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Der Israelit · 1872-03-20 · Heft 12 (20.3.1872) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 12 (20.3.1872)
Date
1872-03-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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265 freien Augenblicken n^» dop seine einzige, seine angenehmste Erholung. Schon vor vielen Jahren beehrten ihn befreundete Rabbinen mit niscnn nnnn, zumal er von weither in rituellen Angelegenheiten befragt wurde. Auch war er ein fleißiger Sammler für V\x ”:y und trug mit wahrer Freude sein so schwerverdientes Scherflein bei! Seine Gottergebenheit war bis zum letzten Hauche unerschütterlich und ein wahrer Bal)am in den letzten schmerzensreichen Tagen vor seinem Hinscheiden.! 2« ]DtPD Dar mo. Die Achtung, die er selbst von An- : dersgläubigen genossen, die Theilnahme, die sich allenthalben documentirte, als sein Leiden und sein Ende bekannt wurde, sind Beweis genug, daß einem p'iy die Pforten des y"a geöffnet wurden. Seinem letzten Wunsche des \-N3« Dy 'nassen gemäß wurde er von seinen Kindern, unter zahlreicher Betheiligung der Vorsteher und Mitglieder der Gemeinde Königshütte, nach Gleiwitz zu nsp gebracht, wo der dortige Rabbiner, |>crr Dr. Hirschfeld, in einem ergreifenden ison den Verdiensten und dem Leben des ihm sehr befreundeten Dahingeschiedeten volle Gerechtigkeit widerfahren ließ. Leider war es dem fast 71jährigen Manne nicht vergönnt, seine Jubelhochzcit, die an nn-s stattfinden sollte, und zu der von seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln bereits Vorbereitungen getroffen waren, zu erleben. Fest vertrauend auf den Bibelspruch inanx nssi ivy, hatte er schon vor vielen Jahren für Beschaffung von Erde nipnpn pso gesorgt. Ebenso ließ er in seiner Besorgniß sich schon vor längerer Zeit seine letzte Bekleidung anfertigen! n" 2 "y" j "r. Hamburg. Die Juden in Wandsbeck, von denen viele bisher freiwillig die Steuern der jüd. Gemeinde daselbst entrichteten, erhielten jüngst vom dortigen Gemeindevorstand die Aufforderung, im Verhältniß ihres selbst zu bestimmenden Vermögens eine regelmäßige Steuer zu den Kosten der Gemeindeverwaltung zu entrichten. Trotzdem die Wandsbecker Juden vorbrachten, daß sie zum Hamburger Gemeindeverband gehörten, beharrte der Gemeindevorstand bei seinem Verlangen, worauf die Betheiligten sich an den Landrath zu Stormarn wandten. Dieser decretirte auf Grund des Holsteiner Spezial - Gesetzes vom 10. Mai 1863, daß die Wandsbecker Juden nicht nur verpflichtet seien, zu den Kosten der Gemeindebürfnisse mit beizutragen, sondern auch jeder Einwohner Wandbecks jüdischen Glaubens gehalten sei, der dortigere jüd. Gemeinde beizutreten. Die durch die Entscheidung betroffenen Juden wollen sich nunmehr beschwerend ' an das Cultusministerium wenden. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 10. März. Die hiesige orthodoxe israel. Gemeinde hat sich nun desinitiv costttuirt. Am verflossen Sonntag fand eine Generalversammlung in der Schiffsynagoge statt. Dieselbe war von drei - bis vierhundert Personen besucht, darunter viele Besucher der polnischen Synagoge und viele isr. Bewohner der Vorstädte. Herr I. L. Freist ad t l führte den Vorsitz. Er eröffnete die Versammlung, indem er dem verewigten Baron Jonas von Königswarter einen warmen Nachruf widmete. Solange dieser der Wiener isr. Gemeinde Vorstand, konnten die Reformen nicht durchgeführt werden; der Friede, den er im Leben der Gemeinde zu erhalten verstand, möge ihm in der Ewigkeit zu Theil werden. Hierauf wurden die Statuten verlesen und genehmigt, ein Comitd gewählt und die Vollmachten unterschrieben. Das Comitö wird sich mit der Statthalterei in Verbindung setzen, damit der jungen Gemeinde die staatliche Anerkennung zu Theil werde. Gebe Gott ein recht gedeihliches Erblühen! Rumänien. Bukarest. Erne Anzahl von 1022 christlichen Bewohnern von Ismail hat dem Deputirten und Redacteur der „Trompeta-Carpatzilor" nachstehende Copie einer Petition übersandt, welche der Kammer eingereicht wurde: „Es gibt nichts Heiligeres für den Menschen als die Religion, und nichts Entwürdigenderes als deren Profanation. Die That, welche die Juden (?) am 25. December in der Kirche zu Ismail begangen haben, steht einzig in den Annalen der Völker da. Am Abend des genannten Tages hatte sich ein jüd. *) Schneidergehilfe in die Kirche eingeschlichen, daselbst die kirchlichen Gewänder und Geräthe verunreinigt und auch eine kleine Summe Geldes gestohlen. Am zweiten Tage erst drang das Gerücht unter die Bevölkerung; der Fall wurde untersucht und die Urheber des Verbrechens ausfindig gemacht. Die heiligen Geräthe wurden in den Latrinen der Synagogen gefunden und an ähnlichen Orten. Jeder Einzelne von uns fragte sich: Welche Strafe wäre wohl groß genug, um die Horde zu bestrafen, welche sich 'eit länger als einem Jahrhundert in unser Land eingeschlichen hat, dasselbe corrumpirt, auf das Gut und die Ehre der Rumänen speculirt, deren Handel vernichtet und Alles zerstören will, was rumänisch ist; jene Horde, welche die ihnen angebotene Gastfreundschaft und unsere traditionelle religiöse Toleranz mißachtend, so weit geht, daß sie unsere Kirche, unseren Glauben und den Gott unserer Väter insultirt und prosanirt? Welche Garantien haben wir, daß sich, trotz der Bestrafung der *) Amn. ver Red.: Es war bekanntlich ein getaufte* Jude, also ein Christ.

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