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Der Israelit · 1872-02-07 · Heft 6 (7.2.1872) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 6 (7.2.1872)
Date
1872-02-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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J IUI u sv.iii I ^Hl,^W»ffWWWWWWW MWMMWUMflMWWWWMVWWMWVWW 1K6 und. Schulcommission, der jenseitigen Kammer folg^ndeD: „H datf nicht verkannt werden, wie beiEheschließungen, zumal in jüngeren Jahren, von der Leidenschaft — um nicht noch hinzuzufügen, von den Lockungen materiellen Votthctls — die Jnbettachtnahme des religiösen und confessionellen Elements leicht in den Hintergrund treten kann, welches dann doch später, wenn es sich von der Kindererziehung handelt, oder wenn Krankheiten, Unglücksfäüe, Alter oder tieferes Nachdenken die Ehegatten ihrer Religion wieder näher bringen und die Eindrücke der Kindheit in ihnen neuerwecken, zu einer Bedeutung erstarkt, die für den Einzelnen die Quelle von schweren Anfechtungen, für die Ehe selbst störend werden rann rc." Man kann zugeben, daß es für den Staat von seinem Standpunkte aus, wenn nicht überhaupt unzulässig, so doch sehr schwierig sei, über die unumgänglichen Bedingungen des zu fordernden sittlichen Wesens der Ehe ein selbstständiges Urtheil zu fällen. Gesetzt aber auch, daß er darauf verzichten müßte oder wollte, so bietet sich ihm doch gerade hier in der übereinstimmenden Beuttheilung jener Ehen seitens der betheiligten religiösen Confessionen ein sicherer und positiver Anhaltsunkt für sein eigenes Verhalten zu denselben. Mißilligen und verwerfen diese das in Frage stehende Connubium aus dem Gesichtspunkt des sittlich-religiösen Wesens der Ehe, so hat der Staat seinerseits wenigstens keinen Grund, die in diesem zusammentreffenden Anschauungen und Sitten der beiderseitigen Confesfionsangehöriqen zu mißachten oder zu verletzen, und durch Erlaubnis des ckirchlicherseits Verbotenen dem besten Theil seiner Bürger Aeaerniß zu geben; vielmehr erscheint es als ein unzweifelhaftes Gebot der Staatspolitik, mit denselben da einig zu gehen, wo sein eigenstes Interesse mit dem religiös-kirchlichen so evident zusammenfällt." Somit wäre wenigstens für diese Landtagssession die Frage des Connubium erledigt, insofern der Nichtanschluß an die Petition voraussehen läßt, wie die Standesherren stimmen würden, wenn die K. Regierung einen Gesetzesentwurf dennoch vorlegen würde. Hamburg. Januar. Die Eduard Kley Stiftung für alte unversorgte Lehrer und Lehrerinnen hat ihre Abrechnung pro 1871 veröffentlicht, wonach das Vermögen der Stiftung am 1. Januar 1871 Crt. M. 18,505. 8 Sch. betrug. Hierzu kommen im Laufe des Jahres an regelmäßigen Beiträgen Crt. M. 1019. 8 Sch., an Geschenken und Legalen Crt. M. 1643. 2 Sch., an Zinsen Ctt. M. 863. 9 Sch. und an durch den Tod erledigte Unterstützungen Ctt. M. 75, zusammen Ctt. M. 22,106. 11 Sch. Verausgabt wurden an lebenslänglichen Unterstützungen Ctt. M. 800, an temporären Crt. M. 1275, an Drucksachen, Jnserationen und Bote Cr. M. 77. 14 Sch., zusammen Crt. M. 2152. 14 Sch., so daß also das Vermögen am Schluß des Jahres Ctt. M. 19,953. 13 Sch. betrug, wovon Ctt. M. 18,639, 15 Sch. belegt und Ctt. M. 1313. 14 Sch. baar in Caffa vorhanden waren. O e st e r r. - U n g a r i s ch e Monarchie. Wien. In einer unserer früheren Nummern, haben wir bereits erwähnt, daß ein jüdischer Advokat in Wien gegen die Beamten des Begräbnißplützes, welche sein verstorbenes Kind, das noch nicht beschnitten war, nach üblicher Weise vor der Begrabung beschnitten hatten, — klagbar aufgetreten ist; wir waren begierig, zu erfahren, ob die Behörde sich als competent bettachten «erde, über eine jüdisch - rituelle Angelegenheit zu entscheiden. Nun bttngt die „neue freie Presse" vom 15. v. M. folgende kurze Mittheilung hierüber: „Anläßlich des Vorfalls, wonach an der Leiche eines Kindes die Beschneidung unbefugter (?) Weise vorgenommen wurde, ist von dem isr. CultusVorstände eine strenge Untersuchung eingeleitet worden." Also der isr. Kultusvorstand ist es, welcher hiegegen eine Untersuchung, ja eine'strenge Untersuchung eingeleilet! Und wie ist so etwas von einem israelitischen Cultusvorstand denkbar? Da müffen wir sragen; wer steht an der Spitze der Wiener Cultusgemeinde? Herr Ignatz Kuranda, der erst jüngst anstatt des verstorbenen Königswatter zu dieser Stelle gelangt — er hatte also nichts Eiligeres zu thun, als gegen Beamte, welche im jüdischen Sinne gehandelt, eine sttenge Untersuchung einleiten zu lassen! (Schewesz Ach.) A u ft r a l i e n. Adelaide. Herr I. M. Salomon, Mayor von Adelaide, hat eine mit 300 Unterschriften versehene Adresse erhalten, in welcher er ersucht wird, die Würde eines Mayors zum dritten Male annehmen zu wollen. Gewiß ein ehrendes Zeichen von großem Verttauen, das derselbe unter seinen Mitbürgern genießt. Neue Synagogen werden im Aucland und Sandhurst errichtet. (Aussttalien Isr.) Ferrillet»». Süß Hppeuheimer. VI. Carl Alexander hatte seinen Aufenthalt in Venedig genommen. Mit dem heimatlichen Hofe wegen des Religionswechsels zerfallen, genügte sein Einkommen als

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