Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1871)
- Date
- 1871-12-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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959 gleich den Makkabäern für die Existenz unserer min einstehen. Das Bild der muD sei uns ein Impuls im Kampf für die heilige Sache, und wie damals das kleine Häuflein siegte, so brauchen auch wir heute am Erfolge nicht zu verzweifeln. Aber keinesfalls, meint Redner, ist das Bild der rnua ein zum Kampfe aufforderndes, sondern vielmehr ein zur Mäßigkeit ermahnendes, zugleich aber auch ein Musterbild, daß im Kampfe für Gott keine Sonderinteressew vorherrschen dürfen, wie uns dies unsere Weisen durch folgende Stelle kundthun: "131 rono 'war ns bxavn pnuv mun *u HD« '30 TftyXSb '131 t?im ^DlD Ql1 ^33 OnSID 'D03 rfriDB. Im Kampfe für Religion dürfen wir den wahren Zweck nicht außer Acht lassen, der Kampf ist nicht das Ziel, sondern die traurige Nothwendigleit, zu demselben zu gelangen. So wie die Linke nur die Stutze der Rechten, welche die eigentliche Hauptkraft entfaltet, ist, so ist anch muri -u das die Linke, um zur nriiv, der Rechten, welche das inx 'n enthält. zu gelangen. Im Kampfe ist unser Schild no^o by nbzp ü'GV. Daher muri -u tu nma. Um des Sieges gewiß zu sein, ist aber auch das Ausharren dringend geboten, um dadurch die allseitige Theilnahme zu fördern; das Licht der Thora immer mehr zu vergrößern ^oia ^lni. Doch meint Redner, fern sei es, Opposition zu bilden unter dem Vorwände, daß späteren Generationen der Friede in der Gemeinde gesichert sei nnunip muri -u nbiDD '30 nbyo^. Nur soweit unser Auge reicht, erheischt es die Pflicht, in die Schranken zu treten. Schließlich rechtfertigte es der Redner, daß sich Gemeindemittlieder aus religiöser Ueberzeugung weigern, Steuer- Zeiträge für Reformzwecke zu entrichten, nx rurtxi Viixd ^231 'di 'p6x 'n. Die Liebe zu Gott bedingt ^s, unser Vermögen religiösen Unternehmungen zufließen zu lassen. Hoffen wir, schloß der Redner seinen geistvollen Vortrag, daß der Parteikampf im Iudenthume keine ernsteren Folgen nach sich ziehen und durch das Bedürfnis des Friedens der Ueberzeugung, Bahn brechen werde, daß jede Reform dem einheitlichen Israel tiefe Wunden schlägt, das Festhalten an unserer Väter Glauben aber dasselbe stärken und erhalten wird bis in die späteste Zukunft. Pesth, 11. Dezember. Gestern sind die Mitglieder der jüd.-orth. Durchführungskommission unter Führung deslpräses, Herrn. Jgn. Reich, und des. Vizepräses, Herrn M. Trebitsch, von Sr. Exzellenz dem Kultusminister, Herrn Dr. Theodor Pauler, in einer ^Audienz empfangen worden. Der Sprecher, Herr Em. Eisler, drückte bei dieser Gelegenheit in einer gediegenen Ansprache Sr. Excellenz im Namen der jüd.-orth. Konfession Ungarn und Siebenbürgens den ergebensten und tiefgefühlten Dank aus für die Erwirkung der allerhöchsten Genehmigung Sr. kaiserl. und apost. königl. Majestät zu Gunsten des allgemeinen jüd.-orth. Organisationsstatuts. Der Kulrusmiuister erwiderte hierauf Ungefähr Folgendes: „Es gereicht mir zur freudigen Genugthuung und ich schätze mich glücklich, bei diesem Akte wahren Liberalismus unmittelbar mitgewirkt zu haben. Die orthodoxen Juden Ungarns und Siebenbürgens sind nun kraft der allerhöchsten Sanktion ihres allgemeinen Organisationsstatuts in den Vollgenuß einer ungeschmälerten, unverletzbaren Autonomie gelangt; es hängt nunmehr einzig und allein von den orth. Gemeinden selbst ab, ihrer innern Organisation einen festen Halt zu verschaffen, um gegen alle und jede im Schoße der Zukunft liegenden Eventualitäten geborgen zu sein. > Bei der anerkennenswerten Energie und Thatigkeit, welche die orth. Judenheit in der Lösung ihrer Organisationsfrage bisher bewiesen, läßt sich von der weiteren Haltung derselben nur das Beste hoffen. Sie werden den Gnadenakt im vollem Umfange und nach seiner ganzen hohen Bedeutung zu würdigen wissen, der ihnen von Seiten Sr. Majestät soeben zu Theil geworden." Der Minister unterhielt sich sodann mit den einzelnen Mitgliedern der Durchführungskommission und betonte nachdrücklichst, wie sehr es sein fester Wille sei den orth. Juden allen möglichen Schutz zu gewähren, damit nicht blos der religiöse Zwang, sondern auch alle Konflikte im Schoße der Israeliten ein für allemal aufhören mögen. (Trad. Judenth.) Pefth, den 21. Dec. Den vergangenen Samstag wurden im ungarischen Landtage die Ausgaben des Handelsministeriums besprochen. Hierbei richtete der jüdische Deputirte Horn an den Handelsminister Slawi die Beschwerde, daß die vielen Feiertage dem Handel sehr viel schaden; es wäre daher am zweckmäßigsten, alle Feiertage abzuschaffen und bloß den Sonntag allein zu feiern. Hierauf antwortete der Minister: „In dieser Beziehung sind die ungarischen Gesetze sehr freisinnig. Denn Niemand ist gezwungen, die Feiertage einer andern Religion zu beachten, und selbst das neue ungarische Gewerbegesetz erklärt, daß jeder sogar an feinem Feiertag arbeiten darf , ohne daß ihm dies die Regierung verbieten könne. Uebrigens, sagte der Minister weiter, wundert es mich, daß Horn als Jude dieVerlegung aller Feiertage auf denSonntag verlangt; wahrlich, feine jüdischen Glaubensgenossen werden ihm für diesen Antrag nicht dankbar sein." (Schande und Schmach einem solchen jüdischen Deputirten, der so seine Religion öffentlich hintenansetzt, so daß ihm von einem christlichen Minister der richtige Standpunkt klargelegt werden muß.) (Pesth. jüd. Zeit.)