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Der Israelit · 1872-01-17 · Heft 3 (17.1.1872) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 3 (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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47 beobachten Gottes Wege, zu üben Recht und Gerechtigkeit' uns aber befiehlt Gott diesen Weg zu wandeln nach seinen Vorschriften damit sich erfülle, was er Abraham versprochen Disyi ’uS n\T rn oma«i (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Q$* Mainz, 16. Januar. Wir waren so glücklich heute eine zweite Sendung an das Loarä of Deputies (Präsident Sir Moses Montefiore) in London zu Gunsten unserer nothleidenden Brüder in Persien und zwar diesmal im Betrage von 300 l. st. (3600 fl.) abgehen zu lassen. Es ist wahrhaft herzerfreuend zu sehen, wie sehr sich unsere Brüder und Schwestern, beeifern, den in so weiter Ferne vom Hunger Bedrohten zu Hilfe zu kommen. Möge des Allgütigen Segen den edlen Spendern im reichsten Maaße zu Theil werden. — Auch den löblichen Nedactionen und Expeditionen so vieler weitverbreiteter politischer Zeitschriften, die unserem jüngsten Aufrufe bereitwilligst ihre Spalten öffneten, sagen wir hiermit unfern herzlichsten, innigsten Dank. Möge das beglückende Bewußtsein sie lohnen, zum gedeihlichen Fortgange der Sammlung bedeutend beigetragen zu haben. Würzburg. Unser hochwürdiger Herr Districts- Rabbiner S. B. Bamberger dahier, der stets bemüht allenthalben Noth zu lindern, Schmerz und Drangsal abzuwenden, hat aus Anlaß der so schweren Hungersnoth in Persien ein Circular erlassen, worin die in diesem Blatte geschilderte bedauernswerthe Lage unserer Glaubensbrüder in Persien erzählt, und angefügt wird, daß derselbe bereit sei, Spenden zu diesem Zwecke entgegen zu nehmen, sie an das Comite zu London einzusenden und die betreffenden Namen der Geber und deren Spenden zu veröffentlichen. Bereits hat erwähntes Circular begonnen, seinem Zwecke in herrlichster Weise zu entsprechen, indem in Folge dessen schon sehr bedeutende Summen eingegangen, so daß in einigen Tagen die erste Gcldsendnng an das Comite zu London abgehen wird. Sicherlich wird auch diesmal die unermüdete Thätiakeit des Herrn Districts-Rabbiners B. vom schönsten Erfolge gekrönt und den durch Hungersnoth und Krankheiten so hart Geprüften recht baldige dauernde Hilfe zu Theil werden. 'ibw np-isn nvn. Posen. In einer hiesigen Kirche versteckten sich zwei Dirnen, um zu stehlen. Ertappt, behaupteten sie. ein Jude habe sie veranlaßt, ihm geweite Hostien zu verschaffen. Diese offenbare Lüge machte nicht den geringsten Eindruck. Vor Jahrhunderten hätte ein derartiger Vorgang leicht eine Judenverfolgung Hervorrufen können. Durch Gottes Gnade haben wir in den civilisirten Ländern solche lügenhafte Beschuldigungen nicht mehr zu fürchten. O e st e r r. - U n g a r i s ch e M o n a r ch i e. Wien. In Baden starb vor Kurzem der als Menschenfreund rühmlichst bekannte Simon Regen im Alter von 85 Jahren. Wohl nur wenige Kurgäste, die in den letzten drei Decennien Baden besuchten, werden nicht die Bekanntschaft des kleinen alten Herrn gemacht haben, welcher immer nur ein Anliegen hatte, für die armen Kurbedürftigen eine Spende zu erhalten. Dwses Almosenieramt pflegte Regen, sowohl was die Sammlung selbst, als deren Verwaltung betrifft, mit einer Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit, die jedem Steuerbeamten zur Ehre gereicht hätte. Für ihn gab es nur einen Aerger, einen hartherzigen Reichen getroffen zu haben, der kein Ohr für die Noth der Anderen hatte — und nur einen Schmerz, einen armen Kranken in Baden unversorgt zu wissen. In ihm verlier! Baden eine seiner Specialitäten, die Armen aller Confessionen ihren aufopferndsten Wohlthäter. — Regen wurde auf dem Währinger israelitischen Friedhofe zur Ruhe bestattet. Wien. Das hiesige Bankhaus Gebrüder Benjamin, Sachs u. Comp, hat dem Vorstand der isr. Cultusgemeinde zur Vertheilung an verschämte isract. Hausarmc 1000 ft. zugefendet. Aus Cisleithanien. In letzter Zeit mehren sich die verbissensten Angriffe der Wiener clericalen Blätter gegen das Judenthum und dessen Bekenner, besonders seitdem die deutsche Verfassungspartei über die czechischen Feudalen den Sieg davontrug. Man könnte aus diesen Blättern einen Kranz winden, der fast einer Dornenkrone gleichkäme. Doch unterlasse ich diese unerquickliche Beschäftigung für heute und will seinerzeit darauf zurückkommen. Aber auch die hiesigen liberalen Blätter lassen es sich oft genug angelegen sein, die jüd. Lehre und deren konservative Vertreter zu verspotten und zu verhöhnen. Letztere sind sogar schädlicher und gefährlicher als die erstem, da sie das Wesen und den Kern der jüd. Religion angreifen und deren Grundlage 311 erschüttern suchen. Es ist zwischen beiden ein ähnliches Verhältniß wie zwischen Haman und Antiochus Epiphanes, der auch die Juden als solche nicht haßte, nur ihre Gesetze beseitigen wollte. Unter den freisinnigen antijüdischen Blättern nimmt das Wiener Tagblatt den ersten Rang ein, und in diesem herostratischen Ruhme

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