Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 16-17 (17.4.1872)
- Date
- 1872-04-17
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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370 Der Preis ist so niedrig gestellt (12V- Sgr. pr. Vieteljahr), daß die Anschaffung der Zeitung einem Jeden möglich ist. Die uns vorliegende Nummern dieses Jahres (II. Jahrg. NN. 2. 3. 4 Nr. 1 ist uns nicht zugekommen) enthalten außer dem amtlichen Theile, den Monatsberichten, den Berichten über die pädagogische (,,Zeitschriften") Literatur und den Correspondenzen eine Kritik über den dem Abgeordneten-Hause vorgelegten (und angenommenen) Gesetzentwurf, die Be- ' aufsichtigung des Unterrichts- und Erziehungswesen ' betr., das natürlicherweise, da außer Zusammenhang! mit dem allgemeinen Schulgesetz höchst ungenügend,! sich keines besonderes Lobes erfreut. In einem andern j Artikel wird uns der von Julius Simon der franz. . Nationalversammlung vorgelegte Gesetzentwurf mitge-! theilt. In seiner sarkastischen und treffenden Weise geißelt der Correspondent „Von der Ihm" das Schulaufsichtsgesetz und die dürftigen 500000 Thlr., die man für die Besserstellung der Volksschullehrer des großen! preußischen Staates ausgeworfen hat, wahrend man für die übrigen Staatsbeamten 4 Millionen übrig hatte. In Nr. 4 wird das Ministerium Mühler in verschiedenen Artikeln der wohlverdiente Nachruf gewidmet; es ist eine Stimme: Gottlob, daß er verfloffen ist. ReHUleooat in pace! auf Nimmerwiedersehen. Dieselbe Nummer bringt auch die Fortsetzung des Entw. des sächsischen Schulgesetzes, wie auch die Fortsetzung eines Artikels: „Reiseerinnerungen eines Ingenieurs aus Syrien und Palästina." Der Nr. 3, welche die auf Lehrer und Schulverhältnisse Bezug habenden Petitionen, die bei dem Hause der Abgeordneten eingegangen sind, bringt, haben wir diejenigen, die jüdische Verhältnisse berühren, hervor. 1) Der Vorstand der jüdischen Korporation zu Schneidemühle: betr. die Wiederherstellung des jüdischen Religionsunterrichts am Schneidemühler-Gymnasium als eines für die jüdische Schüler obligatorischen Lehrgegenstandes und auf Kosten der Gymnasialklasse. 2) Die Aeltesten der Synagogengemeinde zu Mcerholz, M. L. Stern und Strauß (überreicht durch den Abgeordneten Laster) bitten um Befreiung von der, der dortigen Synagogengemernde auferlegtcn Verpflichtung zur Erbauung eines neuen Schulhauses. 3) Dt. Neuhaus zu Guxhagen u. Gen., israelitische Volksschnllehrer der Provinz Hessen (überreicht durch den Abgeordneten Or. Wehrenpfennig) bitten dahin zu wirken, daß die Elementarlehrer an den öffentlichen israelitischen Volksschulen in Hessen auch hinsichtlich ihrer Gehaltsverhältnisse den christlichen Volksschullehren der Provinz gleichgestellt werden. 4) Wolfs, Lehrer an der israel. höher» Bürgerschule zu Fürth bei Nürnberg, bittet zu veranlassen, daß er wieder in Preußen angestellt wird. 25. Februar. Die uns soeben zugekommenen Nummern 5—8 der „Deutschen Schulzeitung" enthalten unter Andern: einen Aufsatz über „Frauenbildung durch die höhere Töchterschule" (Nr. 5 u. 6), Entwurf des sächsischen Schulgesetzes (Schluß in Nr. 5), Zusammenstellung der Petitionen in Betreff des Gesetzentwurfs über die Schulaussicht (Nr. 6) und stenographischen Bericht der Debatten des Abgeordnetenhauses über die Schulaufsicht. Aus der Zusammenstellung der Schule und Lehrer betr. beim Abgeordnetenhaus eingegangenen Petitionen verzeichnen wir: der isr. Lehrer und Prediger Jakob Rosenhaupt zu Offenbach bittet zn veranlassen, daß ihm sein rückständiges Gehalt gezahlt und ein Gesetz erlassen werde, wonach die israel. Schulen in Preußen als öffentliche anerkannt und behandelt werden. Der pädagogische Hausfreund, herausgegeben von vr. S. Dessau (Stuttgart, Werlher) enthält in seinem Februarheft: Die Fortbildungsschulen. Kurze Andeutung über weibliche Erziehung. 2 Briefe über öffentliche Erziehung und Verschiedenheit der Ansichten in der Erziehung. Literaturbericht. Miscellen. Ernst Rudolph. Schule und Elternhaus. Drei offene Briefe aus der Schule an das Elternhaus. I. Die Zeit der Vorbereitung auf die Schule; II. das vereinte Wirken von Haus und Schule. Gera 1871/72. (Strebet) 8°. In der angenehmen und beliebten Form des Briefstyls wendet sich der Verf. an die Eltern, um sie über das Wichtigste der Erziehung zu belehren. Es bedarf wohl des werteren Nachweises nicht mehr, daß die Schule nur dann mit Erfolg wirken und erziehen kann, wenn das Haus derselben unterstützend zur Seite steht. Die Eltern müssen es daher in ihrem und ihrer Kinder Interesse begrüßen, wenn Männer von Fach und Beruf, auf Theorie und Erfahrung gestützt, ihnen Fingerzeige und Winke geben, was sie zu thun haben, um ihre Kinder zu einem erfolgreicher: Besuche der Schule vorzubereiten, wie sie schon früh anfangen müssen, wenn sie sich und der Schnle das Erziehungswerk nicht allein erleichtern, sondern auch segenbringend gestalten wollen. Der Verf. versteht es, durch eine schlichte Sprache, aus welcher die innigste Hingebung an den hohen und heiligen Beruf eines Erziehers spricht, den Leser zu fesseln und die Theorien, welche die Pädagogik als Wissenschaft geschaffen bat, allgemein verständlich zu machen. Der erste Brief spricht von der Vorbereitung des Kindes auf die Schule, und belehrt die Eltern darüber, wie die Kinder in den ersten Lebensjahren. genährt und gepflegt iverdcu müssen, daß sie gesund und kräftig werden, und wie man schon früh zu beginnen