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Der Israelit · 1872-02-28 · Heft 9 (28.2.1872) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 9 (28.2.1872)
Date
1872-02-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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185 len zu besitzen, und sich nicht wenig auf seine „Civilisation" zu Gute thut. Auch die „Blutsverwandtschaft" mit den großen Römern tragen uns die walachischen Helden, die sich ihre Sporen bei den Mißhandlungen jüdischer Weiber und Kinder verdienen, beständig auf der Trüffel entgegnen. Sie nennen sich fa selbst noch „Römer" und äffen in allem Aeußerlichen und Schlechten Paris und die Pariser nach, für deren.würdigste Schüler und Jünger sie sich halten. Welcher Kontrast ist das aber, einestheils die „Franzosen des Ostens" sein zu wollen und andererseits Raub, Plünderung, Todtschlag und Mord nicht etwa vereinzelt, sondern im Großen, nach einem bestimmten Systeme und in regelmäßiger Wiederkehr zu betreiben? Auch sind die Opfer nicht ' etwa fremde Eindringlinge, welche den Segen der Heimat zum Nachtheil der seßhaften Bevölkerung ausbeuten, sondern ruhige und friedliebende Menschen, die gewöhnlich seit vielen Generationen erbangesessen in Rumänien Hausen und zu den pünktlichsten Steuerzahlern gehören. Wozu erhebt sedoch der Staat die Steuern, wenn er nicht einmal Leben und Eigenthum der Steuerträger zu schützen vermag? — Die rumänische Negierung war daher verpflichtet, mit dem ganzen Aufgebot ihrer Macht den Juden gegen die Vergewaltigungen, denen sie ausgesetzt sind, nachdrücklich beizustehen. Als schon vor Jahren die Judenhetzen begannen, hätte gleich energisch zur Abwehr des Frevels geschritten werden sollen. Wenn das erste Attentat gegen die bürgerliche Sicherheit der Judengemeinden, auch das einzige geblieben wäre, dann wäre es ein bloßes Unglück für Rumänien gewesen; die Wiederholung und Erneuerung des Skandals wird aber zur Schmach, zum unauslöschbaren Brandmal für das Rand, wo dergleichen möglich und immer wieder möglich ist. Wir begreifen, daß die Erbärmlichkeit dieser Zu stände endlich auch die Galle der Diplomaten erregen mußte. Schon die vorausgegangenen Judenkrawalle haben die Vertreter der Mächte, namentlich Oesterreich-Ungarns bestimmt, ihre Vorstellungen und Mahnungen in Bukarest zu erheben. Geholfen hat es zwar nicht viel, aber die verschiedenen „Rothbücher" waren um einige Depeschen reicher, aus welchen mit Beruhigung entnommen werden konnte, daß das traurige Schicksal der rumänischen Juden lebhafte Sympathie auf unserem Ballhausplatz erweckt hatte. Jetzt verlautet wieder von Kollektivschritten der Konsuln in Bukarest, veranlaßt durch die jüngste Hetze in Jsj mail und von einer ernsten Mahnung der Pforte.! Offenbar wird es auch schon den Türken zu arg, wie j in dem „civilisirten" Rumänien mit braven Staatsbürgern umgesprungen wird. Der „barbarische" Türke meint, es wäre endlich Zeit, daß die Herren der Bukarester Regierung zum Rechten sehen und dem Unwesen ein Ende machen würden. Und wir meinen es auch. (F.-Bl.) Wien. Der Leitartikel in Nummer 7 Ihres geschätzten Blattes behandelt das pro und contra zweier Correspondenzcn, wovon elftere von mir gezeichnet, letztere aber — nicht ohne Grund — anonym gegeben ist. Nicht aus Mangel an Ueberzeugung, welcher dieser beiden Berichte die Wabrheit in sich bürge, legten Sie dieselben in die Wagschale des llrtheils, sondern oieimehr, um diesem Anonymus begreiflich zu machen. wie ein Jehudi das nw p-yi px bei gewissen Momenten im Leben erfüllen kann. Sie haben nicht ermangelt, der Situation in hiesiger Gemeinde, resp. was es mit den gefaßten Reform-Beschlüssen für ein Bewandtnih habe, einen gebührenden Eommentar zu widmen. und haben schließlich durch Ihre krärtigen Worte die Bahn bezeichnet, von welcher es heißt: wd' o*pnB r,z che P' a-yenn r,2. Mögen Ihre owyvn D’pn 2V.-I auch p°ch e’Djdj fein, und so wie dieselben allerseits gewürdigt, auch bethäligt werden. Der mir widersprechende Korrespondent zeiht mich des einseitigen Vorgehens, indem er sagt: Man hält sich an eine Seite - - an die Orthodoxie nämlich — mm denn, es ist das vollkommen wahr; so ift's — Jeder gehört ja nicht zu jenen crs'yE Py otiD'.b. Die. um da und dort ihr Ansehen zu wahren, eine Doppelzunge besitzen, und überhaupt den Mantel nach dem Winde drehen. Jetzt heißts: Farbe bekennen: ich.-i ex ~.-x : D. Skudezky. D o li a li f ü rstenthü 11t c r. SRufareft, 20. Febr. Der Vertreter Englands erklärte dem Ministerium, er sei von seiner Regierung beauftragt, Garantien dafür zu verlangen, daß geeiguete legislative Maßregeln zur Verhinderung weiterer Ausschreitungen gegen Juden in Rumänien getroffen werden. F rank r e i ch. Lyon. Bei seiner Durchreise durch Lyon hatte der Kaiser von Brasilien auf die Nachricht, daß gerade ein Franzose Namens I. Noral, der in Brasilien seinen Wohnsitz hat, sich an diesem Tage mit Fräulein David aus Lyon verheirallic, den Wunsch geäußert, das junge Ehepaar zu beglückwünschen. Da er selbst der Trauung in der Synagoge nicht beiwohnen konnte, so sandte er seinen Premierminister und die erste Ehrendame der Kaiserin zu dieser Ceremonie Den am Abend ftattgesundenen Ball beehrte der Kaiser mit seiner Gegenwart und sprach dem jungen Ehepaar persönlich seine herzlichen Glüchwünsche aus. (Rev. isr.) Spanien und Portugal. Lissabon. Dem Un. isr. wird von hier geschrieben, daß es in mehreren Städten Portugals noch

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