Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1872)
- Date
- 1872-01-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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*48 wetteifern zunächst Juden als Eigenthümer und Redacteur dieses sonst gut redigirten Blattes. Wir müssen dies leider zu unserer Schande gestehen, daß die constitutionelle Porst. Zeitung, deren Redactionsmitglicoer strst ausschließlich aus Christen besteht, sehr selten oder fast nie solche Jnvectiven gegen das Judentyum enthält. Das „Neue Wiener Tagblatt" behandelt jüd. Fragen in frivolster, verletzendster Weise; so brachte es einen satyrisch sein sollenden Artikel am Neujahrstage über den Schofer, dessen Bedeutung dem Verfasser ganz fremd zu sein schien; eine ähnliche Persiflage folgte am Versöhnunastage; kurz diese Leute mengen sich in Dinge, die sie blutwenig angehen und von denen sie absolut nichts verstehen; ihr Bestreben ist, Scandal zu erregen, um so sich Reclame zu machen. Diesmal haben wir es mit einem speciellen Schmähartikel gegen Herrn vr Güdemann in der Beilage genannten Blattes vom 18. Dezember v. I. zu thun, die zugleich eine überschwengliche Lobhudelei für Herrn I r. Jellinek enthält. Der Verfasser dieses Pamphlets, der sich Oedipus zeichnet, steht mit den ersten Elementen der Grammatik und Styliftik nicht auf bestem Fuße. Er lerne erst gehörig denken und richtig schreiben, bevor er unter die Journalisten gehe. Dieser Scribler wollte sich dafür rächen, daß er im vorigen Winter iin alten Tempel beim Studentengottesdienste eine Rede zu halten verhindert wurde, wie er sich einbildet durch Herrn vr. G., in Wahrheit aber durch das Verbot des Vorstandes, der es unter der Würde der Wiener Gemeinde hielt, daß im hiesigen Gotteshause unreife und unfähige Komines novi ihre Stimme vernehmen lassen, wenn auch der Betreffende bereits viele Bekannte von hier und auswärts zu seinem erhofften Triumphe einlud. (Ein gewisser Julius David aus Schütt-Szerdahely wurde von der „Neuzeit" als künftiger Prediger der Gemeinde Neutra mit Lob überschüttet; er soll daselbst auch den Orthodoxen gefallen haben, was wir, seiner Richtung nach zu urtheilen, sehr bezweifeln. F rank re i ch. Paris. Das Centralconsistorium hat im verflossenen Jahre, wieder „Univ. Jsr." in seinem Rückblick über das Jahr 1871 schreibt, eine einzige Sitzung gehalten. Wir haben, schreibt dieses Blatt, vor einem halben Jahre vorgeschlagen , einige Maßregeln zur Reconstitüirnng des französischen Jildenthums, die durch die Lostrennung von Elsaß und Lothringen nothwendig geworden, zu ergreifen. Aber davon ist keine Spur vorhanden, hingegen hat es sich beeilt, Gebräuche in die Synagoge einzuführen, die der christl. Kirche entlehnt find. Ist es vielleicht der Tapezierer und Decorateur bei Trauerfällen, von welchen man hofft, daß sie das Judenthum wieder beleben und stärken? ANZEIGEN. Die Spendenliste ist für diese Nummer irid?t fertig geworden; zur nächsten im Umfange von einem ganzen Bogen. sie erscheint on der Ansicht durchdrungen, daß viele Eltern,! resp. Vormünder, besonders an kleinern Platzen,! geneigt sein dürften, iyren Kindern eine den gesteigerten | Anforderungen, der Jetztzeit entsprechende Erziehung! und Ausbildung zu Theil werden zu lassen, wenn sie dieselben in einem guten Hause untergebracht wüßten, habe ich die Einrichtung getroffen, eine Anzahl junger Mädchen im Alter von 8—14 Jahren bei mir aufzunehmen. Ich habe zu diesem Zwecke bereits eine geprüfte? Lehrerin (Israelitin) engagier. Der Unterricht besieht in Religion, Schreiben (nach einer neuen Schnellschönschreibmethode), Lesen,; Rechnen, Aufsatz, Deutsche Sprache, Geographie, Ge-! schichte, Literatur, Zeichnen, Französisch, Englisch, \ Musik und den feinsten Handarbeiten; — auch die-! jenigen jungen Damen, welche eine hiesige höhere Töchterschule besuchen wollen, sinden eine gute Nachhilfe, desgleichen eine vollkommene Ausbildung im Hauswesen. Durch gute Pflege, gesunde, angenehme Wohnung und eine wahrhaft streng religiöse Erziehung werde ich suchen, mir das Vertrauen der geehrten Eltern und Vormünder zu erwerben. Pensionspreis ein mäßiger. Näheres ertheilt Moritz Baum, Bonn, a. Rhein. Die Herren: Dr. Auerbach in Bonn, Dr. Schwarz in Cöln, Dr. I. W. Dünner iuAmsterdam , W. I. Dünner in Ekln, M. H. M. Goldschn: id t in Altona, Marens Cjahn in Mühlheim a. RL. und Dr. Lehmann in Mainz werden die Güte haben, ebenfalls nähere Auskunft zu ertheilen.