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Der Israelit · 1872-03-13 · Heft 11 (13.3.1872) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 11 (13.3.1872)
Date
1872-03-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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280 Marx Strauß n"y in einem Alter von 101 Jahren. Derselbe war bis zu seinem Lebensende sehr rüstig; nur das Augenlicht hat in der letzten Zeit gelitten. Er pflegte bis vor wenigen Jahren häufig nach Mainz zu kommen, legte ohne Beschwerde den vier Stunden weiten Weg zu Fuß zurück und begab sich an demselben Tage auf dieselbe Weife wieder nach Hause. Seine ihm um 8 Jahre vorangeganaenen Gattin erreichte ein Alter von 92 Jayrcn. Die Ehe der Beiden hatte 62 Jahre gewährt. Urenkel folgten der Bahre. rV'ij'V'y'n Berlin. Die Petitionskommission des Abgeordnetenhauses beriech Anträge, welche sich auf die gesetzliche Regelung der Rechtsverhältnisse der Judengemeinden, resp. auf die Aufhebung des §. 35 des Judengesetzes vom 23. Juli 1817 beziehen. Referent Abg. Böhmer stellte den Antrag auf Ueoerweisung der Petition an die Regierung zur Berücksichtigung im Wege gesetzlicher Regulirung, und zwar in Anerkennung des Bedürfnisses einer solchen gesetzlichen Regelung. RegierungsKommisiar Küster gab die Erklärung ab, die Aufmerksamkeit der Regierung sei diesen Fragen über die Verhältnisse der Juden, insbesondere über die Abänderung des genannten Judengesetzes zugewendet; die Angelegenheit sei aber noch nicht zum Abschluß gebracht. Die Kommission schloß sich dem Anträge des Referenten an. Oester r. - Ungarische Monarchie. Wie«. Der Gemeinderath von Troppau hat nach heftiger Debatte mit 13 gegen 9 Stimmen den Israeliten Blatt zum Lehrer an der städtischen Volksschule ernannt. Pefih. Die Ofner Dienstboten haben in neuerer Zeit die Marotte, die ihnen im dortigen Dienstbotenamte zugewiesenen Engagements in israelitischen Häusern rurückzuweisen, vorgebend, in solchen nicht dienen zu wollen. Nachdem diesbezüglich schon mehrfache Beschwerden bei der Stadthauptmannschaft eigelaufen sind, und der dortige Oberftadthauptmann nicht gewillt ist, die Willkürlichkett der Dienstboten, welche derlei Vorwände häufig benützen, um destolänger vazirend bleiben zu rönnen, um sich greifen zu lassen, so hat derselbe zur Abschaffung dieses Unfuges dem Vorstande des dortigen städischen Dienstbotenamtes die strengste Weisung ertheilt, daß jedes außer Dienst stehende Individuum, welches sich um einen Dienst bewirbt und die Erklärung abgibt, bei Israeliten nicht serviren zu wollen, der Stadthauptmannschaft vorgeführt werden möge, wo das betreffende Individuum bestraft, eventuell von Ofen ausgewiesen und in die Heimat abgeschoben werden soll. Durch diese Verfügung dürfte auch der Urquelle des Lasters, dem Pflastertreten der Dienstboten, am sichersten gesteuert werden. Donaufürftenthümer. Bukarest. Die von der Reaierung direct angeordnete Untersuchung der Jsmailer Affaire, hatte zur ersten Folge die sofortige Freilassung des Rabbiners A. Brandes, sowie des Herrn D. Gotdschläger, Vorsteher der dortigen jüdischen Gemeinde, welche Beide als Mitschuldige und intellectuelle Urheber des begangenen Kirchendiebstahls, beschuldigt waren. Jedermann, der den Charakter dieser beiden Männer kennt, wird sich über diesen Act prompter Justiz gewiß freuen. Dieselben waren drei Wochen lang, in Folge der grundlosen Anschuldigung seitens des russischen Deserteurs und Diebes, ihrer Freiheit beraubt, während welcher Zeit ihre Angehörigen in der Angst schwebten, der Rache des Pöbels zu verfallen. Die von der Regierung dahin abgesandte Commission wird ohne Zweifel die ganze Angelegenheit gründlich untersuchen. Dies erheischt die Ehre des Landes und die Aufklärung der Bevölkerung, welche dadurch zur Einsicht gelangen wird, welche Ungerechtigkeiten Schuldlose zu erleiden hatten. P a l ä st i n a. Jerusalem. Capt C. W- Wilson schreibt der „Times": Capt. Warren von der englischen Gesellschaft „zur Erforschuug von Palästina" entdeckte bereits früher in Jerusalem einen in Felsen gehauenen Gang, der vom Kloster der Schwestern Zion südwärts zum Tempel führte. Nun hat mein Freund Schick eine Fortsetzung dieses Ganges oder vielmehr dieser Wafferleitung gefunden, welche vom Kloster nördlich bis zum nördlichen Wall der Stadt ein wenig östlich vom Damascus Thor führt. Hier ist die Wasserleitung theilweise durch einen sie kreuzenden in Felsen gehauenen Graben zerstört, welcher letzterer mit den bekannten Höhlen in Verbindung steht. Die Wasserleitung ist daher älter als der Graben und man kann annehmen, älter als die Gräber der Könige Juda's. Schick war nicht im Stande seine Entdeckungen weiter zu verfolgen aber die englische Gesellschaft zur Erforschung Palästina's (Palestine Exploration Fund) hat sich der Sache angenommen und hofft die Quelle zu finden, vori der das Wasser hcrgeleitet wurde. Jli meinen Berichten an die Ordnanoo Survey of Jerusalem page 79 (herausgegeben 4866) führte ich an: die wahrscheinliche Existenz einer Wasserleitung in dieser Lage, welche den großen Sumpf nördlich von den sogenannten „Gräbern der Könige" mit dem Kloster verbindet. Und sollten fortgesetzte Untersuchungen dieses begünstigen, so können wir annehmen, daß diese Wasserleitung durch Hesekiel angelegt wnrde, als er den oberen | Wassercours, oder richtiger Wasserquellen, von Gihon

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