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Der Israelit · 1872-02-07 · Heft 6 (7.2.1872) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 6 (7.2.1872)
Date
1872-02-07
Page
– (sequence 21)
Language
German
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XIII Jahrgang. Wissenschaftliche Leilagt M Nr. k -es Äsraelit Oru attes Mauuscript des Hatvmd- Ierujchalmi. Vom Herausgeber. Bei der im Ganzen und Großen noch wenig vorgeschrittenen Kenntniß des Talmud Jeruschalmi und bei den vielen dunkeln Stellen desselben, welche der Aufhellung noch entgegenharren, ist die Auffindung oder ans Lichtbesörderung eines alten Manuskriptes deffelben au und für fich ein unschätzbarer Gewinn für die talmudische Wissenschaft. Wenn aber das Manuskript noch von einem Commentar eines hervorragenden, alten Gelehtten begleitet ist, so gewinnt die Wichtigkeit eines solchen Manuscriptes ganz ungemein an Werth. Der berühmte Reisende, Rabbi Jakob Saphir hat zwei Manuskripte aus Jerusalem mitgebracht, welche fick einst in der Bibliothek des CH ach am Asulai befanden; die Anfangsbuchstaben seines Namens «"i"'"n (Ehajim Joseph David Asulai) sind dem Einbande in Goldschrist aüfgedrückt. Die Manuskripte sind von der Hand des berühmten Rabbi Schalomoh Syrilaio nc?:? '? geschrieben, und von ihm sind die Commentare verfaßt. Der erwähnte Rabbi Salomo ist eine in der talmudischen Literatur wohlbekannte Persönlichkeit. Schon der berühmte Rabbi Samuel Medina (o“ief-nc), ein Zeitgenosse des Rabbi Joseph Karo («p*.' ro) und Lehrer des »urc cr6 und des ^Dr> r'Dsy, erwähnt ihn in der 40. Response zum Tur Joreh Deah. Auch der nicht minder berühmte Rabbi Bezalel Aschkenasi, der Sammler der nn3ipv ntrer, erwähnt ihn rühmend in seiner ersten Response. — Asulai nennt im Dprai Dtp (55.4r “py editio Wilna) den in Rede stehenden Commentar zum Jeruschalmi einen i)t**o ’jnom bntb „einen ausgezeichneten Commentar, der mir großen Genuß bereitet hat." Derselbe Rabbi Schelomoh Syrilaio hat auch einen Commentar zum Tractat „Jdioth" geschrieben und alle einschlägigen Stellen aus dem Talmud dazu gesammelt, und auch dieses Werk, ebenfalls der Bibliothek Asulais entstammend und wie das andere Manuskript von Rabbi Schelomoh eigenhändig geschrieben, liegt uns gegenwärttg vor. Wir «ollen uns jedoch heute nur mit dem Jeruschalmi-Manuscript beschäftigen. Dasselbe ist in Folio auf gutem, festem, statt glänzenden Pchpier geschrieben und sehr wohl erhalten. Die Vorrede mmmt 20 Blätter ein, das. Wett seÜ)ft 688. Die Mischnah und die Gemarah sind mit Quadratschrift in die Mitte des Blattes geschrieben; der Commentar in der sogenannten Raschi-Schrift, aber so, wie sie heute noch die Sephardim schreiben, an den Rand. Das Werk umfaßt die Tractate Berachoth, Peah, Demai, Kilajim und Schekalim. Der Verfasser macht in der Vorrede darauf aufmerksam, wie sehr fehlerhaft die meisten Je.uschatmi- Manuscripte sind und wie sehr er sich bemüht habe, einen fehlerfreien Text herzustellen; dann aber habe eres sich zur Aufgabe gemacht, die dunklen Worte zu erklären und die schwierigen Stellen zu erläutern. Schon gleich in der ersten Mischnah in r.izna stoßen wir auf eine ganz merkwürdige, von der unfrizen abweichende Lesart, die sich weder in unfern Mischnajoth, noch in den babylonischen, noch in den jeruschalmischen Talmudausgaben findet; es heißt dott nämlich: nbyv iy jrvso Q'riDfi cnaw D'3un iiapn nt>yr -y jmsD in« Di'? p^«jn -inon noy m»n noy. Diese Lesart ist um so auffallender, da der Talm. Babli Fol. 9a fragt: i'3'i wen ’jnp «? D'nqs nb’p« ib«i und in Folge seiner Frage unsere Mischnah wie Rabbi Elasar den Asarjah, die von ihm angefühtte Boraitha wie Rabbi Akiba setzt. Von wie weitgehender Bedeutung das ist, erhellt daraus, daß Toßaphot in Folge besten. Pesachim 89a init. i^?'r><i wie Rabb. Elasar den Asarja entscheiden, während Rambam die Halacha wie Rabbi Akiba praecifitt (Hilchoth v"p c. 8. §. 14), weßhalb n"n ihn zu vettheidigen nothwendig findet. Vergleiche zu Hilchoth o'Vn c. 6. §. 1. — Wir sehen also, daß die in Rede stehende Lesatt von der höchsten Wichtigkeit, ja selbst auf nr?n pos in unserer Zeit, man in«? 'p'S« n?o«;»jyp zu influiren in Stande ist. Wir müffen nunmehr auch erörtern, ob dieselbe Anspruch auf Richtigkeit hat. Daß der Talmud Babli diese Lesatt nicht vor sich gehabt. ergibt sich aus der obenangefühtten Mischnah zur Evidenz. Mit dem Jerrischalmi scheint es fich jedoch ganz anders zu verhalten. Wir lesen nämlich dott S. 13 Ausgabe Sitomir (kurz vor der 2. Halachah) i3?3 n «bi «pv'v jro»D D'nDo n?'3«i wn«) D'3?n ivpn i'dI ,0’nos nb'3« ppn p« ,inv.i noy n?y« iy pai D’nDD nb'3« «Jn \txo ,0'nov nV'3« 'Jn Mi n'« '3i ->D«) i'3^i ny?« 'i D'nDD n?’3« 'jn «bi ]«oi f«3 Diij’n «b Ivi?3) D’Hds nb'3« ]«3 n'?*) «ji.i «ddd mstn in« novn (d"p 'noe) .jwm ('noo 'd« D'i'H n«. *) Unser Manuskript hat »w> V.

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