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Der Israelit · 1872-03-06 · Heft 10 (6.3.1872) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 10 (6.3.1872)
Date
1872-03-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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216 deck übctgcficbelt war, hat sich dieser Tage auf Anrathen der Aerzte in das vorzügliche jüdische Krankenhaus begeben, um dort, da sein Zustand sich verschlechtert hat, eine so sorgsame Pflege zu genießen, wie sie ihm Präsident Forckenbeck beim besten Willen zu bieten nicht im Stande ist. (Rh. Z.) Berlin. Schon früher war beantragt, den außerordentlichen Professor Di-. Traube an der hiesigen Universität zum Professor Ordinarius zu ernennen. Da aber kerne Vacanz vorhanden war, so erfolgte nicht die Ernennung. Jetzt rückt Herr Traube in die durch den Tod des Professors Rüdinger erledigte ordentliche Professur. Herr Traube ist Israelit und der erste ordentliche Professor dieses Bekenntnisses an der Berliner Universität. 8. Frankfurt a. M., 1. Marz. Ein schreckliches Unglück hat sich heute Morgen gegen 6 Uhr in unsrer Stadt ereignet. Zwei Häuser in der Judengasse, von denen das eine unbewohnt war, das andere jedoch 32 Insassen beherbergte, sind eingestürzt, und die Einwohner liegen in dem Schutt begraben. Energische Nachgrabungen haben bereits acht Leichen, darunter vier Kinder zu Tage gefördert und einige Verletzte. Tie Nachforschungen werden eifrig fortgesetzt, man hört in den Kellern Geschrei. 2. Mär; Abends. Die 'Nachforschungen mußten gestern Abend 10 Uhr sistirt werden, da der Nachsturz anderer Häuser zu befürchten war; erst heute Morgen, nachdem die benachbarten Häuser durch Ketten mit einander verbunden wurden, konnte man weitere Nachforschungen anstellen, und hat mau die Frau des Hauseigenthümers gesund ans Tageslicht befördern können; dieselbe hat 27 Stunden lebendig begraben im Keller gelegen, und ist ihr Zustand bezw. befriedigend. Es wird jetzt keine Person mehr vermißt und beträgt die Zahl der leider tobt Gefundenen dreizehn (darunter ein Jude Earl Rosenthal), die der Verwundeten elf (darunter eine Jüdin, die Mutter des vorher genannten Gctödteten) und, wunderbar genug , acht Unverletzte. Tie Verletzten sind in das Bürgerspital, das Spital zum h. Geist und in das jüdische Spital ausgenommen worden. 3. Mär;. Heute ist der polizeiliche Befehl an die Insassen der Westseite der Judengasse ergangen, ihre Wohnungen unverzüglich zu räumen. Viele sind von der Stadt in die Baracken der Pfingstweide und Sachsenhausens untergebracht. Ter Abbruch der ganzen Judengasse steht jetzt bevor. Nächstens, Hr. stieb., erhalten sie eine vollständige Darstellung der so schrecklichen Katastrophe, die noch jetzt alle Gemüther bewegt. Hamburg, Februar. Zur Unterstützung armer Greise besteht seit fast achtzig Jahren in der israel. Gemeinde hier ein Verein, „Mischeneth Sekenim," der von bescheidenen Anfängen ausgehend, allmählich zu einer umfangreichen Wirksamkeit durchgedrungen ist. Ter Umsicht der Leiter*) und dem in der Gemeinde herrschenden Wohltyätigkeitssinne ist es zu danken, daß namentlich in den letzten Jahren die Zahl der Eontribuenten unausgesetzt gewachsen und dadurch die Möglichkeit der Hilfeleistung erweitert worden ist. Dennoch ist das Bedürfniß nach Unterstützung im Steigen und der Verein trotz seiner nicht unerheblichen Mittel außer Stande, der Mehrzahl der an ihr gerichteten durch das Alter und die Bedürftigkeit der Bittsteller begründeten Gesuche zu genügen, zumal da der Mangel eines Siecheuhauses täglich fühlbarer hervortritt und die Leidenden um io nachdrücklicher auf die Humanität der Privaten anweist. Im Hinblick daraus hat sich der genannte Verein aufs Neue an die vielbewährte Mildthätigkeit der jüdischen Gemeinde gewandt und zur Spendung von Beiträgen ausgefordert, die hoffentlich hier, wo es gilt die Last des nothgebeugten Alters zu erleichtern, recht reichlich fließen werden.' ' (Ref.) Skrapburg. Herr Abraham Vormus wurde zürn Bürgermeister von Telme ernannt. (Univ. Jsr.) T e st e r r. - U n g a r. M o n a r ch i e. ^ifenftadt. Im Ador I. Mit diesen Zeilen möchte ich den geschätzten Leiern dieses Blattes von der hiesigen Jeschiwah Kunde bringen. Dies um so lieber, als es G. l. recht Angenehmes, eines jeden echten Jehudi Herz Erfreuendes ist, was ich zu berichten habe. Die hiesige Jeschiwah, unter der bewährten Leitung unseres Herrn Rabbiners '-j stehend, zählt circa 30 Bachurim, welche zumeist im Alter unter 20 Jahren, in der eigentlichen Periode des Lernens stehen und es sei sogleich hinzugeiügt.° in dieser Jeschiwah wird recht fleißig „gelernt." — Mit innerer Befriedigung bemerken wir das strenge Einhalten des richtigen Verhältnisses von der Hauptsache.' ~nzb zu den „Nebensachen": prorane Wissenschaften, die in ihrer Unterordnung den: heiligen Zwecke, aufhören profan zn 'ein. — Das Unterricht swstem ist ein gesundes. Es verschmäht es nicht, sich mit den Rudimenten deutscher Sprache und Bildung zu befassen. Dem Wissensgrade der fortgeschrittenen Schüler ist in recht zweckentsprechender Weile Rechnung getragen, indem die Vorträge außer *) Es sind die Herren I Abraham, E. I. Heckseher, 9JL M. Strelitz, Sicgnmnv Jessel, L. H. Spiro.

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