Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1872-01-17 · Heft 3 (17.1.1872) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 3 (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447551-2447555--10048-2465773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

40 der literarischen Beilage mit einem Curiosum zu erfreuen. Ich würde es nicht der Mühe Werth gehalten haben, darauf zu erwidern, wenn mich nicht der Schluß dieses Curiosums dazu bestimmte. Jene Worte sollten weder „gelehrt" noch „israelitisch" sein, sie sind nur ein persönlicher Wunsch und zwar nicht im Sinne, welchen die Redaction der „Jsr. Wochenschrift" denselben gab. Wir haben beim Tode von P"i nicht, wie erwähntes Blatt, ausgerusen natn Py San, sondern Pan rnsntcrD «Pi p3>n Sy; wir wissen leider zu genau, daß wir keinen Jacob Ettlinger wieder bekommen können und wollen mit u:nDn keineswegs unfern Verlust bezeichnen. pDn heißt aber auch das Fehlende und Mangelhafte, nur in diesem Sinne sagten wir ujnon «So* oipon. Möge es der Gemeinde nämlich gelingen. rld einen würdigen Mann wieder an ihrer Spitze sehen, der dem früheren, wenn auch nicht ebenbürtig. — denn wir finden keinen zweiten Jacob Ettlinger — aber in Frömmigkeit und echter Religiosität wenigstens gleichartig sei. damit cs ihm gelinge, gleich dem Verstorbenen die Achtung Aller sich zu erwerben und zwar nicht etwa, weil er keiner Partei angehört, sondern weil er eine bestimmte ausgeprägte Gesinnung in allem seinen Thun und Lassen kund gebe, nnd sie consequcnt verfolge. In diesem Sinne sage ich wieder ujnDn «Po» oipon; leider sind die Männer der wahren Frömmigkeit zu zählen, welches die Redaction der „Jsr. Wochenschrift" auch eingestehcn wird. M. Aus Deutsch-Lothringen. Es dürfte wohl für Sie wie für Ihre Leser von Interesse sein, hin nnd wieder etwas von der Stellung zu hören, die der Staat in Deutsch-Lothringen den Israeliten gegenüber und umgekehrt die Israeliten der deutschen Regierung gegenüber emnehmcn. zumal die hiesigen Verhältnisse über kurz oder lang auf die rechtliche Stellung der Israeliten im übrigen Deutschland zurückwirken müssen. Dr. Korn, der schon öfter für die Rechte der Israeliten eingetreten ist. und dies im verflossenen Sommer auch in Straßburg mit vieler Energie, unter Aufwand von Mühe, Zeit und Kosten gethan hat, der zuerst zum Inspektor der israelitischen Schulen in Elsaß-Lothringen und nach Aufhebung des confessioncllen Systems zum Lehrer am Lyceum in Stratzburg designirt worden war, wirkt seit einiger Zeit als Lehrer am Collegium zu Saarburg. An demselben ist Hebräisch (Bibel- und Gebetübersetzen, Grammatik und Currentschrift) mit 2 Stunden wöchentlich für die israelitischen Schüler in den Lehrplan ausgenommen. Zudem werden 2 Religionsstunden (Biblische und jüdische Geschichte, Religwnslehre) wöchentlich außerhalb des Stundenplans — die Schnlen sind confesstonslos — aber doch im Collegium und auf Kosten des Staates eingerichtet werden. Am Sonnabend fällt von 8—9 Uhr der Unterricht im Collegium aus, damit die jüdischen Zöglinge die Synagoge besuchen können. Das Collegium selbst umfaßt Vorschule, Gymnasium und Realschule. Die Unterrichtssprache ist französisch und deutsch. Mit der Anstalt ist ein unter Aufsicht und Leitung der Lehrer stehendes Pensionat — für die Israeliten eine israelitische Abtheilung — verbunden. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Die Vorsteher des Kreuzer-Vereins wollten in diesem Jahre an der Chanukahbetheiügung auch die Schüler der Talmud-Thora Theil nehmen lassen, und die Lehrer dieser Anstalt wurden beauftragt, das Nationale und die näheren Perhältnißangaben von ungefähr 30 armen und fleißigen Knaben zu besorgen, was auch pünktlich geschah, jedoch hätte erspart bleiben können, da die betreffenden Vorsteher in der zwölften Stunde sich eines Bessern oder vielmehr eines Schlimmem besonnen zu haben schien, und durch Herrn Dr. Jellinek an den Vorstand der Talmud-Thora eine formelle Entschuldigung von Stapel ließen, worin sie wegen angeblich verspäteter Anmeldung und unzureichender Mittel und dergl. Vorwände von erwiesener Stichhaltigkeit ihr scheinbar unerwartetes Vorgehen rechtfertigten. Und so wurden die Kinder von allen möglichen Schulen und Anstalten mit Geschenken für den Winter bedacht — nur die Zöglinge eines so verdienstvollen, einzig in seiner Art hier dastehenden Instituts lieblos unberücksichtigt gelassen. Doch zur Ehre der Wiener Jsraelften muß ich nwinen Bericht dahin ergänzen/' daß die armen Kinder der n"n - Schule denn doch nicht ganz leer am Chanukahfcste ausgingen, denn acht Knaben erhielten Bekleidung durch die edle Muuificenz des Herrn Bermann. welcher 50 fl. deni Vorsteher Herrn Anton Bing, wiedergewählteir Mitglied des hiesigen Cultusvorstandes, zu besagtem schönen Zwecke einhändigte, welcher Betrag auch in zweckmäßiger Weise zum Besten der bedürftigsten Schüler verwendet wurde. Solche leider nur vereinzelt dastehende Theilnahme und echt jüdische pietätsvolle Wohl Tätigkeit verdient alle Anerkennung und gerechtes Lob, und wünschen wir nur. daß es Herrn Bermann an würdigen Nachahmern nicht fehlen möge. Wien.*) nso'i ns Skids? lDpoP Yv oma« riDaS pan 'n i'i' p'ja Ptoan pa iS. Wieder hat das Judcnthum einen harten Schlag erlitten. Der Tod hat ein großes Opfer vom Piotr SSa gefordert, ujrw oma« 'b nSm Sa Stp pi mirn io ira-n ’mo innDjn? p"pi rD’tp’ p>ni na"iD vv"na po'ja P«naff ist nicht mehr, nicp moS '« ora ging derselbe in ein *) Anm. der Red.: Wiewohl wir bereits in vorigerNum> mer einen ähnlichen Bericht gegeben, so gibt brr obige doch so viel Einzelheiten genauer an, baß wir ihn unverkürzt aufzunehmen uns veranlaßt sehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.