Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1872)
- Date
- 1872-02-07
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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122 Aus dieser Stelle geht zur Evidenz hervor (vergleiche den omn ibd Mi's zur Stelle), daß der Talmud Jeruschalmi ursprünglich in der Mischnah die Lesart a’noD gehabt und daß sie erst Rabbi Chona NonDx ndhd «’wp xbv aus der Mischna gelöscht hat. (Daß n^o dhd in Megilah 19b dem entgegensteht, hindert nicht, weil dort 2'nov r6'3* nicht ausdrücklich erwähnt, sondern nur aus dem pm herausgelernt wird). Wenn nun aber auch der Talmud Babli, die von Rabbi Hunna (oder Rabbi Chonah) gestrichene Lesart nicht vor sich hatte, so ist er doch deswegen nicht dessen Ansicht, da er in Peßachim 120 b ausdrücklich die Mischnah dort wie Rabbi Elasar ben Asarjah setzt. Wie richtig erscheint nunmehr die Decision des Rambam! Der Beweis von Toßaphoth. Peßachim 89a fällt nach unserer Lesart ganz weg; die Mischnah in Peßachim 120 kömmt wie ein ivr; die Mischnah Megillah 19 b ist dem pos des Rambam durchaus conform, während man nr^o ood in Sebachim 56 immerhin wie Abaja erklären und den Abwender als! navpa 'im betrachten kann. Der Beweis, daß Maii monides so lernt, liegt darin, daß er 'n "w 'a^n '? wohl "UTJm bu»Dn nicht aber msrn nruv noen! erwähnt.! Recapituliren wir das Ganze, so ergibt sich, daß! sich viermal njcpo ono vorfindet. worin direct oder indirect über die Zeit von btids Angaben gemacht werden. Die Mischnah in Berachoth ist nach der Lesart in unseren Talmudausgaben durch ihr Verschweigen von O'nvv nb'ax einer directen Zeitbestimmung für dasselbe gleich zu achten (vergleiche Toßaphot Peßachim 89 mit. ib'«n); die Mischnoth in Peßachim 120 und Sebachim 57 beschränken die Zeit ausdrücklich bis Mitter-! nacht; bleibt also einzig sür Rambam die Mischnah in j Megillah, aus der sich jedoch die Ausdehnung für die ganze Nacht lediglich auf emen pi'i beschränkt. Und nun kömmt Rambam und zieht für seine Entscheidung diese Mischnah den drei andern vor! Vergebens sucht ihn -non an zu Hilch. oVn c. 6. zu rechtfertigen, indem er sich auf Jebamoth 101b bezieht, wo die Gemara sagt, no, ono in '? na ,ono cpd \vn naa 'Dhd an'pn '!? no 'ono 'in denn das dhd in Megillah ist, wie bereits bemerkt, den andern nicht gleichberechtigt, und jeder Unbefangene wird die Entscheidung von Toßaphot vorziehen. Wie ganz anders gestaltet sich jedoch die Sache nach unserer Lesart! Da haben wir ein ausdrückliches BnD, in der ersten Mischnah in Berachoth, das zwar von Rabbi Chona gestrichen wird; allein der Talmud Babli erkennt die Gründe dafür nicht an. indem er die Mischnah in Peßachim 120 nicht wie Rabbi Akiba, sondern wie R. El. b. As. setzt, während sie nach R. Chona auch wie die Rabbanun (R. Akiba) kommen müßte; da Rambam nicht wie R. Gl. ben As. in Bezug auf a'T.n r» «aoa msn nrw hds .enscheidet, so geht' er ino'ifi^ wenn er die von R. Chona gestrichene Lesart als vollberechtigt anerkennt; dann aber entscheidet er wie nwo ono in nona, wozu rwwo ono in Megillah die Unterstützung liefert, wahrend ohd r»»o in Sebachim entweder wie "2« zu erklären oder wie ihre Gefährtin in Peßachim wie R. El. ben Es. zu setzen ist. Sicherlich hätten Toßaphot bei Kenntniß dieser uns vorliegenden Lesart ebenfalls wie Rambam entschieden, während sie so wahrscheinlich, wie etwa ms noa zum »o?itrn' die in Rede stehende Lesart als eine externe, auf die wenig Gewicht zu legen, betrachteten. Wir ersehen aus allem Dem, wie richtig unsre Alten urtheilten, wenn sie auf nnnsD widu ein besonderes Gewicht legten. Nachdem die Nummer bereits vollendet, haben wir noch manches Einschlägige gefunden. Davon nächstens s. G. w. Aas Sieb der Destalin in der Mischna?. n. Erfurt. In der wissenschaftl. Beilage zu Nr. 49 des „Jsraelit"citiren Sie eine Stelle aus Keüm Abschn. II Mischna 6 und machen dabei die richtige und zutreffende Bemerkung, daß das in Rede stehende Gefäß mit einem in der experimentalen Physik vorkommenden Spielzeug, das Sieb der Vestalin genannt, Aehnlichkeit haben d. h. nach demselben Gesetz vom Druck der Luft eingerichtet gewesen fein müsse, ohne jedoch auf die Etymologie des in der Mischna gebrauchten Wortes Tittros, so wie ans die Art des gemeinten Gefäßes näher einzugehen. Und doch scheint mir dies gerade von wesentlicher Bedeutung für das Verständniß, wenn wir nicht annehmen sollen, daß die beiden in ihren Ansichten divergirenden Tanaim ganz plan- und systemlos verfuhren. Ich habe daher mit lebhaftem Interesse obige Mischnastelle einer eingehenden Untersuchung unterzogen und erlaube mir hierdurch das gewonnene Resultat an die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen. Nach meiner Ansicht ist das Wort tixtqos von dem alten nicht sehr gebräuchlichen Stamm rgato bohren, stechen, die verstärkte Form tittqccm durchbohren, durchstechen u. s. w. Nach Thuc. 1,6, war Tittrös (nicht lerraQeq) ein mit vielen kleinen Fächern versehenes Flacon von Glas oder Porzellan, das mit einer wohlriechenden Flüssigkeit bis zum Rande gefüllt und deffen obere Oeffnung an einem langen engen Halse luftdicht verschlossen war. Solange diese Oeffnung verschlossen blieb, ließen die kleinen nadelstichartigen Löcher nichts von dem Inhalt wohl aber einen Wohlgeruch ausströmen. Die alten vornehmen Griechen trugen solche Fläschchen.