Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1872)
- Date
- 1872-03-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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217 ■bet gründlichen Behandlung der hebräischen Sprache und der Realien, auch u. z. in ausgiebigem Maaße, Logik umfassen. Die Befähigteren halten von Zeit zu Zeit Vorträge über bestimmte, vom Leiter der Jeschiwah gegebene Themata. Diese praktischen Uebungen wirken sehr anregend auf die Schüler und bieten dem eifrigen j Lehrer die beste Gelegenheit, sich über Wesen und Form! eines kernigen Vortrages überhaupt und des jüdischreligiösen insbesondere zu verbreiten. Wenn ich nun noch hinzusetze, daß die Jeschiwah im Ganzer den Typus wahren jüdischen, von Gottesfurcht getragenen Ernstes an sich trägt und sich der warmen Sympathie der hiesigen Gemeinde erfreut, so glaube ich mit Recht behaupten können, daß dieselbe über die hiesige „Judengasse" hinaus die Beachtung uud Liebe wahrer Freunde jüdischen Wissens und Lebens verdient. — Aus der Somogy Im Ador I. In den Somogver Wäldern regt es sich. Du mußt darum nicht erschrecken, lieber Reisender, und gleich an Herrn „Patko" und seine Baude denken. Diesmal regt es sich nicht gerade in den übel berüchtigten Wäldern selbst, sondern m einigen kleinen jüdischen Gemeinden, welche diese letztern' in ihrem allerdings nicht sehr gemüthlichen Dunkel bergen. „Lostrenuung von Gr. Kanisa! Lossagung von den Zions-Acessias-Thora-Leugnern, an die uns das Kongreßstatut unbarinherzig fest gekoppelt — Los!" ist die Parole, die zwischen 10 und 20—50 Leuten auf den kleinen D’imc” ausgegcben worden; und ich glaube, es kann baldigst in der That tosgehen. Was jüngstens in diesen gesch. Blättern „aus der Somogy" und über Gr. Kanischa berichtet ward ist Vielen aus der Seele geredet. Die betreffende Nummer hat ihren Weg durch die Wälder gefunden, und geht dieselbe nun von Hand zu Hand. Was diese unsere 50 Protestanten des fernern unternehmen werden, davon, , in meinem nächsten Berichte. G a l l a i. Totay, im Jan. Herr Abraham Morgenstern, Rabbinatsverweser der hiesigen Gemeinde, wurde am 11. d. in seinem 60 Lebensjahre von seiner irdischen Laufbahn abbcrufen. Der Verewigte, allgemein geliebt und geehrt in hiesiger Gemeinde, versah hier 36 Jahre lang das Amt des Rabbinatsverwesers mit der gewissenhaftesten Umsicht, mit der uneigennützigsten Berufstreue. Er verstand es vorzüglich alle Mißhelligkeiten, mögen diese im öffentlichen Genieindeleben oder in dem wechselseitigen Verkehr der Privaten aufgetancht sein, durch seine friedestiftende Dazwischcnkunft gründlich zu entfernen. Ihm muß daher das wesentliche Verdienst um die Erhaltung des Gemeindefriedens zuerkannt werden, der bis jetzt bei uns den religiösen Kämpfen unserer Zeit getrotzt hat. Seine binterlassenen Schriften, die theils eregctischen, theils halachischen Inhalts, beabsichtigen seine Söhne zu sammeln, um selbe als ein würdiges Denkmal des Heimgegangenen dem Drucke zu übergeben. n"a"s"j"n. Donaufürftenthüme r. Bukarest. Jur „Rumanul" macht Herr Demeter Bratiano den folgenden ebenso weisen (!) wie liebenswürdigen (!!) Vorschlag: In jeder Stadt Rumäniens möge sich ein Verein unter dem Titel: „Nationale Solidarität" bilden, welcher den Zweck haben soll, die Rumänen zu veranlassen, alle und jede Relationen, mit den Deutschen und Juden ein für allemal gänzlich abzubrechen, ihnen nichts mehr zu verkaufen, nichts von ihnen zu kaufen, kurz so zu thun, als wenn sie gar nicht mehr vorhanden wären. Auf diese Weise würde den Deutschen und Juden der eigentliche Lebensnerv durchschnitten und sie würden sammt und sonders davon laufen. selbst wenn man sie gewaltsam zurückhalten wollte. Dieser Plan, meint Herr Demeter Bratiano, sei um so praktischer, als jede, selbst nur diplomatische Intervention vollkommen vermieden und der Zweck, den nationalen Handel, die nationale Industrie zu heben , vollkommen erreicht und die Verjuduirg und Germanisirung Rumäniens dadurch vermieden werde. F r a n k r e i ch. Paris. Das Central - Comitö der „Alliance Jsr. Univ." versendet au die Comile's in den verschiedenen Ländern einen Aufruf zu Grinsten der notbleidenden Glaubensgenossen in Pernen. Feuilleton. Süß Hppenheimer. x. In Stuttgart läuten die Glocken; von Zeit zu Zeit hört man den dumpfen schall der Kanonen; Württembergs neuer Herzog, der ruhmgekrönte Feldmarschall Earl Alerandcr, nächst Prinz Eugen und Herzog Marlborough der größte Feldherr seiner Zeit , zieht mit Weib und Kindern, Freunden und Dienern in die Residenz seines Landes ein. Dicht gedrängt steht die Arenschenmenge, munden neuen Landesvater zu sehen, von dessen tapfernr L-oldatenherzen man sich nach der