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Der Israelit · 1872-03-13 · Heft 11 (13.3.1872) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 11 (13.3.1872)
Date
1872-03-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XHL Jahrgang. Beilage z« Nr. 11 des Israelit. Leitender Artikel. Kme Petition Wonlefiore's an dm König von Fersten. Mainz, 8 März. Der für das allgemeine Beste stets so überaus thätige, an Alles denkende, für Alles sorgende, mit Wort, Schrift und That für die bedrängten Glaubensgenossen aller Länder stets eintretetende Sir Moses Montefiore, den wir mit Recht eine Zierde unseres Zeitalters nennen dürfen, hat an den König von Persien eine Petition in englischer Sprache gerichtet, die wir im Nachstehenden in deutscher Uebertragung wiedergeben: „Seiner Allergnädigften Majestät, Nazer eddin Schach , dem mächtigen Beherrscher von Persien, unendlichen Ruhm und dauerden Frieden! „Möge es Eurer Majestät gefallen! „Vertrauend auf die großherzigen und edelsten firincipien der Gerechtigkeit und Gnade, welche das eben Eurer Majestät zieren, habe ich es gewagt, zu den Füßen des Thrones Eurer Majestät am 22. Tage des Ramadan 1282 A. H.*) durch Charles Alison, Esquire, Ihrer Botanischen Majestät Minister zu Teheran, eine demüthige Petition in Betreff meiner Glaubensgenossen, welche unter Eurer Majestät gütigem und glorreichem Scepter leben, niederzulegen. Ich war auch so glücklich, von Ihrer Botanischen Majestät Regierung eine Mittheilung über den Erfolg meiner Vorstellung zu erhalten. Eure Majestät waren so gnädig, einen eigenhändigen Brief an Allerhöchsteren Sipeshdldr zu schreiben, demselben befehlend, daß künftighin dieJuden mitGerechtigkeit und Milde behandelt werden sollen. „Ermuthigt durch die gnädige Aufnahme, welche *) amu Hedachirae. Die Hedschira ist die Aera der Muhamedaner; sie beginnt mit der Flucht Muhameds von Mecka nach Medina im Jahre 622 der gewöhnlichen Zeitrechnung. Die Muhamedaner sollten daher jeht 1250 zählen; da sie jedoch reine Mondjahre haben und die Einrichtung des SchaltjhhreS nicht kennen, so haben sie in je 19 Jahren 7 Monate mehr; daher die Differenz. Eure Majestät meiner demüthigen Bitte haben zu Theil werden lassen, erbitte ich nunmehr Eurer Majestät Erlaubniß, den Ausdruck der herzlichsten Dankbarkeit von Tausenden meiner Brüder, die in Ihrer Botanischen Majestät Besitzungen und anderswo wohnen, sowie meine eigene Dankbarkeit darzulegen. Zugleich wage ich die ehrfurchtsvolle Bitte auszusprechen, daß Eure Majestät auch künftig Ihren mächtigen Schutz den Israeliten zu Theil werden lassen, die in Eurer Majestät großem Königreiche wohnen, namentlich im gegenwärtigen Momente, da die europäischen Zeitungen berichten, daß meine Brüder außerordentlich bedrückt werden durch eine Anzahl von Beamten, welche die edlen und menschenfreundlichen Absichten Eurer Majestät nicht begreifen. Diese Beamten, sagt man, haben einem jeden Apostaten von der Religion seiner Voreltern — entgegen dem Willen Eurer Majestät, welche so ruhmreich vollkoinmene Glückseligkeit und Gerechtigkeit allen Ihren Unterthanen ohne Rücksicht auf den Glauben oder bte sociale Stellung sichern wollen — das Recht gegeben, die gesammte Hinterlassenschaft seiner dem Judenthume treugebliebenen Verwandten an sich zu reißen, wodurch diejenigen meiner Brüder, die den Tod dem Abfalle von ihrer Religion vorziehen würden, in das größte Unglück gestürzt werden. „Alle Freunde der Menschlichkeit und der Civilisation schauen beiorgnißvoll zu dem stets wachsamen Auge des mächtigen Beherrschers von Persien empor und sind begierig zu vernehmen, daß Eure Majestät, wie das vorige Mal so auch jetzt, die unterthänigste Bitte eines Israeliten entgegengenommen haben, eines Israeliten, welcher anruft den Schöpfer des Weltalls, den Vater aller Wesen, daß die glorreiche Regierung Eurer Majestät hervorrage durch Gerechtigkeit und Gnade, welches die Schutzengel von Eurer Majestät Thron sind. „Genehmigen Eure Majestät den wiederholten Ausdruck der tiefsten Dankbarkeit, in welcher verharrt Euer Majestät unterthänigfter und gehorsamster Diener Moses Montefiore." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz. Vor einigen Wochen verschied in Hahnheim, einem Dorfe in der Nähe von Mainz, Herr

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