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Der Israelit · 1872-02-21 · Heft 8 (21.2.1872) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 8 (21.2.1872)
Date
1872-02-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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158 w \ , ' WMMWWWWWWWW» Classen, sowie ein vorurtheilsfreies Bild der zwei großen politischen Parteien zu entwerfen. Burkareft, 14. Febr. Die Consuln überreichten der Regierung eine Collectivnote, in welcher sie, unter Anerkennung der Seitens der Regierung gleichzeitig getroffenen Maßregeln, Schutz für die bedrückten Israeliten fordern. — Zn Galatz wurde ein Versuch, die Ruhe zu stören, unterdrückt. Rußland. Petersburg. Die „Neue Zeit" will erfahren haben, daß die Commission, welche das neue Project über die allgemeine Wehrpflicht auszuarbeiten hat, im Princip den Satz angenommen, daß die Juden, welche ihrem Bildungsgrade nach ei« Anrecht auf Beförderung Offiziersrang besitzen, in ihren Rechten mit den Christen gleichgestellt werden sollen. Palästina. Jerusalem. Die „R. fr. Pr." reproduzirt ein Schreiben des bekannten Reisenden und Alterthumsforschers Henry Lumley aus Jerusalem vom 29. November 1871, worin über einen soeben im Moabiter- Lande aufgefundenen Jnschriftstein, aus den Zeiten Moses herrührend, also berichtet wird: „Es ist mir gestattet worden, ihn zu untersuchen, und ich muß sagen, er trägt alle Zeichen des Alterthums und der Wahrheit an sich. Er mißt auf der Oberfläche 36 Zoll, bei einer Breite von 18 Zoll, ist von hartem, dichtem Granit und enthält sechs Zeilen geschriebener Charaktere, welche in Form mit den sinaitischen (?) Lettern fast identisch sind. Noch ist kein werthvolleres Denkmal über in der Bibel mitgetheilte Thatsachen aufgefunden worden, indem es in einem mit den Ereignissen, über die es berichtet, fast gleichzeitigen Momente gemacht ist; ja. es dürfte von nachhaltigerem Interesse sein, als der Moabiterstein, denn es enthält den Namen des Moses, der die Inschrift selbst angeordnet, gesehen und gebilligt haben dürfte, als ein Erinnerungszeichen an die Eroberung Moabs durch Israel unter ihrem großen Führer, und überdies ist der Stein , soweit es sich um die Inschrift handelt, in vollkommen gutem Zustande. Er wurde durch Beduinen-Scheiks aus den Ruinen (oder dem Damm) der Stadt Medebäh gebracht, welche 7 (englische) Meilen südlich von Hesbon, 15 Meilen nördlich von Dibon und ungefähr 45 Meilen gerade östlich von hier liegt. Die Schristzeichen, welche sehr deutlich und beinahe vollkommen erhalten sind, lauten übersetzt wie folgt: „Wir vertrieben sie — das Volk von Ar- Moab im Marschlande; da brachten sie ein Dankopfer Gott, ihrem König, und Jcschurun frohlockte, wie auch Moses ihr Führer." Die Uebereinstimmung mit den diesbezüglichen Berichten im Pentateuch und im Buche Josua ist kaum zu verkennen. Die auf dem Steine erwähnte Stadt Ar-Moab liegt in dem Delta, welches durch die beiden Flüffe gebildet wird, die hier in den Arnon fließen. Das „Ar-Moab im Marschlande" des Steines scheint identisch zu sein mit „Stadt, welche mitten im Flusse", welche im Buche Josua erwähnt wird. Ich habe von den Schriftzügen eine Kopie gemacht und bringe ste nach England, zugleich mit den Kopien der Erklärungen von Leuten hier, welche die Geschichte des Steines kennen." Feuilleton. Süß Oppenheimer. VIII. Es waren ganz eigene Gefühle, die Süß Oppenheimer bestürmten, als er bergauf bergab durch die hügeligen Straßen der Stadt fuhr, nach der er sich nannte und in welcher er seine erste Jugend verlebt'' hatte. Von allen Seiten kamen die Bewohner des Städtchens zu laufen, um die Equipage anzustaunen, und als nun gar die Kutsche vor dem Hause des Rabbiners hielt, da erreichte die Neugierde der Kleinstädter den höchsten Grad. Unbekümmert um die gaffenden und flüsternden Leute sprang Süß aus dem Wagen und trat in das ihm so wohlbekannte Häuschen. Er öffnete ohne anzuklopsen das Zimmer, das er als das Wohnzimmer seines Onkels kannte — aber wie geblendet fuhr er zurück. Ein junges Mädchen trat ihm entgegen. Süß schrie laut auf. „Mutter, Mutter!" rief er, „bist Du von den Todten erstanden!" Das junge Mädchen, blickte ihn erschreckt und fragend an. Süß faßte sich schnell. „Verzeihet, werthe Jungfrau," sagte er, „Ihr gleicht so sehr einer mir theuren Verstorbenen, daß Ihr mich im ersten Angenblicke erschreckt habt. Doch ich betrachte es als ein gutes Vorzeichen, daß mir das Bild meiner Mntter, wie es aus den Zeiten meiner frühesten Kindheit in meinem Gedächtnisse lebt, an der Schwelle dieses Hauses entgegentritt. Ich wünschte den Rabbi zu sprechen; wo finde ich ihn?"

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