Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1872)
- Date
- 1872-06-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIII. Jahrgang. M LS Der Israelit. Sin Gentrat - Hrgan für das orthodoxe Zudenlßum. Heraukgegeden von Vi». Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 5. Juni 5632 (187 2). ——■gg■ggLj*!-1_Lg 1JLLLIL 'IP Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwoch», in mindesten» 2 Bogen. Preis de» Jahrgang» 3 Thlr. pr. L. oder p. 5. 15 kr. rh. Man abvnnirt ganzjährig, halbjährig ober vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Befreiungen an. Inserate 2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cour». Direkte Francvzu srndung unter Streifband pr. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fi. österr. an die Erpedition franco einzusenden. Anhalt. Leitender Artikel: Einige Worte über die Ereignisse in Rumänien. Zeitungsnachrichten und Earrespondenzen '.Deutschland: Aschaffrnburg. Aschaffenburg. Schopfloch. Au» Württemberg. Biblis. Fürth. — Oeflerr. - Ungar. Monarchie: Wien. — Frankreich: Pan». — Rumänien: Braila. — FeuiLelon: Maatzer. AnGatt der erste» Beilage: Leitender Artikel: Einige Worte über die Nächstenliebe im ^uvrmhum. 8«rung»nachrtchten und Correfpondrnzen rDeutschland: Von der Hess. Bergstraße. München. Frankfurt a. M. Aus Ostpreußen. Schrimm Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Wien. Prag. Rumänien: Bukarest — Türkei: Aus Smyrna. — Asien: Bagdad — Amerika: New-Vork. — Anhalt der zweiten Beilage r Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Creseld. Anhalt der Hrtra-Bei tage: Zur Linderung der Hunaersnoth in Perfien. - Für die Nothleidenden in Ismail, Cahul rc. — Für die Abgebrannten in Dobromil. — Für die Abgebrannten in Schadow. — Für Wiedererbauung der Synagoge in Ottensoos. — Spenden für die Armen des hl. L — Für die Wittwen und Waisen im hl. L. — Für den verunglütcken Knaben Herz Cohn in Liebenau. - Bau jüd. Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Alliance Jsr. Univ. — Für Beth Jakob in Jerusalem. — Für die unglückliche Rabbiner-Familie in Kobilin- — Für Wittwe Stern in Fulda. Leitender Artikel.! Einige Worte üöer die Ereignisse in! Rumänien. Von M. W. j Nicht ohne Scheu und Zagen, aber in dem Bewußtsein, eine Pflicht zu erfüllen, möchte ich durch folgende! Betrachtungen über die traurigen rumänischen Zustände - ein Mittel mx Besserung derselben anregen, das sich zwar von allen bis daher gemachten Vorschlägen schr wesentlich unterscheidet; im Grunde genommen jedoch der einzige Ausweg ist, der zum sicheren Ziele führt. Lehren doch unsere Weisen bei allen unangenehmen Lcbensbegegnissen selbst des Einzelnen, daß er seine Handlungen genau durchforschen soll, weil „sich der Mensch nicht einvM an den Finger stößt, wenn eS nicht zuvörderst im Himmel über ihn beschlossen wurde"? Um wie viel mehr müssen diese Wahrheiten erst beherzigt werden, wenn eine ganze Gemeinde oder wie hier alle jüd. Gemeinden eines ganzen Landes von einem so schweren Verhängniß bettoffen werden? Leider sehen wir in dem trostlosen Geschicke der Israeliten Rumäniens nur zu sehr die strafende Hand des Allmächtigen, die, wieder in den Schooß der Gnade und Bannherzigkeit zurückzusühren, ganz andere Mittel als die Verwendung unvermögender Menschenkrast erfordert. Wir können uns daher von der Thätigkeit des Wiener „Hilfscomite" allein eben so wenig eine gründliche Heilung des Uebels versprechen, als von den mit aller Energie vor Jahren ergriffenen Maßregeln der „Alliance Jsraelite" in Paris. „Wehe, Aschur ist die Zuchtruthe meines Grimmes?" ruft der Prophet Jeschaja. Vor noch kaum zwei Decennien waren die Verhältmffe der Juden in Rumänien die günstigsten, und nun wird's schon über ein Decennium von Jahr zu Jahr immer schlimmer und unerträglicher. Und wie merkwürdig? Mit dem Jahre, wo der so ausgezeichnet fromme und gelehrte M alb im aus so schmähliche Weise, leider durch ruchloseDcnunciation aus jüd. Mitte veranlaßt, an einem Sabbat von seinem Rabbinatssitz in Bukarest hinwegescortirt und des Landes verwiesen wurde, —