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Der Israelit · 1872-06-05 · Heft 23 (5.6.1872) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 23 (5.6.1872)
Date
1872-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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MWWVWWI 506 mit demselben Jahre beginnt die Trauergeschichte der rumänischen Israeliten, deren Blätter sich seitdem fast von Jahr zu Jahr blutig färbten. Mit der Plünderung der großen Gemeindesynagoge in eben diesem Bukarest eröffnten sich noch in demselben Jahre die Verfolgungen und wurden von dieser Zeit an mit steigender Wut!) und zunehmendem Haß fortgesetzt. Ein hochbetagter, rühmlichst bekannter Greis, der unterdessen Heimgegangene Rabbi Mendel Rosenbaum p"L"r, äußerte sich schon damals, einige Jahre nach diesen schrecklichen Vorgängen, in diesem Sinne und verglich die vorerwähnte Vertreibung des berühmten „Malbim" mit dem unschuldig vergosseueu Blute des Propheten rv-.n, das nicht zur Ruhe kommen wollte, bis wieder das Blut von Tausenden der Besten und Vornehmsten in Israel durch den babiloischen Feldherrn Nebuiar-Adan vergossen wurde; weil jene nicht Muth genug gehabt hatten, dem von Sacharja gegebenen Beispiele folgend, mit Wort und That die damals eingerissene Gottlosigkeit der Menge zu zügeln und ihn so allein dem ganzen Wuthausbruch des Volkes Preisgaben, ohne ihn nach Kräften geschürzt und errettet zu haben. Ein ähnlicher Vorwurf trifft die sämmtlichen jüd. Gemeinden Rumäniens, daß sie nicht thatkräftig genug das eifrige Wirken des gottbegeisterten Malbim unterstützten, als er die dort aufgetauchten Reformbestrebungen männiglich bekämpfte und es geschehen ließ, daß er durch schändliche Denunciation des Landes verwiesen wurde. Wir sehen darum leider auch ihnen seitdem mit gleichenr Maße die Strafe des Himmels zngemeffen, daß die raub- und mordgierigen Judenfeinde auf Grund von erfundenen Anschuldigungen nichts Geringeres anftreben, als sämmtliche Israeliten i"n aus dem Lande zu vertreiben, wovor sie rT'^n in seiner Gnade schützen möge. Judenhasser gab und gibt es noch zu jeder Zeck und in jedem Laude, seitdem Israel als Träger seiner besondern Mission in der Weltgeschichte hingestellt wurde, und sehr richtig schrieb unlängst ein geehrter Correspondent in diesem Blatte: „Noch hat die Welt den letzten „Haman" nicht gesehen!! Das Geschlecht desAmalek ist noch nicht ausgestorben und trachtet noch immer auf Israels Untergang i"n. Nur von der Machtstellung Amaleks hängt es ab, ob und wann es sich anschickt, seine stets geschmiedeten Mordpläne in Scene zu setzen. Jedoch die Entscheidung darüber, ob und wann das unversöhnliche Amaleksgeschlecht zur Herrschaft gelangt und seine Vertilgungsgelüste gegen das jüd. Volk befriedigen darf, das liegt nur einzig und allein in dem Willen des Höchsten, der ihn schon von Mizrajim her zur beständigen Zuchtruthe seines Volkes bestellte, um es, wenn Israel von seinem vorgezeichneten Wege abweicht, zu Rückkehr, Reue und Butze zu veranlassen. Wahr und beherzigenswerth sind und bleiben die Agadaworte: in dm nnp „In jeder Generation machen sich Einzelne auf, uns zu vernichten; aber der Heckige, g. s. E., rettet uns aus ihren Händen!" Es sollte daher zur Besserstellung der Israeliten, wann und wo nur imrner eine solche erforderlich ist, immer zu allererst an die innere Besserung gedacht werden, denn vor allem andern D'DEQtp U’:« «ox wem1? ui;\\\ Von dieser allerhöchst maßgebenden Stelle eine Intervention erwirkt, nützt mehr als die schärfsten Collectivnoten von sämmtlichen Mächten Und kein Verhängniß ist zu fest versiegelt und beschlossen, daß nicht rpi&rn von es aufhalten und zum Guten verwandeln würde. (S. n"i F- 15.) Und auch wir, die wir uns G. s. D. der Segnungen ungeschmälerten Rechtes erfreuen, dürfen uns keineswegs dem Gedanken hingeben, unsere erleuchtete Zeit habe durch Aufklärung und Bildung den mittelalterlichen Judenhaß völlig zu Grabe getragen und seine fürchterlichen Todesschatten auf ewig in das sinstere Todtenreich gebannt! Nein! Danken wir es Gott, der die Zeiten ändert und Fürsten und Völker mit guten Gesinnungen gegen uns erfüllt, daß es den Feinden Israels gar nicht in den Sinn kommen kann, ihre rumänischen Gedanken zu verwirklichen. Benützen wir aber auch die ungeschmälerte Gewissensfreiheit zur pünktlichen Erfüllung unserer Religionsgesetze, damit die unversöhnlichen Judenhasser bei uns nicht die gefährlichste Waffe gegen uns in Hände bekommen, die nämlich, daß Israel zur Abbüßung seiner Sünden seinen Feinden preisgegeben werde, bis es aufrichtige Buße thnt lind seine Jrrthümer verläßt. Notorisch ist, daß im letzten Decennium auch bei uns die Feinbe aus Neid gegen die Juden Zunahmen, und selbst ein, zwar gairz verschwindend, kleiner Theil der Presse, der aber immerhin ein nicht zu unterschätzender Factor des öffentlichen Lebens ist, eine ganz erbitterte Stellung gegen uns nimmt. Die unablätzlichen Bemühungen jener Partei werden aber sicher dadurch am ersten zu Schanden, wenn wir ihr die stärkste jüdische uralte Brustwehr entgegensetzen: U; rspy’ ip i-p.i! das nach der Auslegung unserer Weisen s. A. bedeutet: „Wenn die Stimme Jakobs Stimme ist," wenn wir gleich unserm Erzvater Jakob, der ein 'H.ix genannt wird, in den Lebr- und Bethäusern unser Zelt aufschlagen, dann: wy 'nTü mögen die mordsüchtigen Esaw-Hände immerhin ihr blutiges Handwerk treiben wollen; sie bringen das Schwert nicht aus der Scheide, weil Gott, der Herr, uns schützt. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aschaffenburg Die „Asch Z" schreibt aus Aschaffenburg: „Gestern (ll) Früh war unser

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