Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1872)
- Date
- 1872-02-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Frankreich. Paris. Herr Alfred Meyer, Ex-Lieutenant, im 19. Bataillon der Nationalgarde ist zum Nitter der Ehrenlegion ernannt worden Er bat, schreibt das „Journal officiel," großen Muth bei der Arrestation des unglücklichen Generals Lecomte gezeigt. Dank seinen Anstrengungen sind sechs Osficiere, die von den Anführern der Jnsurrection gefangen genommen worden, wieder befreit worden. (Un. isr.) Paris. In der Sitzung des Munizipalrathes von Paris am 15. Dezember wurde ein Brief von Herrn Ad. Crvmieux verlesen, in welchem er zugleich 5200 Frcs. zur Vertheilung an 25 Familien von Pariser Soldaten, die als Gefangene in Dentschland gestorben sind, beigeschlossen habe. Danksagungen wurden Herrn CGmieur votirt. Wir wissen, fügt die „Rev. isr/' hinzu, daß von Herrn C. noch weitere Summen zur selben Verwendung in die Provinzen geschickt worden sind. Marseille. Ein israel. Kaufmann aus Tunis (Afrika) Namens Grego, wurde dahier ermordet, in viele Stücke zerhauen und in's Meer geworfen. Das unglückliche Opfer hatte weiter kein Unrecht begangen, als daß es in seineil commerciellen Unternehmungen reüssirt und dadurch den Neid seiner Freunde erregt hat. Der Leichnam, welcher am User des Di ittelländischen Meeres gefunden, wurde in Stücken gesammelt und auf dem israel. Friedhofe zu Marseille begraben. (Rev. Isr.) England. London. Während in Jspahan und andern Städten Persiens die Inden schrecklich durch die Hungersnoth leiden, ist bei den Israeliten m Bagdad kein Nothstand ansgebrochen Das „Board of Depnties“ hatte eine Summe Geldes für die Glaubensgenossen in dieser Stadt geschickt. Sir Moies Montefiore erhielt dieser Tage ein Schreiben von dem Vorstände daselbst, in welchen! dieser mittheilt, daß sie keiner Unterstützung bedürfen und darum die erhaltene Summe wieder zurücksenden. In der letzten Sitzung des Board zeigte Sir Moses .Montefiore telegraphisch an, daß er, sobald es seine Gesundheit erlaube, persönlich nach Bagdad zu reisen gedenke, um besser zur Linderung des Nochstandes der Glaubensgenossen in Persien wirken zu können. (Jew. Ehr.) Amerika. Washington. Die Eröffnungspredigt des Repräsentantenhauses in Washington wurde von Herrn Professor De Sola aus Montreal gehalten. Es ist zum Viertenmale, daß ein Israelit in dieser Eigenschaft fungirt hat und zum erftenmale, daß ein Fremder zu dieser Feierlichkeit berufen wurde. Prof. De Sola erntete allgemeinen Beifall. (Jew. Mess.) Nachschrift. NE» Mainz, 13. Februar. Wir waren heute wiederum so glücklich, an den Board ofDeputies (Präsident Sir Moses Montefiore) zu London zum Besten dev nothleidenden Israeliten in Persien zweihundert Pfund Sterling zu übersenden. Die Summe der uns für obigen Zweck gesammelten und übermittelten Spenden beträgt nunmehr 1 245 1. 8t. 1 8h. 7 p. (1 5,000 fl.) Gebe der allgütige Gott den edlen Spendern Seinen reichsten Segen! Feuilleton. Süß Hppenheiwer. vu. Süß begleitete den Prinzen nach Brüssel. Die Prinzessin Maria Augusta von Thurn und Taxis blieb hinter der Schilderung nicht zurück, die der Amsterdamer Correspondcnt von ihr entworfen hatte; sie machte einen so günstigen Eindruck ans Carl Alexander, daß er sich entschloß? um sie zu werben. Die Werbung des künftigen Erben von Württemberg wurde denn auch mit Freuden entgegengcnommen Die Verlobung und nicht lange nachher die Vermählung wurden mit großer Pracht gefeiert, und während Earl Alexander die Flitterwochen in Brüssel verbrachte, mußte Süß nach Frankfurt am Main reisen, um die für den Prinzen nothwendigen Gelder auszutreiben. Zum ersten Male seit zwanzig Jahren kam Süß wieder in die Gegend, in welcher er seine Jugend verbracht hatte. Sein Weg führte ihn durch Mainz. Er beschloß, seinen alten Freund, den Holzhändler Rabbi Löb, aufzusuchen. Wie so Vieles hatte sich doch zugetragen, seitdem er diesen in jenem einsamen Häuschen an der holländischen Grenze hatte