Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1872)
- Date
- 1872-02-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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139 ah'ifü’S. Ganz besonders haben die Missionäre der Berliner Missionsgcsellschafl es sich seit langer Zeit angelegen sein lassen, diese dunkle Mähr aufzuklären und die Ruinenfelder womöglich selbst zu besuchen. Ohne dast ihnen dies nun bisher möglich geworden wäre, haben sie trotzdem nicht unwesentlich dazu beigetragen. dast der durch seine bisherigen Forschungen und Arbeiten höchst verdienstoolle deutsche Reuende Carl Mauch im vergangenen Herbst sein längst beschlossenes Borhabeil aussühren lind eine Reise bis zu diesen uralten Bauten unternehmen konnte. Priese und Karten von diesem unermüdlichen und ausgezeichneten Forscher aus Zimbabve vorn 13. September 1871, die durch gütige Vermittelung der Herren Missionäre Grützner und Merensky in meine Hände gelangt sind, bestätigen, Last Mauch ausgedehnte Bauten und Ruinen von sehr hohem Alterthum wirklich ausgenrnden hat. Zimbabye ist eine dieser uralten Ruinenstätlen und liegt nach Mauch's astronomischer Bestimmung in 20° 14' s. Br. 31° 48' ö. L. von Gr., gerade westlich von dein Hasenplatz Sofala und nur 41 deutsche Meilen in gerader Linie davon entkernt. Dies stimmt mit der Angabe des portugiesischen Schriftstellers Tos Santos, Last die Portugiesen 200 Seemeilen westlich von Sofala im Goldlattde (tvacto do ouvo) umfangreiche Acauerwerke vorgefunden hätten. In der 9tähe von Zimbabye fand Manch auch Alluvialgol^. welches er selbst zu waschen und zu sammeln hofft. Tie Ruinen bestehen aus Trümmern. Mauern :c. bis 30 Fuß hoch. 15) Just dick und 450 Fuß im Durchmesser. einem Tburme :c. Tast sie alle ohne Ausnahme aus behauenem Granit ohne Mörtel anfgesührt sind, deutet allein schon auf ein hohes Alterthnm: die von Mauch eingeschickten Zeichnungen von Berziernugen an den Ruinen lassen aber kaum noch einen Zweifel darüber auskommen, das; sie weder von Portugiesen noch Arabern, dagegen von den Phöniziern, von den Leuten der Salomonischen Oplünahrcr. herrühren können. Jedenfalls haben diese Verzierungen nichts Portugiesisches oder Arabisches an sich, sondern deuten aus viel frühere Zeiten. Die jetzige Bevölkerung bewohnt diese Gegend erst seit 40 Jahren. sie halten diese Ruinen heilig und nehmen insgesammr fest an. dast weifte Men'chen einst diese Gegend bewohnt haben, was auch aus Spuren ihrer Wohnungen und eisernen Geräthschaften, die nicht von Schwarzen angefertigt 'ein können, hervorzugehen scheint. Mauch hatte nur erst eine der Ruinenstättcn besuchen und untersuchen können, und zwar nur erst ganz flüchtig; 3 Tagereisen nordwestlich von Zimbabye liegen noch andere Ruinen, unter denen sich nach der Beschreibung der Eingeborenen u. a. ein Obelisk befinden soll.; Manch hoffte die ganze Gegend auf's Genaueste durch-! forschen zu können: dieselbe ist sehr 'chön. har übor 4000! Frist Meereshöhe, ist wohl bewässert, fruchtbar und dickt bevölkert von einem fleißigen und friedlich gesinnten Stamm der Makataka, die Ackerbau und Viehzucht treiben. Reis- und Kornfelder, Rinder-, Sckck- und Ziegenheerden haben. Hoffentlich findet Mauch bei feilten weiteren und eingehenderen Untersuchungen noch viele andere Anhaltspnnkte über den Charactcr und Urchrnng duster merkwürdigen uralten Ruinen. Ob dieselben schließlich sich wirllch als das biblische Ophir erweisen oder nicht, soviel ist sicher, dast die vorläufigen Bekunde es schon jetzt mehr als je wahrscheinlich machen, dast die Salomonischen Oplürsahrten mit Sofala zmammmlüngeu. Die Schifffahrt von seinen Häfen im Rothen Meere längs der ostakrikau scheu Küste er'cheü'.t für die damaligen Mittel der Navigation nabe liegend, die für Hin- und Rückfahrt gebrauchte Zeit von 3 Jahren zutreffend; gewiß ist. dast sich die Seesahrtert der Phönizier südwärts ei streckten und dast Afrika den wohlbegründeten Ruhm eines Goldlandes feit den ältesten Zeiten hatte. Die Gegenwart liefert den besten Beweis, dast die Schiffe Satomo's, tim Gold, Edelsteine rind Elfenbein zu holen, nur der Küste südwärts zu folgen brauchten. Die Diamantenfelder Südafrika's stellen gegenwärtig alles Andere der Art in den Schatten, und was Elfenbein anlangt, so hat Afrika auch stets größere Quantitäten auf den Weltmarkt geliefert als andere Länder. Kurzum, zu den Quarzgold - Feldern, dem neuerdings von Button ’ und Manch entdeckten Alluvialgold und der noch immer wachsenden Wichtigkeit der Diamantenfelder scheint sich für das Innere von Südafrika nun auch noch das Qphir König Salomo's zu gesellen. Eine archäologische Erpedition direct nach dem Hafenplatze Sofirla urrd dann nur einige 40 deutsche Meilen ins Innere würde bald volles Lickt darüber geben. Inzwischen können mit jeder Post, die freilich alle vier Wochen nur einmal gebt, von Manch neue Rachrichten eintreffen. Tie practischen Engländer haben ihre Caplaud- Befitzungcrt gleich nach Norden weiter geschoben und das bisher dem Orangefluß-Freistaat und der Transvaal- Republik gehörige Territorium der netten Diamantenfelder in naivster Gemütbsruhe zu annectiren gewußt. "Vivat sequens und Vivat Carl Manch, der deutsche Pionier! Gotha. A. P et ermann (Trdaskalia).