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Der Israelit · 1872-01-17 · Heft 3 (17.1.1872) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 3 (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»WWHW>>' mmmm Beleuchten einiger dunkler Midraschstellen das Verdienst des Verblichenen in's Licht stellend, wußte er in so musterhafter Weise der Versammlung den Trost zu verleihen, indem er die Einsetzung seines Neffen ',td mn 'm ->SD im Amte seines Vaters als den Ersatz des so herben Verlustes bezeichnete. Und die gehobene Stimmung der Versammlung benützend, schloß er seine Rede nnt. den Worten: ''5 nsiD o:ia '<d ua 'iiuhd ujhn 'N', welche die Anwesenden wie ein Mann dreimal wiederholten^ Hernach kam die Reihe an I)r. Hildesheimer (Berlin). Mit vor Schmerz erstickter Stimme schilderte der. begabte Redner einige hervorragende Momente aus dem Leben des Verewigten; ihn als seinen innigst geliebten Freund beweinend, hob er sein Verdienst um das Wohl von rnviipn pN hervor. Zum Schluffe sprach noch vr. Gugenheimer (Kollin) sehr gediegene auf den Traueract bezughabende Thoraworte, und obwohl die Versammlung schon erschöpft war vor Thränen und Wehklagen, horchte ffe doch auf jedes Wort des talentvollen Redners, und verfehlte dessen ergreifende Sprache ihren Eindruck auf die Zuhörerschaft in keiner Weise. Mittlerweile war es dunkel geworden, man &eeilt sich mit ^un no»no , um in dem nahegelegenen Hause das Mincha-Gebet zu verrichten. Möge das py msD pnu sich bewähren, und nie und nimmer ein solcher Verlust treffen die Gesammtheit der t>np bD; byo nyon 'n nnci d^d to mögen keine Thränen fürder fließen, kein Leid sich mehr fühlbar machen. Amen. D. Skudezky. Pesth, den 28. Dez. 1871. Unter den ans Anlaß der neuen Gerichtsorganisation erfolgten Maffenernennungen finden wir folgende Israeliten au Richtern ernannt: Herrn vr. Koloman Rosenberg, Advokat in Szegedin, zum Richter beim Szegediner Gerichtshof; Herrn vr. Ignaz Neuberger, Advokat in Nagy - Bittse, zum Richter beim Silleiner Gerichtshöfe; Herrn Gustav Junker, Jurassor des Somogyer Comitates, zmn Unterrichter in Nagy-Atäd; Herrn Franz Hochstätter, Advöcät in Kaposvär, zum Unterrichter in Marczali; terrn Salomon Hochsinger, Jurassor des Eisenburgcr omitates, zum Unterrichter in Güns. (Ung. jüd. Wochenschr.) Frankreich. Paris. Die Akademie hat Herrn Derenburg zum Titularmitglied ernannt. In der Wirklichkeit ist dies der Sitz und die Stelle, die der verstorbene Munk eingenommen. (Nev. isr.) R u ß l a n d. Nach dein neulich erfolgten Ukas sind die Juden im Kaiserthum Rußland den übrigen christlichen Reichs- 42 bewohncrn gleichgestellt- In den Gemeinden, in welchen sie sich aufhalten, werden die Listen auch evident geführt, wie die übrigen (Gemeinde-Mitglieder. Mit dem 21. Lebensjahre haben sich die jüdischen Jünglinge zusammen mit den christlichen zur Assentirnng zu stellen. Auf je 100 Seelen entfallen 18 Männer als militärpflichtig. Türk e i. Konstantinopel. Berichte aus Konstantinopel melden, daß im Iudenviertet daselbst von 15,000 Personen leider 1542 an der Cholera gestorben seien. (Pesth. j. Zeit.) Feuilleton. Süß Oppenheimer. Hl. Rabbi Simchah hatte mit der Erziehung des jungen Süß eine schwere Aufgabe übernommen. In des Knaben Adern floß das Blut seines Vaters. Er war leichtsinnig, wild, aufbrausend und schwer zu bändigen. Den Sommer hindurch ließ ihm der Oheim noch seine Freiheit. Da durchstreifte Süß Wälder und Felder, kletterte auf die höchsten Bäume, erstieg die Berge rings um Oppenheim und kroch in den Ruinen der verfallenen Bergschlöffer einstiger Raubritter umher. Er ritt den meist Ackerbarr treibenden Bürgern die Pferde irr die Schwemme und fürchtete sich, so jung er war, vor Niemandcrn. Als der Winter herankaur, sollte Süß das Cheder — so nannte inan ehedem die jüdische Schule — besuchen. Rabbi Eisik, der alte Melamrned (Lehrer) sollte ihrn die Geheimnisse der hebräischen Fibel beibringen. Rabbi Simchah führte selbst den Neffen in das Cheder und übergab ihn der Obhut des Melammed. Mit sichtlichem Widerwillen trat Süß in das große, dumpfe Zimmer, in welchem ungefähr 50 Kinder, Knaben und Mädchen, dem Studium der Fibel, des Gebetbuchs und dem Pentateuch oblagen. Als Rabbi Sirnchah eiritrat, erhoben sich Alle. »Hier bringe ich Euch mein Schwesterkind, Rabbi Eifik," "sagte der Rabbiner, „gebt Euch Mühe mit ihm; es soll Euer Schadeir nicht seirr. Der Junge ist wild lind unbändig: er hat aber einen guten Kopf. Später werde ich selbst ihn in Mischnah und Gemoro unterrichten."

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