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Der Israelit · 1872-01-03 · Heft 1 (3.1.1872) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
13 (1872)
Issue
Heft 1 (3.1.1872)
Date
1872-01-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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X3H. Jahrgang. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 26. December. Ein Gesetzentwurf wegen Aufhebung des Gesetzes vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden und ein anderer darauf ruhender über die vcrmögensrechtlichen Verhältnisse der Synagogengemeinden sind, wie die »K. Z." hört, in den Ministerien der geistlichen Angelegenheiten und des Innern berathcn und liegen jetzt dem Justizministerium vor; es ist jedoch fraglich, ob sie noch in dieser Session zur Vorlage gelangen können. Die Verfassungs-Urkunde von 1850, noch meyr aber das Reichsgesetz vom 3. Juli 1869, hatten das vorgedachte Gesetz schon lange zu einer Unmöglichkeit gemacht. Frankfurt a. M. Herr I. K ö n i g s w a r t e r, Bankier iu Frankfurt a. M., dessen Sohn jüngst in Meran starb, übergab in Folge dessen dem vr. I. Pircher, Kurvorsteher, zum Ausbau des dottigen israelitischen Friedhofes, 4000 fl. Altona. Um das Andenken von b"i “i"3i«n mn in unserer Gemeinde für die spätesten Geschlechter zu erhallen, erließ der Ettlinger Verein folgenden Aufruf an sämmtliche Gemeindemitglieder: „Mehr als zehn Jahre find seit der Gründung des „Etilinger-Vereins" verflossen, der in Veranlassung des Jubiläums unseres nun verewigten Herrn Oberrabbiners in's Leben gerufen wurde. Die erfreulichen Resultate dieser von zahlreichen Menschenfreunden unterstützten Stiftung sind bekannt. Es wurden einer beträchtlichen Anzahl unbemittelter Kinder Kleider und Schuhe geliefert, deren nothwendige Reparaturen besorgt; außerdem vielen Mädchen, welche die Gemeindeschule verließen, ihr Fortkommen durch weitere Ausbildung erleichtert. Für dies segensreiche Wirken ist dem Verein vielfacher Dank, nicht minder die Anerkennung zu Theil geworden, daß die geleistete Hilfe nicht nur den materiellen Bedürfnissen abgeholfen , sondern auch durch die Ermöglichung eines regelmäßigen Schulbesuchs die Geistesbildung der Kinder befördert und zur Sicherstellung ihrer Zukunft beigetragen habe. In gleichem Sinne haben sich auch wiederholt hiesige, im Schulfache hervorragende Autoritäten ausgesprochen, und ihr Bedauern über den Mangel an Vereinen gleicher Tendenz für andere Schulen Ausdruck gegeben. Eine so anerkannt segensreiche Wirksamkeit legt dem Vorstande des Vereins die Pflicht auf, für den dauernden Bestand desselben ernstliche Sorge zu tragen. Gegenüber den Schwankungen in der Mitgliederzqhb stellt es sich deßhalb als eine dringende Nothwendigkeit heraus, den setzt vorhandenen kleinen Reservesond auf eine Höhe zu bringen, welche den Verein, wenigstens t eilweise, gegen die Folgen solcher Zufälligkeiten sicher stellt. Ein solch begründeter Fond würde nicht nur der Vermehrung, welche Tausende dem Andenken des Dahingeschiedenen weihen, dauernden Ausdruck geben, sondern auch der mildherzigen Gesinnung des Mannes entsprechen, dessen Name der Verein trägt und dessen Verlust die Gemeinde so tief betrauert. Nach der Anordnung des Verewigten soll nur eine einfache Namensinschrift seine Grabstätte bezeichnen, wohlan denn! lassen Sie uns durch die feste Begründung dieses Vereines demselben ein Monument setzen, dauernder denn Stein und Erz. In Hinblick auf den vielbewährten Wohlthätigkeitssinn in unserer Gemeinde, darf der Vorstand sich der Hoffnung hingeben, daß auch Sic durch Ihre Betheiligung dazu beitragen werden, dies der Erinnerung geweihete Wohlthätigkeitswerk dauernd zu begründen. Der Vorstand des Ettlinger-Vereins: Frau Laura Marburg, Frau Rosa Liepmann, Frau Emilie Goldschmidt, Louis Ring, Dr. I. Goldschmidt, Sam. Goldschmidt, H. Heymann, Alex. Möller, E. Munk^ M. I. Wiener. O e ft er r. - U n g ar i s ch e Monarchie. Wien. Mit einer der vielen Depeschen, die nach deni Rücktritte des Reichskanzlers Grafen Beuft in alle Richtungen von hier nach den Provinzen abgingen, um die an den Grafen gelangten Sympathie-Kundgebungen zu erwiedern, ist, wie man dem „P. L." schreibt, eme Verwechslung geschehen, die zu einem ergötzlichen Vorfall führte. Besagtes Telegramm, anstatt nach der Stadt Zwickau zn wandern, gelangte durch eine unerforschliche Verirrung in die Hände eines Israeliten Namens Zwickau in Mähren. Der würdige Mann, welcher ohnehin keine geringe Meinung von seiner Wichtigkeit hatte, war von der ihm zu Theil gewordenen Ehre schier berauscht und zeigte die Depesche, wie einen erhaltenen Adelsbrief allen Nachbarn, die sie sehen wollten und die sie nicht sehen wollten, indem er den Ausruf wiederholte: „Wie nur der große Mann von meiner Liebe und Anhänglichkeit Kenntniß erhalten hat, wie ex

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