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Der Israelit · 1872-01-08 · Heft 2 (8.1.1872) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 2 (8.1.1872)
Date
1872-01-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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26 - * es zum Opfer geworden, insbesondere die Annexion von Elsaß und Lothringen verdammen und sich verbindlich machen, innerhalb eines Monats» um die Naturalisation nachzusuchen. Die Gesellschaft scheint im Laufe des Jahres 1872 zur besseren Einsicht gekommen zu sein und die Unmöglichkeit der Ausführung ihres Beschlusses erkannt zu haben, und so hat sie auch in ihrer Generalversammlung vom 8. December ihren vorjährigen Beschluß dahin abgeändert, daß ein Circulär unter die Mitglieder der Gesellschaft, ohne Unterschied der Nationalität, versendet werde, worin die Mitglieder ihre Sympathie für Frankreich u. s. w. erklären, und alle diejenigen, die nicht binnen eines Monats gegen diese Erklärung protestiren, als solche betrachtet werden, die ihre Genehmigung dazu gegeben. Man sieht daraus, daß dem Ganzen ein Mäntelchen umgehängt worden ist. In Religionssachen darf man nicht Israeliten verschiedener Nationalität unterscheiden und am allerwenigsten in Wohlthätigkeitsangelegenheiten. rend der andere Theil die Privatwohnung dieses Prälaten enthält, aber bereits seit 30 Jahren nicht von seinem Eigenthümer besucht worden ist. Herrn Dixon ist es gelungen, diese sonst dem Publikum verschlossenen Appartements besichtigen zu dürfen, und da fand er einen großen Saal, der von unten bis oben mit Aktenstücken angefüllt ist. Aus einem derselben bemerkte er an der Unterschrift und aus dem Inhalt, daß diese Aktenstücke Protokolle über die von der Jnqusitivn gegen die nur zum Scheine getauften Juden geführten Processe enthalten. Herr Dixon ist gewiß, daß diese Papiere von Llorente, dem Geschichtsschreiber der Inquisition, niemals gesehen worden sind, noch von sonst einem Durchforscher dee spanischen Archive. Es wäre daher nützlich, wenn diese Protokolle von einem kompetenten Manne geprüft werden würden. Schon haben wir gehört, daß mehrere isr. Gelehrten aus Holland Schritte gethan haben, um diese Papiere durchsehen zu können. (Arch. isr.) P a l ä st i n a. Paris. „Die Emancipation," ein protestantisches Organ, gibt einen ausführlichen Bericht über die Einweihung eines israel. Friedhofes in Eplatures (Schweiz). Da das Wetter schlecht war, so hielt der Oberrabbiner Levy vonBesoul, welcher zur Vollziehung der Eeremvnien dahin berufen worden, eine Rede in einer protestantischen Kirche. Mit Recht bemerkt der „Univ. Isr.", daß, wenn der Herr Oberrabbiner in Folge des starken Regens auf dem Friedhofe selbst nicht sprechen konnte, er doch nicht eine christliche Kirche zur Abhaltung einer Predigt hätte wählen sollen und dies um so weniger, als bei der Ceremonie, um die es sich handelte, einePredigt uicht absolut nothwendig ist. Uns scheint, daß der Platz eines Priesters des einig-einzigen Gottes nicht an dem Orte ist, der der Verehrung der Dreieinigkeit gewidmet ist. Spanien. Madrid. Eine der interessantesten Ent-! deckungen ist durch einen englischen Gelehrten in j Spanien in Bezug auf die so zahlreich durch die Inquisition verurteilten spanischen Juden gemacht! worden: j Herr Hayworth Dixon, auf dem Punkte, die; Geschichte oer Königin von Arragonien zu schreiben,! hat seine Forschungen bis nach Alcala von Henaz res, dem Geburtsorte dieser Prinzessin, verfolgt. In dieser Stadt hat der Erzbischof von Toledo einen Palast, dessen einer Theil zum Aufbewahrungsort von Staatspapieren benützt wird, wäh¬ Beunruhigende Nachrichten hatten sich über die Situation der Ackerbauschule in Jaffa verbreitet. Frühere Besitzer des an diese EÄlonie abgetretenen Terrains wollten die AbwesenhM des Herrn Netter benützen, um sich mit bewaffneten Händen ihres früheren Eigenthums wieder hu bemächtigen. Ausschreitungen waren zu befürchten. Das Centralcomito der „All. Isr." war sofort davon benachrichtigt worden; dasselbe telegraphirte die Thatsache nach Eonstantinopel und die türkische Regierung hat so schnelle Befehle gegeben, daß die Uebelthäter nicht Zeit gehabt hatten, zu handeln. Alles ist jetzt ruhig. (Rev. Isr.) A u st r a l i e n. Ballarat. Zu Ehren des Herrn E. Steinfeld, Ex-Mayor von Ballarat, wurde kurz zuvor, ehe er nach Europa abreiste, von den geachtesten Bürgern der Stadt ein Banquett abgehalten, bei welcher Gelegenheit ihm eine Adresse überreicht wurde, in welcher die großen Verdienste, die er sich in seinen Verwaltungsjahren um die Stadt erworben hat, besonders hervorgehoben wurden. Auch die Gemeinde richtete an ihn eine Agresse in welcher von seinem segensreichen Wirken innerhalb der Cultusgemeinde gesprochen wird. Herr Rabbiner I. M. Gold reich, welchem der Auftrag geworden, die Adresse vorzulesen, hielt bei dieser Gelegenheit eine längere Rede über das Leben und Wirken des Gefeierten.

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