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Der Israelit · 1872-01-17 · Heft 3 (17.1.1872) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 3 (17.1.1872)
Date
1872-01-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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■ W» 39 ben, der Ihnen ohne Zweifel eine formelle Quittung übersenden wird. „Ich verbleibe, mein werther Herr, Ihr ergebener Moses Montcfiore. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Dürkheim a. d. H. In Folge der schrecklichen Hungersnoth in Persien sah ich mich in der allerjüngsten Zeit veranlaßt, ein Circular an meine Glaubensgenossen im deutschen Reiche, mit der Bitte um Einsenden von reichen Spenden, zu versenden, das auch, dem Himmel sei Dank, wie so oft schon auf empfängliche Herzen traf und bis heute schon mehr als 2000 Gulden erzielte! Nicht genau wissend, in welchen der tausende deutscher Gemeinden keine Israeliten wohnen, schickte ich viele Exemplare des betreffenden Circulars auf's Gerathewohl hin, von denen manche mit der Bemerkung: „Hier existirt keine Synagogengemeinde," wieder den Ruckweg hierher antraten; eines derselben aber: nämlich das nach Pfarrkirchen in Nied er-Bayern gesandte, gerieth. ich weiß nicht wie, in die Hände des dortigen Bürgermeister-Amtes, das dasselbe mit nachfolgenden Worten bei den Bürgern Pfarrkirchens cu'culiveu ließ: „Obwohl hier keine Juden sind, so eignet sich obiger Aufruf dennoch zur Mittheilung an die verehrlichen Honoratioren und uns befreundeten Bürger, weil die Noth eine enorm große ist, und jeder Hilfsbedürftige der Unterstützung eines Christen versichert sein darf. Wir laden deßhalb die Genannten zur Zeichnung freiwilliger Gaben ein, die wir sowrt an Herrn vr. Salvendi absenden werden." Hochachtungsvoll! Pfarrkirchen am 26. Dezember 1871. Stadt-Magistrat Siwinger, Bürgermeister. Diesem mildherzigen Aufruf ihres Bürgermeisters folgte die Einwoyncrschaft Pfarrkirchens. „Zu meiner Freude/ so schreibt der Erstere in einem die Spendenliste begleitenden Briefe an mich, „hat sich ein großer Theil der hiesigen Bewohner an den Spenden betheiligt, so daß ich laut mitfolgender Abrechnung tut Stande bin, Ihnen den Netto-Betrag von fl. 25. per Postanweisung zu übersenden, begleitet mit dem herzlichen Wunsche rc. ..." Eine solch edle, vom Geiste wahrster _ und lautester Humanität eingegebene Handlungsweise verdient den weitesten Kreisen kundgegeben zu werden, vr. Adolf Salvendi, Bezirks-Rabbiner. Laupheim. Herr Simon Jos. Steiner, Mitglied des israel. Kirchenvorsteheramts und Commandant der Feuerwehr, wurde am 27. Dez. v. I. in den Stadtrath gewählt. Die Wahl ist um so ehrenvoller für ihn, da die judengcznerische Partei am Schlachttage eine großartige Macht entfaltete und dessenungeachtet als besiegte vom Kampfplatz weichen mußte. Wir haben sonach zwei jüdische Gemeinderäthe, den hier neugewählten Herrn St. und den vor 4 Jahren gewählten Herrn vr. Lämle. Die Gemeinderathsfftzungen werden regelmäßig am Sabbat abgehalten. Das Schreiben bei dieser Gelegenheit genirt Herrn vr. L. durchaus nicht, denn er ist ja ein Mann, der auf der Höhe der Zeit steht!? Hoffentlich wird Herr Steiner dem Beispiele seines Collegeu in dieser Beziehung nicht folgen. Fulda. Unsere Stadt hat einen herben Verlust zu beklagen, einen Verlust, der leider in unserer Zeit, wo die min immer seltener werden, um so schwerer empfunden werden muß. Herr Philipp Stern, der weit über die Grenzen unserer Stadt lind Umgegend durch seine wahre Frömmigkeit bekannt war,. ist nicht mehr unter den Gebenden. Der Verblichene gehörte zu jenen Männern, denen min und maj? ausschließlich als Lebenszweck stets vor Augen schwebte. In seinen früheren Jahren Kaufmann, widmete er dennoch den größten Theil seiner Zeit dem Thorastudium und schaarte stets eine Anzahl omra um sich, die er in n"n unterrichtete , so daß man factisch von ihm sagen kann ndtid rvsis p’D?. Noch bis vor wenigen Jahren water t>nm und ließ sich trotz seiner namentlich in seinem Alter notorischen Armuth nie etwas für seine Versäumniß bezahlen. Dieser Mann, der un wahrsten Sinne des Wortes sein Vermögen für die rwax geopfert, hinterläßt eine Wittwe mit drei Kindern, von denen das jüngste erst acht Tage vor dem Tode seines Vaters 8"7 das Licht der Welt erblickte, in den dürftigsten Verhältnissen. Möchten doch alle Edeldenkenden sich der Noth der armen Wittwe und Waisen dieses n"n erbarmen. Wir zweifeln nicht, daß die vielen Freunde, welche der Verewigte unter den geschätzten Lesern des „Israelit" hatte, nicht zögern werden, für dessen Hinterbliebenen Sammlungen zu veranstalten. Die so oft und herrlich erprobte Mildthätigkeit unserer Glaubensgenossen wird ihnen in diesem Falle, wo eine nm mse, wie vielleicht selten, vorliegt, abermals entgegenkommcn. Die verehrl. Redaction des „Israelit" und Herr Kaufmann A. H. Wertheim in Fulda sind gern bereit, diese Spenden in Empfang zu nehinen und zu übermitteln. Altona. mnn -Hv' Dipon. Diese Worte am Schlüsse meines Berichtes über die letzten Tage des b"7 -n"ö-ü< gabelt der Redaction der „Israel Wochenschrift" Veranlassung, ihre Leser in der ersten Nummer

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