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Der Israelit · 1872-02-14 · Heft 7 (14.2.1872) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 7 (14.2.1872)
Date
1872-02-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 Spitzer gesprochen, von dauernder Wirkung sein wird. Auf. Brüder! schaaren wir uns um den Mann, der unser Panier so hoch emporhält; durch die Niederlegung seines Postens leuchtet er uns als Muster für die Opferwilligkeit voran, zu der der Jude um der Thora willen verpflichtet ist; er wird uns zeigen den Weg. den wir zu wandeln, er wird uns lehren, was wir zu thun haben. Oder wollten wir ferner noch die Erniedrigung ertragen, daß mit unserem Gelde Institution erhalten werden, die dem Höchsten Hohn sprechen? daß wir Beamte besolden, die das Heiligste mit Füßen treten? Aus der Sklaverei der Pharaonen rettete uns Gott mit starker Hand; aus der Sklaverei der eigenen Stammesgenossen müssen wir uns selber retten, weil wir nur zu wollen brauchen, um frei zu sein — Sollen die Kuranda's. Szanto's und Konsorten, sollen sie ferner noch über die Devotion Lriumphiren, mit der orthodoxe Juden sich von den jüdischen Feinden des Judenthums beherrschen taffen'? — Leicht ist cs uns, von dem Drucke jener Thoraleugner uns zu befreien; wir brauchen nur ernstlichen wollen, brauchen nur als Männer, als jüdische Männer anfzutreten. um in kürzester Zeit als selbstständige Gemeinde constiluirt zu sein, und für uns und unsere Kinder die Thora zu retten, die der gegenwärtige hiesige Cultusvorstand „zum Aufrechthalten der Einheit" in den Staub zu treten sich erfrecht. D o n a u f ü r st e n t h ü nt e r. Bukarest, 1. Febr. In der Moldau hat in den letzten Tagen des verflossenen Monats eine neue Judenverfolgung stattgefunden. Wie der „Times" aus Konstantinopel telegraphirt wird, war Ismail der Schauplatz dieser beklagenswerthen Auftritte. während deren mehrere der Verfolgten getödtet und viele verwundet wurden. Vierzig Juden flohen vor der Wuth der Volksmenge über die Donau nach Tultsch. wo die ottomanischen Behörden im Gegensätze zu den christlichen Nachbarn sie freundlich aufnahmen. Der Anlaß zu der Verfolgung soll die Entdeckung eines Diebstahls gewesen sein, den ein Jude in einer Kirche begangen hatte. H o l l a n d. Amsterdam. Einer unserer geachteten Glaubensgenossen hat den: Mädchen - Waisen - Verein 10.000 fl mit der Bestimmung übergeben. daß die jährlichen minien hiervon einem Waiieumädckcn zukommcn sollen. (N. I. W.) I r a u k r e i ch. Paris. Herr aOu Höment. Professor der Wissenschaften am israel. Seminar, wurde zum Juipector der Elementarschulen im Departement de la Seine ernannt. (Rev. Jsr.) Feuilleton. Aas Kotdtand Hphir der Aiöet und die neuesten G ltdeckungen von Kart Manch. Uever die Loealität des Ophir der Bibel, wo König Salomo vor beinahe 3000 Jahren ungeheure Massen von Gold. Elfenbein. Edelsteinen u. s. w. auf phönicischen Schiffen holen ließ, um feine ftaunenswerthen Prachtbauten in Jerusalem auszuführen, haben bekanntlich die ausgezeichnetsten Forscher viele Jahrhunderte lang ihren Scharfsinn ausgeboten, ohne bis jetzt zu einem befriedigenden Resultate gelangt zu sein. Die Einen suchten Ophir in Ostafrika oder Süd-Arabien, die Anderen in Indien oder Sumatra, noch Andere sogar in Westindien und Peru; nur soviel blieb einstweilen sicher, daß es sehr reiche Minen waren, aus denen das Gold herrührte. Als die Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Sofala kamen. fanden sie daselbst reiche Goldgruben vor. die schon seit undenklichen Zeiten bebaut gewesen waren, und bei diesen Goldgruben fanden sie Bauten und Ruinen, die, nach der einheimischen Sage, der Königin von Saba ihren Ursprung verdankten, Nach Lopez sollen sich sogar Eingeborene in Sofala gerühlnt haben, noch Bücher aus alten Zeiten zu besitzen, welche die Salomonischen OphirfahAm. bestätigten. Die ganze Literatur der Griechen und Römer läßt uns bezüglich dieses urältesten Völkerverkehrs im Stich und nur soviel ist aus den arabischen Schriftstellern (Masudi, Borisi) gewiß, daß nach dem Verfall der Phönizier die goldgierigen Araber diesen Verkehr durch das ganze Mittelalter fortsetzten und auf ihren Fahrten, selbst vom persischen Golf aus. weit nach Süden fuhren, und die Küste von Sofala häufig besuchten. Die portugiesische Herrschaft in Sofala ist seit langer Zeit nur ein Schatten ihrer frühreren Mach: und die in neuester Zeit gemachten Versuche, mit bewaffneter Hand wieder Boden im Innern des Landes zu gewinnen, endeten in schmählicher Niederlage. Auf den fernsten vorgeschobenen Posten europäischer Attsiedlungen im Caplande und der Transvaal-Republik hatte man seit einer laugen Reihe von Jahren vielfache Gerüchte erhalten von ausgedehnten Ruinen mit Tempeln. Obelisken, Pvramideu u. Y w im fernen Innern Süd-

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