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Der Israelit · 1872-01-24 · Heft 4 (24.1.1872) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 4 (24.1.1872)
Date
1872-01-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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56 berichten gewußt, wie überhaupt über dieses zukünftige welterschütjternde. HeMinWlü für das deutsche Judenthüm ein anffallendes SchrpeigM vdn Mblicistischer Seite sowohl,. a!Z auch von den Förderern dieser Anstalt, welche den Hauptsturm gegen urffere Göttgeoffenbarte Thora in's Werk zu setzen die Bestimmung hat, neuerdings beobachtet worden ist. War es eine bloße Zeitungsente auf Bestellung der Matadores der Berliner ReforMfreunde, die in dem ewigen Wechsel von Fixirung des Termins, allwo dieses facultätliche Wundtzmstd uNter 401 Victoriasalven das Licht der Welt «Micken soll, dem ungeduldig harrenden Publikum nevtn Stoff zum weiteren Nachdenken geben sollte? Oder hat sich in Folge dieser Nachricht hinter den Couliffen eine häusliche Familienscene, wie dergleichen ü 1» Gardinenpredigten in den besten Familien vorzrckoptinen pflegen, abgespielt und wird Professor LazariH/ der beredte commis-voyageur des Synoden- und FaLültätsschwindels, die Geister, die errief, nicht mehr las vielleicht hat, pro 6omo sprechend, der,Haupthltrvs der Reform, Oberrabiner Dt. Geiger (was sagt Herr AUb dazu?), wie es neuerdings öfters in der Ankündigung von Vorträgen dieses urschriftlichen Reformators zu heißen pflegt, dem genannten Professor der Philosophie ad oculos demonstrirt, wie wenig paffend wie antinational und deutschfeindlich es sei für eine deutsche jüdisch-theologische Facultät, den Leiter derselben aus den wildromantischen Pußtasteppen Ungarns zu reqüiriren und dem deutschen Reformjudenchume dadurch ein solch' ostensibles iostimouiuin pÄrch^rtalib auszustellen. — Doch, wir müßten uns mit Hypothesen herumschlagen , wollten wir die eine oder andere Lesart in ihr unbestrittenes Recht einsetzen, und da wir Freunde dir historischen Wahrheit sind, so überlassen wir eS der Alles enthüllenden Zeit, die jedenfalls auch einmal hierüber klares Licht verbreiten dürste, oder gar Herrn Geiger junior, der mit Hilfe der historischen Kritik in einem etwaigen dritten Band seitter „Geschichte der Juden in Berlin" das endgültige Urthekle üve^ deU streitigen Punst fällen wird. ^ÄlS. Curlosum dürfte es für die. Leser des „JsrqelstT^intereflant sein, zu erfahren, daß obengenannter /einer'der oberstes Anführer der jüngsten Üfl^urgerSynode, de^ Banquier U. .8. Vorstand der^tsraeliüscheu Cultusgemeinde sn der Hauptstadt Schchübens und Neuburgs, für dessen unsterbliche Verdienste um die Synode mit dem Chowertstel taxfrei zu dekoriren gewußt hat. Es Jft , hres jedenfalls auch eine Erscheinung, die dem erleuchteten, so vielfach originellen neunzehnten Jahrhundert Vorbehalten geblieben, Leute, welche die ganze. Quintessenz des Judenthums ausgesprocheneimaßen in einem „philosophisch" zurecht gelegten, verblaßten Deismus erblicken und Mit allem andern speciflsch Jüdischem tabula rasa Mächen, Mit einem Ahrcnmct zu zieren, der ehedem eine Belohnung für die treue Erfüllung der Gesetzespflichten und ein Sporn zur Vertiefung in die Lehren unserer heiligenThora gewesen und gottlob aüch».jetzt noch vielfach ist. Dürfte man hierin ein Präjudiz für die etwaigen ."«nn mrn statuiren, die der weiland Redacteur des selig entschlafenen Ben-Chananjah als vielleicht doch noch möglicher lieotor magniüou« seinen getreuen Mameluckenschülern eriheilen würde, so hätte man jedenfalls schon einen guten Vorgeschmack von der Geisteskost, mit der diese vielbesprochene Bildungsanstalt ihr Dasein fristen soll. Dresden. Nach Aufhebung der israelitischen Schule, und nachdern nur noch Religionsunterricht ertheilt wird, ist das bisherige Local verlassen worden und der Unterricht wird in einem Locale der Bürgerschule crtbeilt In dem frühcrn Local hielt der Gcmeinderath feine Sitzungen ab und da dies nicht mehr vorhanden, so weiden die Sitzungen jetzt in der Wintersynagoge abgehalten, natürlich unbedeckten Hauptes und zwar da. wo stets ein Sefcr stellt und das „Ner Tamid" brennt. Ist ein derartiger Mißbrauch eines znm Gebet beftimmten Locals in der ganzen Welt irgendwo erlaubt? aber hier in Dresden ist Alles koscher. Oe st e rr. - Ungar. Monarchie. Wien. Herr Moritz Freiherr v. Königswarter hat in Ausführung der ihm bekannten Ansichten seines seligen Vaters, Jonas Freiherr» v. Künigswarter, zu dessen ewigen Andenken solgen-kStiftupgen errichtet: zu Händen des Bürgermeisters Dr. Felder 100,000 fl. Papier-Rente zur Begründung von 10 Stipendien für 3 Techniker, 3 Juristen, 2 Mediziner, 1 Maler, und 1 Bildhauer, ohne Unterschied der Konfession; den gleichen Betrag von 400,000 fl. Papier- Rente erhielt der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, und zwar 10,000 fl. zur Begründung von Stipendien für Hörer der jüdischen Theologie, die in Wien die philosophische Facultät besuchen; 20,000 zum Pensionsfonds der Gemeiudebcamtcn, 10,000 fiir den israelitischen Waisenverein, KXOOO fl. der Rekonvaleszenten-Kasse des israelitffchcn Krankenhauses, 10,000 fl. der israelitischen Speffei-Anfiast, 5000 fl. der israelitiscken Armen-AnsMt, BÜhE fl. dem israelitischen Franenverein, 5000 fl. dcm'jsrnelitischen Handwerkerverein, 3000 fl. der isräMffchen Kinderbewahranstalt, 3000 fl. dem israetrtisthe-r Madchen-Unterstützungsverein, 2000 fl. der frommen Bruderschaft, 2000 fl. dem israelitischen Siudenten-Unterstützungsverein, 2000 fl dem Thercsien-Kreuzervercitt, 2000 fl. dem der Talmud-Thoraschule, 1000 st? der Prediger Mannheimer-Stiftung. Außerdem erhM der Wiener Schriftsteller-Verein Concordia in Pavier- Rcnte 5000 fl.; die Schiller-Stiftung in Wien ÄXX)

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