Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 13 (1872)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1872)
- Date
- 1872-01-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447551-2447554--10026-2465750- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
l .IMLIMJU muther und Herzen einziehe. Hat uns so derrnr^ sittlich gehoben, hat uns der orn gelehrt, daß Alles Gott gehöre und wir nur berechtigt sind zu genießen, wenn wir Alles Gott weihen, so wird uns auch kein Wochentag finden, an dem wir ermangelten, irdische Güter anders als nach Gottes Willen zu erwerben und zu genießen. Es wird uns ferner klar werden, daß so, wie wir am rot? auf jeden Erwerb verzichten, ja selbst herbe Verluste. die die Heilighaltung des rm mit sich bringen wag, nicht scheuen, und wir dennoch keinen Mangel leiden, vielmehr der göttbche Segen sichtbar auf unseren Werken ruht, daß so auch selbst das Geringste, das wir erwerben, unmittelbar unter der mris .'rne-ri, der besonderen göttlichen Vorsehung geschieht und so jeder Tag uns das Manna, die Himnielsspcise, bringt, indem wir zugleich hoffen, daß es auch am folgenden Tage nicht mangeln werde. Und wenn der Freitag kommt, dann sendet er Sveise für zwei Tage, weil wir am nzw keine Nahrung suchen sollen und wohl auch keine finden werden. Denn was am rot? errungen wird, ist doch schließlich werthlos, ihm haftet der göttliche Segen nicht an. So weckt der siebente Tag das Gottvertrauen V'-4> ^mit ihm den Gehorsam gegen das Gesetz; so lehrt er uns den Blick aufwärts zu heben und unerschütterlich daran festzuhalt n, daß Nichts ohne IW , Nichts gegen Seinen Willen geschieht, und wir nur Seinem Willen, den Sein Gesetz vorschreibt, zu folgen brauchen, um des diesseitigen und jenseitigen Heils theilhaftig zu werden. lind haben wir wiederum Gott in unseren eigenen kleinen Angelegenheiten erkannt, so werden wir Ihn auch erkennen in den großen, gewaltigen Zügen, die die Geschichte mit unauslöschlicher Sa rift in das Buch der Zeiten einschreibt. Im Donner der Schlachten, wie in dem stillen Schaffen friedlicher Eultur werden wir Seine Hand, Sein Malten schauen, und wenn die Erde aus ihren Bahnen zu weichen droht, und die Vernichtung ihre höchsten Triumphe feiert, wir werden nie verzagen, da wir wissen, daß auch das Sein Werk ist und aus der Zerstörung und dem Tode die schönste Blüthe irdischen und geistigen Lebens sich entfalten wird. Wenn Du in Deinem Grimme über die Erde schreitest, Im glühenden Zorne Volker zermalmest, Eo bist Du nur ausaezogen zum Heile Deines Volkes, Bist Du ausgezogen zum Heile Deines Gesalbten (Habakuk 3, 12. t3.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 3- Januar. Wir berichteten unlängst über die Freisprechung von Franctireurs, welche eine deutschredende Familie, bestehend aus Mann, Frau und Kindern, massacrirt hatten. Da die Zeitungen meldeten, daß jene unglückliche Familie Juden seien, so baten wir die jüdisch-französischen Zeitschriften über diesen Punkt um Aufklärung, da wir voraussetzten, daß diese sich leichtlich darüber informiren könnten Sonderbarer Weise haben „Univ Jsr." und „Arch. Jsr." das übel genommen. „Univ. Jsr." fragt, ob er verantwortlich sei für die Urtheile der französischen Justiz; „Arch. Jsr." fragen, was diese Angelegenheit denn für speciell jüdisches Interesse habe. — Es ist uns nicht im Entferntesten in den Sinn gekommen, die jüdisch - ftanzösischen Zeitungen für jenes Urtheil des Kriegsgerichts verantwortlich zu machen; allein ob die Gemordeten Juden gewesen, und wenn, woher sie waren und wie der Name der Familie — das zu wissen ist doch sicherlich für das jüdische Publikum von Interesse und der Erkundigung werth. Vielleicht haben die Gemordeten noch nahe Verwandte, welche durch eine derartige Veröffentlichung vom Verbleib derselben Kunde erhielten. In Menzingen (Baden) wurde am 22. v. M. die neuerbaute Synagoge durch Herrn Bezirks- Rabbiner Schleßinger in Bruchsal eingeweiht. Die Einweihungsrede erfreute sich allseitigcn Beifalls. M.-Gladbach. Eine Mittheilung aus unserm Gemeindeleben in diesen Blättern zählt zu den Seltenheiten, weil jeder Beweggrund aus religiösem Gebiete hierzu fehlt, trotzdem wie heutzutage fast jede größere Gemeinde, auch unsere aus Elementen verschiedener Richtung besteht. Der schöne Vers 'ui wo no nn findet jedoch hier eine treffliche Anwendung, denn unsere religiösen Einrichtungen blieben bis jetzt n"3 ganz unangefochten nach Vorschrift 'ipn iwrnirn bestehen. Auch mein heutiger Bericht betrifft nicht unsere Gemeinde als solche, sondern die n"-> znp rpijm stattgehabte Feier des 50jährigen Bestehens unserer D'-.on wwv) mm Nachmittags 3 Ut?t fand in der im Festglanze prangenden Synagoge, wo sich die ganze Gemeinde eingefunden, geleitet von unserm verehrten Lehrer, Herrn Lehmann, ein feierlicher und erhebender Gottesdienst unter