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Der Israelit · 1872-01-31 · Heft 5 (31.1.1872) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 5 (31.1.1872)
Date
1872-01-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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82 von vvricherein nicht. - altexiren. Hoffen aber, daß sich LreSttuatton in Bälde von selbst klären werde. . D. S. (Nachbemerkung der Redaction: Wir find nicht der Ansicht unseres geehrten Herrn Correspondenten. Mit dem Hinscheiden des Baron Königswarter und mit der Ersetzung desselben durch Herrn Kuranda hat sich die Physiognomie der Wiener Gemeinde wesentlich geändert. Es ist nunmehr Zeit, daß von Seiten der Orthodoxie in Wien entschieden vorgegangen wird. Man darf nicht warten, bis es zu spät sein wird. Ein Vorstands- Präsident, der bei seinem Amtsantritte sich in solcher Weise äußert, hat durch eine solche Rede die Trennung proclamirt. Wie können, wie dürfen die owp in Wien noch länger einem Gemeinwesen angehören, das die Negation der heiligsten Grundsätze des Judenthums, der Unabhängigkeit seiner Prinzipien von Zeit und Ort, in den Vordergrund stellte Wir meinen, der 'schmähliche Vorgang in Bezug auf die Ausschließung der Talmud-Thora-Schüler von der Chanukah-Vertheilnng sei vollkommen geeignet, Jedem die Augen zu öffnen. Soeben, beim Schluffe des Blattes, geht uns die Nachricht zu, daß die Trennung eine vollzogene Thatsa che ist; in der nächsten Nummer Näheres.) Cisenfiadt, den 14. Januar. Am 10. d. M. feierte Herr Aron Schnür macher, Direktor der höheren öffentlichen Töchterschule hier, sein Lehrerjubiläum (nach einer Amtsthätiakeit von 20 Jahren) im engsten Familienkreise. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeindeschule benützte diese Gelegenheit, um Herrn Aron Schnürmacher, der volle 19 Jahre mit Liebe und Eifer an der isr. Schule gewirtt, und der für seine vorzüglichen Leistungen aus dem Gebiete der Volksschule bereits von Seiner Majestät dem Kaiser und Könige mit dem silbernen Verdienstorden mit der Krone ausgKeichnet wurde, auch seinerseits einen Beweis seiner Anerkennung und Hochachtung zu geben. Er überreichte demselben eine herrlich ausgestaltete Adresse, nebst einer prachtvollen goldenen Uhrkette, und bat ihn, diese Kette als Symbol der Zusammengehörigkeit zu betrachten, und als achtbares Mitglied der isr. Gemeinde auch ferner sein Scherflein zur Hebung der Schule beizutragen. Gerührt dankte Herr S. für die ihm gewordene Beweise der Hochachtung und versicherte, daß er auch in seinerneuen Stellung nicht aufhören werde, die Interessen der israelitischen Volksschule nach Kräften zu fördern. Möge es Herrn' S. gegönnt sein, auch an der von ihm gegründeten höheren, öffentlichen Töchterschule noch viele Jahre eben so segensreich zu wirken, wie er dieses an unserer Gemeindeschule gethan. Ehre und Anerkennung sei aber auch den Vertretern unserer Gemeinde nnd Schule, die es verstanden, mit der Auszeichnung dieses verdienten Mannes sich selbst zu ehren. I. H. Pefih. Die Studirenden der Universität müssen bekanntlich bei Erlangung des Doktor-Titels einen Schwur ablegen. Dieser Schwur war aber bisher in christl. Sinne abgefaßt, so daß man für Juden einen andern Schwur abfaffen mußte. Jetzt hat. Her Rector der Universität, der berühmte Franz Toldi, den Antrag gestellt, daß auch an der Universität kein Unterschied mehr zwischen den Religionen existire, und der Schwur, der jetzt in ungarischer Sprache gesprochen werden soll, muß derartig allgemein gehalten werden, daß ihn auch! Andersgläubige ablegen können. (Pesch, jüd. Zeit.) E n g l a u d. London. Das folgende Telegramm erhielt Sir Moses Montefiore vom Secretär des persischen Unterstützungscomite's zu Jspahan: Der Rabbiner empfing ihren Brief; wird antworten. 1700 Juden in Jspahan; 1200 leiden Hunger. Wir geben monatlich 130 L. aus. Wir unterstützen 4000 Christen, 10,000 Perser; können den Juden nicht genügend geben. Sind sehr unterdrückt. Die Juden in Uezd leiden ebenso wie m Jspahan. (Jew. Chr.) Palästina. Jerusalem. In einer der um Jerusalem gelegenen Höhlen wurde jüngst ein Stein gefunden mit der noch nicht enträthselten Inschrift (Habazeleth.) Jaffa. Herr Abraham Finzi, engl. Consul in Akko (Israelit), reiste vor einiger Zeit in Handelsgeschäften nach Sefat. Plötzlich wurde er von der Cholera befallen und umsonst war die Bemühung der Aerzte, er starb kurz darauf. Ein Araber, der mit vom dem Verstorbenen viele Geschäfte machte und der nichts Tode seines Freundes wußte, kam an diesem Tage in das Haus, wo der Leichnam lag, um ihn zu besuchen. Beim Anblick seines so plötzlich verstorbenen Freundes erschrak dieser sehr und weinte bitterlich. Auch den Araber befiel die Krankheit, er stürzte unter gräßlichem Geschrei zusammen und war einige Stunden später todt. Aber da bemerkten Leute, die auf das Geschrei des Arabers herbeigeeilt waren, daß sich der Körper des als todt gegoltenen Finzi auf einmal krümmte. Man brachte ihn iitts Bett, suchte ihn durch warme Decken zu erwärmen, und siehe, die angestellten Anstrengungen waren von Erfolg gekrönt. Herr Finzi genas vollständig wieder. Der Araber blieb todt. (Habazeleth.)

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