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Der Israelit · 1872-02-21 · Heft 8 (21.2.1872) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 8 (21.2.1872)
Date
1872-02-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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167 werden wir uns künftighin um die neuen vulgo Modern- Religiösen nicht mehr kümmern, und uns ganz bescheiden in unfern Kreis zurückziehen. - „Das verwaiste Jerusalein; der verstoßene er ist geborgen, er befindet sich.unangetastet in unseren Händen , und wir drücken ihn so lange inniglich an unsere Brust,, bis die darin verzeichneten Worte uni'Vj pp} und Dut»n D'orro “p*y in Erfüllung gehen werden. D. Skudezky. Donaufnrstenthümer. Bukarest. Ueber eine Unterredung eines Amer. Correspondenten, der durch Cousul Peixotto eingeführt wurde, mit dem Fürsten von Rumänien, berichtet die „Rum. Post" in Bezug auf die Juden Folgendens: Correspondent. Und wie verhält cs sich mit den Judenverfolgungen? Fürst. Sie sind nicht aus religiösem Fanatismus entstanden, sondern von Demagogen für niedere politische Zwecke künstlich erzeugt worden. Wenn die Principien der Oekonomie hiev besser verstanden sein werden, dann werden die falschen Lehren den verderblichen Einfluß, welchen sie bis fetzt ausgeübt, verlieren. Es ist mein Wunsch, daß gleiche Rechte allen geborenen Rumänen, ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses zu Theil werden. Die Verfassung gewährleistet völlige Gewissensfreiheit. Wir hatten viele Kämpfe zu bestehen; seit dem letzen Frühling hat sich jedoch ein neuer frischer Geist im Lande Bahn gebrochen. Mein Cabinet besteht aus Männern^ welche nicht nur von der höchsten Vaterlandsliebe beseelt stnd, sondern auch Intelligenz und Gerechtigkeitssinn besitzen, was für die Zukunft vielversprechend ist und die Ruhe des Landes hergestellt hat. Die fähigsten Mitglieder der gesetzgebenden Kammern und das Vertrauen des Volkes unterstützen das Cabinet. Correspondent. In den vereinigten Staaten gehören die Israeliten zu den geachtesten und einflußreichsten Bürgern. Jedes Amt ist ihnen offen und es ist durchaus nicht unmöglich, daß ein Jude über kurz oder lang, sogar zum höchsten Magistrat eines aus 40 Millionen der freiesten und unabhängigsten Bürger bestehenden Volkes, gewählt werde. England zählt acht ausgezeichnete Parlamentsmitglieder-, die Juden sind und die Königin-hat erst neulich einen Israeliten zum Generalstaatsanwalt und Mitglied ihres Cabinets ernannt. Einer, von Fürst Bismarcks Vertrauten ist der Jude LaSker, einer der bedeutendsten Politiker Deutschlands. Frankreich hat seit dem ersten Napoleon den Israeliten nicht nur alle politischen und civilen Rechte ertheilt, sondern sein Budget trifft für den Unterhalt der Synagoge eben sowohl Vorsorge, wie für die Kirche. Spanien, welches Jahrhunderte hindurch die Juden verbannt hatte, erließ unter Prim ' Gesetze, welche dieselben wieder aufnehmen und König Amadeus ging noch weiter, indem er Denjenigen die darum einkämen, Bürgerrechte ertheilte. Fürst. Es gibt nicht den kleinsten Grund, warum nicht alle Leute ohne Ausnahme unter jenen Beschränkungen, welche jeder Staat dem Wahlrechte aufzulegen für Recht befindet, zur Ausübung der politischen und civilen Rechte zugelassen werden sollten. Dieser Frage wird jene Aufmerksamkeit zu Theil werden, welche sie verdient, und wird mein Volk, wenn es die Weisheit und Gerechtigkeit dieses Vorgehens einsehen wird, sich nicht weigern, Andern jene Privilegien zu ertheilen, auf Grund deren wir selbst unsere Autonomie und die Freiheit unserer inneren Angelegenheiten in Anspruch nehmen. Dies entspricht den höchsten Vorschriften der Aufklärung und des Fortschrittes. Correspondent. Der beste Beweis für die Capacität eines Volkes zum Selfgouvernement, liegt in dem Bekunden richtiger Principien der Gerechtigkeit und Moralität. Ohne diese vermag oder verdient keine Nation zu bestehen. Fürst. Möge die Welt uns nicht zu strenge beurteilen. Ich habe wie andere in Rumänien, meine Augenblicke wehmüthiger Zweifel gehabt. Zeit und Erfahrung geben mir nun die sichere Hoffnung einer glücklichen Zukunft für das Land, welches mich adopirt hat und für dessen Wohlfahrt ich bereit bin, mein Leben einzusetzen. „Ich bin glücklich", fügte Se. Hoheit, an Herrn Peirotto sich wendend, hinzu, „daß Ihr großes Land, dessen Institutionen und Volk wir Rumänen so bewundern, einen Vertreter unter uns hat, dessen hoher Gerechtigkeitssinn nicht ermangeln wird, für die Schwierigkeiten unserer Situation Zeugniß abzulegen. Rumänien liegt eben zwischen drei großen Reichen, von denen unser Volk in allen Zügen der Individualität und der Race abweicht und wir können selbst auf dem besten Wege zu einer großen Zukunft, diese nicht erkämpfen , ohne jene bitteren Lehren der Erfahrung, welche von dem Leben jeder jungen Nation unzertrennlich sind." Hier erhob sich Se. Hoheit und wir nahmen Abschied unter dem liefen Eindrücke der intelligenten und gerechten Anschauung des jungen Fürsten von Rumänien. Ich muß es meinem nächsten Briefe Vorbehalten, die Art und Weise zu besprechen, wie das rumänische Volk den Charakter und die Regierung des Fürsten beurtheilt und eine Skizze der verschiedenen

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