Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1872)
- Date
- 1872-04-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Bll sich erringen möchten, werden von diesem genialen „Norddeutschen" tüchtig durchgehechelt. Doch das kümmert mich nicht. Die Herren 'in Ungarn sind selbst Mannes genug, solch anmaßenden Scrwenten wacker aus die Finger zu klopfen. Genug für heute! Vr. Wiener. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. O e st e r r. - U n g a r. Monarch: e. Wien. Gestatten Sie mir, der ich seit Jahren Ihr ständiger Correspondent bin, und nur letzhin verhindert war, meiner Pflicht nachzukommen, während welcher Zeit Herr Daniel Skudescky in entsprechender Weise freundlichst meine Stelle vertrat, mich wieder in Ihrem geehrten Leserkreise, dem ich zum großen Theile, obwohl anonym bleibend, als Freund Ihres Blattes und der guten Sache bekannt bin, hiermit einzuführen. Zunächst wollen Sie die Güte haben und mir bestätigen, daß ich nicht der Verfasser des anonymen Berichtes von hier in Nr. 7 bin, da mir daran im Interesse der Sache, die ich vertrete, gelegen sein muß.*) Vor mir liegen die Jahresausweise mehrerer gemeinnütziger Vereine und nach dem Grundsätze n"n "13-3 will ich auch dem Berichte über die Talmud - Thoraschule den Vorrang einräumen. Es freut mich, Ihnen ulittheilen zu können, daß diese erste und in ihrer Art einzige Armenschule im verflossenen Jahre einigen Aufschwung nahm und ist es als gutes Zeichen der Theilnehmer zu betrachten, daß die Einnahmen an Spenden und milden Gaben sich steigerten; besonders verdient erwähnt zu werden, daß ein ungenannt sein wollender Wohlthäter durch den Vorst. Herrn Heinrich Berger eine siebenbürg. Grundentlastungs-Obligation von 500 fl. mit der Bestimmung widmete, das ErträgNiß zur Bekleidung armer Vereinsschüler zu verwenden; die Anzahl der Schüler betrug 262 und beläuft sich die Einnahms-Summe auf circa 9000 fl. Zu bedauern ist nur, daß nicht mehr vermögende Eltern ihre Kinder einer Unterrichtsanstalt anvertrauen, welche in jeder Beziehung Vorzügliches leistet, denn die Anstalt besitzt an den Herren: Wilh. Löwit dirig. Oberlehrer Hrn. Eman. Georg, Hrn. Eman. Deutsch, Hen. Abr. Deutsch, Hrn. Simon Deutsch und Hrn. Dan. Skudezky für das hebr. Fach und die *) Anm. der Red Geschieht hiermit.! profanen Gegenstände sehr tüchtige Lehrkräfte. Andrer-! seits läßt sich dies theilweise durch den Umstand entj schuldigen, daß dieses schöne Institut an Localtät, Luft! und Licht großen Mangel hat. Diesen wie manch'! anderen dadurch erzeugten Ueblständen könnte nur j durch den Bau eines eigenen Schulhauses abgeholfen j werden. Man könnte dann sicher darauf rechnen, , daß der Besuch ein recht zahlreicher werden würde, l Die Folge davon wäre, daß auch die materielle Steli lung der Lehrer eine bessere wäre, daß man die Schule j erweitern könnte, daß die Lehrmittelsammlung zum; Anschauungsunterrichte vergrößert, baß überhaupt Alles : am besten und bequemsten eingerichtet würde, iw c« ' mm prr nop wenn kein reges Interesse, wenn der allgei meine Wohlthätigkeilssinn, der sich hier sonst bei jeder I Gelegenheit so sehr manifestirt, nicht zu diesem gott-! gefälligen Werke nach Kräften sich bethätigt, kann 1 Nichts erreicht werden. Die Subvention müßte reichlich j fließen für die Erhaltung und Förderung einer so wichtigen Institution, die den Lebensnerv unserer Nation ausmacht, die Garantie zum Bestände unserer Lehre für die kommenden Generationen enthält, und der göttliche Segen, an dem Alles gelegen ist, kann auch da nicht ausbleibcn, der himmlische Lohn, die Anerkennung der Mit- und Nachwelt wird allen denen zu Theil werden, welche zur guten Sache ihr Scherflein beitragen. Der Vorstand, bestehend aus der Herren H. Berger, Ant. Bing, I. Friedländer, M. L. Kohn, Schulinspector, I. Kreisel, nebst den neu eingetretenen Vorstandsmitgliedern Herren Sigm. Pappenheim, Alb. Horowitz und Jac. Neurath, durchgehends würdige, angesehene und ehrenwerthe Männer, die sich mit dieser wichtigen Angelegenheit befassen, reichliche Opfer an Geld oder Zeit auf dem Altar der Gottes- und Nächstenliebe bereitwilligst niederlegen, ergriffen bereits die Initiative, und wir hoffen und wünschen, daß es ihnen gelingen möge, ihr schönes Vorhaben auszuführeu, unter dem göttlichen Beistände ein geräumiges, wohlausgestattetes Schulhaus recht bald zu errichten. Ihnen, tvie auch allen edlen und hochherzigen Freunden der Tugend, den Gönnern der Schule, den Wohlthätern der Armen, den treuen Anhängern unserer Lehre, sei hiermit öffentlich der wärmste und innigste Dank abgestattet; der Vergelter alles Guten lohne ihre menschenfreundliche Thaten in reichstem Maße und verleihe ihnen seinen göttlichen Segen. Schließlich erheischt es noch meine Pflicht, des verstorbenen Vereinsmitgliedes, des Herrn Jonas, Freiherr v Königswarter p"3, in dankbarster und pietätsvoller Erinnerung auch an dieser Stelle zu gedenken; er war einer der Ersten in der Gemeinde, welcher durch viele Jahre diese Schule mit reichlichen Spenden bedachte. Möge er im bessern Jenseits des himmlischen Lohns theilhaftig werden Ty rrmi. Ein zweiter dem ersten sich passend und würdig