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Der Israelit · 1872-02-28 · Heft 9 (28.2.1872) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 9 (28.2.1872)
Date
1872-02-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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19! versammelten sich sämmtliche Schüler am Abend des oheo i"ü im Hause des Herrn Dr. Hildesheimer, um in würdiger Weise den btd zu begehen. Nach dem Vertrage des letzten Abschnittes von 5nv2» und dem Beginne von vereinte ein fröhliches Mahl die Anwesenden, das durch die gediegenen, scharfsinnigen Reden des Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer seine eigentliche Würze erhielt. Unter den übrigen Reden nnd Toasten heben wir besonders die des ehem. Feldrabb. Hrn. Ehr mann hervor, die ganz besonders zur Verherrlichung des festes beitrugen. Die innige Harmonie, die hier zwischen Lehrer und Schülern herrscht, leuchtete aus dem freudestrahlenden Antlitz der Festtheilnehmcr, und gab dem erhebenden Bewußtsein beiderseitig redlich erfüllter Pflicht unzweideutigen Ausdruck. Mit stolzer Befriedigung kann vor Allem Herr Dr. Hildesheimer aus seine Schüler sehen, die während dieser Periode seinen Unterricht und seinen Umgang genossen, jetzt zur Leitung streng jüdischer Gemeinden ehrenvoll berufen wurden. Treu ihrem Vorbilde wirken sie in echt jüdischem Sinne und suchen die Lehren, die sie aus dem Munde ihres hochverehrten Lehrers vernommen, in seinem Sinne praktisch zu verwirklichen. Die gegenwärtige, stattliche Anzahl von Schülern vcrtheilt sich auf fast alle deutschen und viele außcrdeutsche Staaten; aus allen Gegenden kommen strebsame, junge Leute nach Berlin, um hier zugleich mit den profanen Wissenschaften an der Universität das Studium unserer heiligen m*.n unter der Leitung des bewährten Lehrers zu pflegen. So ist die hiesige raw eine Pflanzstätte streng traditioneller, jüdischer" Wissenschaft geworden, deren Segnungen sich über die gesammte Orthodoxie verbreiten werden. Cirfsel, 19. Februar. Die Bettlerin, vor welcher Herr Rudolf Rosenberg von hier in diesen Blättern gewarnt, ist von der hiesigen Polizei als Schwindlerin entlarvt worden und sitzt jetzt hinter Schloß und Riegel. Hannover, Schewat 5632. Orsa my pco-sv) heißt es in mehreren Stellen im Midrasch. Dieser Pflicht trage ich hiermit mit inniger Freude Rechnung, indem ich den geehrten Lesern Ihres geschätzten Blattes mittbcile, daß Herr Banquicr Koßmann Bereud zur Anschaffung der fehlenden ched in der hiesigen Michel- David'schcn Gelehrten-Stiftuug 300 Thlr. als freiwillige Spende dem Stifts-Rabbiner-Colleginm gegeben. Unsere Stiftung besaß einst die interessantesten und wichtigsten WKke der talmudisch-rituellen Literatur, die auf eine cigcnthümlich geheimnißvolle Weise der Bibliothek verloren gingen. Wer mit den localen Verhältnisscn vertraut ist, kennt zwar die Lösung dieses Problems, will aber, der Welt gegenüber, diesen Schleier nicht lüften, um nicht durch "die richtige Darstellung geschehener Thatsachcn einen Chillul Haschem hervorzuxufen. Und so wollen auch wir vernünftiger Weise für ewige Zeiten ein tiefes Dunkel darüber schweben lassen. Nun ist allerdings das Wohllöbliche Curatorium, von dem Gesichtspunkte ausgehend, daß ein gemeinschaftliches Studium ohne reichhaltige Büchersammlung nicht gedeihen kann, bemüht, die Lücke nach und nach auszufüllcn, Herr Koßmann Bcrcnd aber als Mann, der selbst ein oan TO'-n ist, hat eingeschcn, daß uns die unentbehrlichsten O'pOw, O'jrm-i D’JirNB d"p ’itnso naipni , fehlen, und überraschte uns mit dem Geschenk von dreihundert Thalern zur Beschleunigung des Kaufes, wofür wir ihm hier öffentlich unfern tiefgefühltesten Dank aussprechcn. Möge cs diesem liebenswürdigen Greise, auf den wir mit Recht den Salomonischen Spruch: mtfön rnay Nüon np-ia yna ,naw anwcnden können, noch bis in sein spätestes Alter vergönnt sein, die jüdische Wissenschaft im streng religiösen Sinne zu fördern, ron mina D'pD?y vjb ^aai raa. Dr. Elias Pleßner, Stiftsrabbiner. Schweiz. . d Der Ständerath setzte die Revisionsberathung fort, und trat dem Nationalrathsbeschluß, betreffend die Unverletzlichkeit der Glaubens- und Gewissensfreiheit, sowie die freie Ausübung des Gottesdienstes mit 38 Stimmen bei. O e st e r r. - U n g a r i s ch e M o n a r ch i e. Wien. Es dürfte unseren Glaubensgenossen nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß auch in fernen Landen und zwar an der südlichen Grenze Ungarns eine jüdische Gemeinde blüht **), die mit Recht my t>np jvw’ genannt zu werden verdient. Es ist die deutschsephardische Gemeinde in Semlin nächst Belgrad. Ich hatte dieser Tage Gelegenheit, höchst Erfreuliches über die dortigen religiösen Gemeinde-Zustände zu hören, und bin gern bereit, dem geehrten Leser Einiges zu reproduciren. Glaubenstreue Jchudim gab es wohl in dieser Gemeinde von jeher, doch im Allgemeinen brach sich der religiöse Sinn nur laugsam Bahn, und das Terrain für onon nir'cai min war nur sehr schwach bestellt. Dieser Umstand fand einfach darin seine Begründung, daß cs der Gemeinde seit geraumer Zeit an einem Iinpuls gebrach. Das Oberhaupt mangelte «d »an pjo N”n -jZ>. — Nun aber traf der dortige Vorstand vor einem Jahre die vortreffliche Wahl, indem er Hrn. Samuel D. Tauber, Rabbiner zu Groß - Kikunda, für seine Gemeinde gewann Derselbe, ein Preßburger, *) In dieser Gegend eine Seltenheit'.

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