Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1872)
- Date
- 1872-01-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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41 besseres Jenseits. Was mit dem Erlöschen dieses m« So»’ verloren gegangen, fühlt jedes jüdische Herz. Solange das Licht strahlte, konnten wir sagen u>d um “in** »'« ua. Er war der Mann, der in religiösen Fragen das Gesammt - Judenthum vertrat. Sein Wort, seine Entscheidung brach sich Bahn bis über die weitesten Grenzen des Landes -nov’i ms vri ne». Sein unermeßlich talmudischeS Wissen (o"»a nitopa O'pv'v'), sein Scharffinn (niB’nn), sein unermüdliches Thoraforschen Tag und Nacht (bv -pno »o rrv nmn), sein musterhaft religiöser Lebenswandel (pns D'on), und endlich die Strahlen, die noch von seinem Vater, die große Sonne, auf sein Wirken herüberfielen (vornn S»^>»), machten ihn zum Heroen der jüdischen Größer der Jetztzeit, verschafften ihm das hohe Vertrauen aller seiner Glaubensgenossen des In- und Auslandes, und machten ihn unentbehrlich, wenn es galt, Probleme auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft zu lösen, iro» Pa isd^ »'» Pai' dx! Sein Verdienst um n»npn unmn ist unbeschreiblich mnxm nmn "Hin «in. Durch 32 Jahre stand er der .na'»’ als Lehrer und Leiter vor; die meisten Rabbincn der Monarchie, wie überhaupt viele Gelehrte, zählen zu seinen Schülern. In Preßburg selbst waren 3—400 O'-nna anwesend. Täglich mp'» vortragend, war er nicht minder von auswärtigen ma*»ro mPx» und Correspondenzen in Gemeindeangelegenheiten in Anspruch genommen, so daß er nächtlich nie mehr als 3 Stunden schlief. Nichtsdestoweniger war er um das Wohl seiner Familie besorgt, seinen Kindern war er der zärtlichste Vater, seinen Schülern der treuste Lehrer . seiner Gemeinde das belehrende Oberhaupt, seiner Glaubensgenossen Stolz und Zierde. Und ach! Schmerz und Weh erfüllt unsere Brust; das Wort erstarrt uns auf den Lippen. Er ist nicht mehr! u»xn nnvp nSu! Sonntag den 31. v. M. verbreitete sich die Trauerknndc wie ein Blitzstrahl durch ganz Wien. Ich hatte nichts Eiligeres zu thun, als sogleich, mich einem Zuge hiesiger Männer anschließend, nach Preßburg zu reisen. Tiefergriffen schritten wir durch die durch die Gassen strömende, von: Schmerz gebeugte Menge, dem Trauerhause zu. Es war Dienstag 6 Uhr Morgens, um den treuen, heißgeliebten Hirten saß die trauernde, verlassene Heerde (na'»\n ua), die üblichen niu»o lernend. Jetzt durchlief uns ein kalter Schauer, als sollten wir uns erst recht von dem herben Verlust überzeugen. Wir gingen in die sogenannte mp'»-Stube, und es war hei'zzcrrcißend zu sehen, wie sich einige omna jammernd an den Sitz ihrers Lehrers klammerten. Gegen 8 Uhr war bereits die ganze Gemeinde in den Straßen und im Trauerhause versammelt. Während daselbst von einigen Rabbincn DneDn gehalten wurde.n war der Gemeinde- Vorstand nach einer andern Richtung hin thätig. Es handelte sich nämlich schon um die Wahl eines Rabbiners resp. um die Wahl des Sohnes des Verewigten '"j mia 'io ’pai *pm. Um 10 Uhr waH tt bereits mit Aclamation gewählt. Punkt halb 11 Uhr erschienen die Männer der x»np .man, die sich Abends vorher Paie sein mußten, sowie dies überhaupt alle noon \v»u thaten. Nur mit Mühe gelang es ihnen, die nm aus dem Trauerhause zu tragen, da sowohl die Familie, Verwandten und nSmn nwn vor Schmerz nicht von der Stelle weichen wollten. Endlich auf der Straße augelangt, ach! welch ein Mark und Bein erschütternder Anblick bot sich daselbst dar! Aus tausend und aber tausend Kehlen erschollen Jammer und Wehklagen. da gab es Händeringen und Verzweiflungsrufe. Die Männer in den Straßen, die Frauen und Kinder an den Fenstern. *p» dujjS rnpvi» ia» D'Jt*6 mk nwn. Voran der r.cv schritten die ganze na'»'. 56 D’mna jeder ein -»cd (Manufcript) trae "d, deren der Verblichene 56 (l'nue r:s3) verfaßt hatte. r nvv folgten die Söhne und Verwandten, ca. 50 üuan, darunter die Rabbinats-Assessorcn zu Preßburg; Herr Rabbinats-Asseffor (der Schwager) Rabbi Salomon Spitzer aus Wien; die Herren Rabbiner der Orte: Berlin (Dr. Hildesheimer ); Kreutz-Kitsee; Karlburg; O.-Gyalla; Kollin (Dr. Gngenheimer); Sehasin; Komorn; Eisenftadt; Tapolcsan; Szerdahely u. a. m.; zahlreiche Schüler des Verewigten; die Vorstände der ersten Gemeinden Oesterreich - Ungarns; Deputationen von Wien, Pesth (Men war nach Hunderten vertreten): der Bürgernieister und Magistrat der Stadt Preßburg u. a. m. Der Zug hatte eine Länge von einer halben Stunde. Um i/i2 Uhr langte man am nnapn ma an. Die mne, die nur von N»'ip mam '»«o vorgenommen wurde, währte bis £3 Uhr. Sodann trat Herr Rabbi Fischmann d"o zu Preßburg an die nov heran. Er beklagte den Verlust dieses Sn»' mee; hob dcffen Verdienst um n»npn unmn hervor. Redner sprach eine halbe Stunde, wurde zuweilen durch nicht endenwollendes Weinen und Schluchzen unterbrochen. Der 2. firo war der älteste Sohn des Verblichenen, Herr Akiba Schreiber. (Der erwähnte jüngere Sohn DJia 'id ann konnte wegen öfterer Ohnmachtsanfälle nicht sprechen.) Redner heot mit rührender Stimme die aufopfernde Thätigkeit seines Paters nmn p\nnP hervor. Kein Unwohlsein, kein Schlaf, keine noch so dringende Nothwendigkeit hielt ihn oon seiner na'»' fern. Die Liebe und Zärtlichkeit zu seinen Kindern, die Treue und Hingebung zur Gemeinde, die Anhänglichkeit und Selbswerleugnung gegenüber seinen Schülern kannte keine Grenzen. Schließlich dankt Redner der Gemeinde für die Genugthuung, die sie seinem Vater und den Zurückge bliebenen, wie überhaupt dem Sn»' Sa damit verschafft hat, daß sic seinen Bruder dam erkoren, ivipv va« bv zu sein. Als dritter Redner trat der Schwager des Verewigten. Herr Rabbi Salomon Spitzer, heran. Wie Blitze durchzuckten seine prägnanten Worte das Herz eines jeden Einzelnen. Durch das tteffliche