Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1872)
- Date
- 1872-02-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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140 ANZEIGEN. (G ingesandt.) Seit acht Tagen befindet sich eine Frau in Kassel, welche es ganz gut versteht, das jüdische rvjom für sich zu gewinnen, aber nicht würdig ist, daß Der, welcher noch ein jüdisches Herz hat, ihr auch die kleinste Gabe reicht. Dieselbe gibt vor, eine Französin zu sein; im letzten Kriege aber habe sie ihren Galten und ihre beiden Söhne verloren, ihr Haus habe sie nur als Aschenhaufen wiedergefunden. 9hm vergießt sie ein halb Liter Thränen, bittet, sich einer armen jüdischen Wittwe zu erbarmen und — das jüdische Herz und das jüdische Portemonnai sind gleich zu helfen bereit. Als meine Schwester die Arme klagen hörte, kam dieselbe weinend nach Hause, machte sofort Geld zusammen und binnen einer Stunde war diese Wittwe im Besitze von acht Thalern. Wir verlangten nun, daß dieselbe in ein jüdisches Gasthaus gehe, was sie aber nicht that. Sie befindet sich heute noch in einem christlichen Gasthause, aß gestern Abend ihre Bratwurst und Kartoffeln, dann trinkt sie ihren „Schoppen", erzählt den Gästen recht derbe Geschichten, wobei fast jedes dritte Wort ein „G. verdamm" ist, und andern Tages findet inan sie wieder vor jüdischen Thüren, wo sie ihre Krokodilenthränen vergießt. Ich bitte daher meine Glaubensgenossen, wenn sie demnächst in andere Orte kommen sollte, ihr nH'va -Dn würdigeren Personen zuzuwenden, nicht aber einem Subjekt, dem wir die Mittel gegeben, vzo leben zu können und das nun unsere Unterstützungen in Schweinebraten, Bratwurst u. s. w verzehrt. Kassel, am 1. Februar 1872. Rudolf Rosenbaum, n'V'ff. Zur Abwehr von gewisser Seite 'gegen mich und mein Geschäft geschleuderter und bereits "in gewisse Kreise gedrungener Verdächtigungen sehe ich mich zur Beruhigung des besser denkenden Theils unserer verehrt. Glaubensbrüder zu folgender Darstellung des wahren Sachverhältnisscs veranlaßt. Als vor einigen Jahren einige Faß Wein, die durch mein damaliges Hans in Frankreich nach Hamburg versandt wenden, wegen mangelhaster Versiegelung von dem dortigen Herrn Ober-Rabbiner mit Recht beanstandet und in Folge dieser mir heute noch räthselhaften Unterlassung das Vertrauen auf nruto der Weine mir entzogen wurden, gab ich meine Beziehung mit jenem Hause natürlich auf und ließ in Bordeaux selbst bei einem sehr achtbaren jüdischen Hause mit Zuziehung ausschließlich jüdischer Arbeiter unter steter Aufsicht einer eigens hierzu als -\nw genommenen ptmoi jow w'x meine Weine nach allen Anforderungen pot ma anfertigen, während man ungeachtet dessen von gewissen Seiten bemüht war, nicht allein meine mit aller Gewissenhaftigkeit zu Stand gebrachten Weine, sondern auch uteiucit persönlichen religiösen Ruf unter dein Deckmantel der Frömmigkeit zu verdächtigen. Von vielen meiner verehrt. Geschäftsfreunde, welche meine streng religiöse Lebens- und Handlungsweise längst kennen, wurde ich hierauf angegangen, das eigentliche Sachverhältniß in seiner ganzen ungetrübten Wahrheit zu veröffentlichen, ich aber hielt stets und unter allen Umständen an dem Grundsätze fest: „Thue Recht und lasse sie sagen." Erst nachdem diese hämischen, auf Kosten der Wahrheit ausgestreuten Gerüchte selbst auf hiesigem Platze mir zu Ohren gekommen und meinen Geschäften wesentlichen Nachtheil gebracht, hielt ich es im Interesse unseres verehrt. wahrhaft religiösen Publikums und zur Wahrung meines persönlichen Rufes für geboten, hiermit zu erklären: daß ich heute wie früher auf die vorurthcilsfrcie Stimme aller wahrhaft Frommen dahier und ganz besonders auf Se. Ehrwürden unseres Herrn Rabbinen Hirsch '"j mich berufen tarnt, welcher Letztere obgleich nicht in der Lage ist, directe nny auf meine Weine geben zu können, dennoch aber hinsichtlich meines religiösen Charakters auf gef. Anfrage gerne sich bereit findet, gütigst Auskunft zu ertheilen. Jedem 'in', welcher auf "P2po ")tco i" in, kann ich solchen von mir P'td wvn cn? mit aller Beruht g u n g des Gewissens sowohl von meinem Hause direct aus Bordeaux oder von meinem hiesigen Lager unter Zusicherung reellster Bedienung und reinster Qualität bestens empfehlen. I. S. Alexandre, Weinhandlung in Frankfurt a. M. Israelitisches Töchter-Institut in Frankfurt a. M. Profpecte und Angabe von Referenzen ertheilt Die Vorsteherin Dorothea Zaphet. üü