen höheren diplomatischen Posten bekleidet — er ist Kgl. Bayrischer Legationsrath bei der deutschen Gesandschast in Paris — har von Sr. Majestä . dem Kaiser von Rußland, den Anuen-Orden erhalten. Frankfurt a. M. In Folge des Vermächtnisses des verstorbenen Herrn Königswarter, welcher 200,000 fl. zum Bau eines Israelitischen Hospials bestimmte, kaufie die Gemeinde für diesen Zweck folgende Liegenschaften an: Hayn'scher Garten mit Wohnhaus, Ecke der Pfingstweide und des Grünen Weges, für 40,000 fl.; Krupp'scher Garten mit Wohnhaus für 36,000 ft; Kühle'scher Garten (die Hälfte) mit Wohnhaus für 20,000 fl. Altona, 7. Juni. Das Aeltesten-Collegium der hiesigen deutschen isr. Gemeinde hat den unheilvollen Beschluß gefaßt, die bisher sehr segensreich wirkende Gemeindeschule für isr. Knaben aus Gründen der Sparsamkeit aufzulösen. Eine so große und wohlhabende Gemeinde wie Altona will, um einige Mark zu sparen, ihrer Jugend die Lebensader abschueiden! In Folge dieses Beschlusses hat der Präses des Vorstandes, der wackere Herr M. H. Gold sch niidt, sein Amt medergclegt; auch Herr Rabbiner Cohn, der seit dem Hinscheiden unseres unvergeßllcheu Oberrabbinen das hiesige Rabbinat verwaltet, wird, wenn jener Be- 'chluß aufrecht erhalten würde, von seinen Functionen uirücktreten; gleichzeitig haben 150 Gemeindemitglieder gegen jene unverantwortliche Sparsamkeits-Gelüste Protest erhoben. Während es anderswo das eifrigste Streben der Gemeinden ist, tüchtige Schulen zu gründen, ^stl inan die hiesige ärmere isr. Jugend der höchsten -dohlthat, des gelegenen Unterrichts berauben, um sie m die chr. Freischulen zu senden. Hoffen wir, daß das Ältesten-Collegium diesen von jedem Vernünftigen mißbüligten Beschluß nicht zur Ausführung bringe. Holland. Amsterdam. Eine außerordentliche und höchst seltene Feier fand am 1. Tage des Peßachsestes dahier statt. An diesem Tage waren es 25 Jahre, daß Herr M. I. Goudsmit als erster Vorsteher der N. I. Gemeinde fungirte. Wer den mühevollen Weg der Parnasim in einer so zahlreichen Gemeinde wie hier (circa 45000 Seelen) kennt, wer weiß, mit welcher Liebe, Aufopferung und Unparteilichkeit der Jubilar in allen Gemeindeangelegenheiten verfuhr, den wird es nicht wundern, daß Herrn Gbei dieser Gelegenheit so viele Zeichen warmer Sympathie gegeben wurden. Die große Synagoge war ihm zu Ehren brillant beleuchtet; dieselbe war gedrängt voll, da Jeder dem geliebten Vorsteher gratuliren wollte. Zu Hause wurde der Jubilar von sämmtlichen Mitgliedern des Vorstandes, von den Directoren des Beerdigungsvereins, des Armenwesens und des Seminars mit einem Besuch beehrt und der Vicepräsident des Ersteren hielt eine längere Anrede an ihn und überreichte ihm im Auftrag des Vorstandes eine prachtvolle goldene Schnupftabakdose, mit einer entsprechenden Inschrift versehen, als Zeichen ihrer Verehrung. Noch andere Herren drückten in beredten Worten ihre Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung aus. Möge es Herrn Goudsmit noch viele, viele Jahre vergönnt sein, in ungeschmälerter Gesundheit segensreich zu Ehren Gottes in hiesiger Gemeinde zu wirken! Spanien. Madrid. Die officielle Zeitung von Madrid veröffentlicht ein Rundschreiben des Ministers des Innern bezüglich der Beerdigung der Nichtkatholiken. Er verfügt darin die Herstellung eines besondern, von einer Mauer umgebenen Raumes in allen Friedhöfen und ermächtigt die Gemeinderäthe und religiösen nichtkatholischen Vereine zur Erbauung von besonderen Friedhöfen auf ihre Kosten. — Von nun an können also unsere Glaubensbrüder in Frieden in Spaniens Erde ruhen. England. London. Nach dem Rechenschaftsberichte des Londoner Comite betrugen die bis Ende März eingegangenen Spenden für die persischen Juden 13,642 L. St. Davon waren 10,850 vertheilt und zwar nach, resp. in Teheran, Schiras, Jsvahan, Buhir, Urumia, Hamadan, Jezol, Demawend, Gilpaygon und Kaschan Summen von 1783 bis absteigend, zu 850 L. iDt. Sodann 300 L. St. nach Bagdad für die dorthin geflüchteten Perser. Die Gelder nach Persien gingen an Mr. Alison, britischen Gesandten in Teheran, durch Vermitte-