Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1872)
- Date
- 1872-04-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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304 Wenn auch der pünktliche Besuch der Unterrichtsstunden dem größeren Theile der Mitglieder, welche dem Kaufmannsstande angehören, bei der hier so sehr ausgedchnten Geschäftszeit schwer fällt, so ist doch durch den steten Besuch, das rege und lebhafte Interesse für die Sache unverkennbar, und mit Befriedigung läßt sich auf das bisherige segensreiche Wirken dieses Vereins, welcher durch Einführung freundschaftlicher Zusammenkünfte der Mitglieder und Errichtung einer Zweigabtheilung für jüngere Mitglieder, seit einiger Zeit eine noch ausgedehntere Thätigkcit entfaltet, zurückblicken. Diese letzterwähnten zwei neuen Institutionen trugen wesentlich zur Förderung des ganzen Vereins bei, und können wir deßhalb an dieser Stelle zwei Namen, nämlich die der Herren S. Berlin und D. Wormser, welche sich um diese in uneigennütziger Weise verdient gemacht haben, mit besonderer Anerkennung erwähnen. Am vergangenen Sonntage '2 mt* n"n"3 'k ha dieser Verein einen qi’d auf min und oix "in gefeiert. Nachdem Herr Dr. Nathan, welcher durch eine seitens der Mitglieder entsandte Deputation in den Feftsaal eingeführt wurde, die min und das Buch on« "n beschlossen hatte und sofort mit dem Beginn der neuen Lehrgegenftände und min fortfuhr, schilderte derselbe unter Bezugnahme auf die letzten Worte der min in trefflicher Rede die Wichtigkeit und den Nutzen der Vereinsbestrebungen. Es folgte das Festessen, welches seitens des Präses, Herrn M. Nathan, mit einer kurzen Ansprache an die Mitglieder eröffnet wurde, der sich ein lebhaftes begeisterndes Hoch auf Herrn Dr. Nathan und dessen gleichfalls mit anwesenden Vater anreihte. Die weiteren Reden und Toaste Ihnen zu schildern, muß ich Unterlasten , weil ich glaube, daß solches der Raum Ihres gesch. Blattes nicht zuläßt, und so begnüge ich mich denn damit, Ihnen den Gesammt - Eindruck der ganzen Festlichkeit mit wenigen Worten wiederzugebeu. Ein Bild des schönsten geselligen Zusammenlebens und inniger Freundschaft der Mitglieder, dem auch die religiöse Weihe in keiner Weise fehlte, bot sich allen Theilnehmern dar. Es freut mich, Ihnen gleichzeitig berichten zu können, daß auch bei dieser Gelegenheit sich der bekannte Wohlthätigkeitssinn unserer jungen Leute auf's Neue bewährte, da nicht nur die zu Gunsten zweier wohlthätiger Stiftungen vorgenommenen Sammlungen einen reichen Ertrag ergaben, sondern auch durch den Verkauf des nmn pron, welches ebenfalls für milde Zwecke dem Vorstande zur Verwendung überlassen blieb, eine recht ansehnliche Summe erzielt wurde. Der Ertrag des pron nzna ist seitens des Vorstandes zum Theil dem hiesigen Overrabbinat für die nothleidenden Perser, und zum andern Theil zur Unterstützung hiesiger bedürftiger Israeliten verwendet worden. In fröhlicher, heiterer Stimmung blieb man bis spät in der Nacht beisammen, und Allen wird die Erinnerung an diesen für uns so schönen Tag noch lange bleiben. So gebe denn der Allmächtige., daß dieser Verein noch lange in unserer Gemeinde bestehe. Möge es auch seinem würdigen Lehrer vergönnt sein, an dem ferneren Gedeihen dieses Vereins noch viele, viele Jahre Mitwirken zu können. M. Thorn. Von Thorn wird uns der Jahresbericht des Vorstandes der dortigen Synagogen - Gemeinde für das Jahr 1871 zugeschickt. Nach demselben waren während des Krieges gegen Frankreich 1870—1871 aus dieser Gemeinde 33, darunter mehrere schon verheirathete Männer, zur Dienstleistung einberufen worden, erheblich mehr als nach Verhältnis der Seelenzahl zu veranschlagen war. Ein Mann ist während des Krieges gestorben. Die Zahl der im Jahre 1871 zu Abgaben an die Gemeindekaffe eingeschätzten Personen betrug 210, d. i. 5 mehr als 1870. Die Einnahmen betrugen 5237 Thlr., die Ausgaben 5065 Thlr. Die Gemeindeschule besteht aus einer Elementarschule und einer Religionsschule. Die Elementarschule zählte 69 Schüler, die Religionsschule 52 Knaben und 86 Mädchen. An Vereinen zählt die Gemeinde einen Kranken- Verpflegungs- und Beerdigungs-Verein, dessen Einnahmen 721 Thlr. und dessen Ausgaben 246 Thlr. betrugen; einen Wohlthätigkeits - Verein und einen Frauen- Verein. Schweiz. Bafel, 15. März. Aus der „Times" und „Galignani's Meffenger" ist neulich in verschiedene contincntale Zeitungen die Sensationsnachricht gedrungen: daß eine gewisser Sir Henry Lumley den Abklatsch einer Inschrift nach England gebracht habe, die, falls echt, an Wichtigkeit dem berühmten Meschastein nicht nachstehen würde; denn Moses selber würde sich damit eine Denkfaule gesetzt haben. Bei vorliegendem Fall handelt es sich jedoch um etwas größeres, als bloß eine Illusion, der man bald auf die Spur kam, zu zerstören; wir haben die Frage abzuwägen, ob nicht wirkliche Fälschung vorliegen könnte. Die Geschichte der fraglichen Inschrift wirft ein so scharfes Licht auf das in Palästina ausgebrochene Gründungsfieber für Denksteine, daß eine ausführlichere Mittheilung nicht unwillkommen sein dürste. Das Material dazu verdanke ich hauptsächlich der Liberalität eines hiesigen Gelehrten, Dr. Zimmermann, der in regelmäßiger Verbindung mit Jerusalem steht. Zuerst wurde eine nicht sehr genaue Cvpie von einer in klmm-er-resas (Ostjordanlaud) gefundenen Inschrift, welche Warren in Palestine Exploration Found Quarterly Statement Nr. Vf. March to June 1870