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Der Israelit · 1871-12-27 · Heft 52 (27.12.1871) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 52 (27.12.1871)
Date
1871-12-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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958 halb zugefügt werden, weil er eben der Erwählte des Consistoriums ist. Es ist daher evident, daß nach diesem Bericht die kaiserliche Regierung den statu« quo nicht aufrechterhalten kann - davon sind wir innerlich überzeugt. Was die israel. Schulen betrifft, ist es da auch nicht zum Besten bestellt. Bas-Rhin zählt eine relativ annchmbare Zahl israel. Schulen (46), dieselben sind aber Gemeindeschulen. Laut-Rhin, welches mehr Gemeinden zählt «aß Bas-Rhin, ist nicht so gut damit verschon; 12 öffentliche Schulen und 10 Freischulen auf 50 Gemeinden, das ist sehr mager. Endlich in Lothringen, da ist es noch schlimmer. Nur 8 öffentliche Schulen für 45 Gemeinden sind da. In ungefähr 100 isr. Gemeinden in Elsaß und Lothringen entbehrt demnach die israel. Jugend jeden Unterrichts, wenn sie nicht die confessionellen Schulen eines andern Cultus besucht, was aber ziemlich feiten aus dem Lande geschieht. Es bleiben uns noch die Freischulen, 10—14.-ungefähr , welche von den Eltern der Schüler, welche sie besuchen, errichtet und erhalten werden, zu besprechen übrig. Aber Angesichts der Seltenheit israel. Institute, welche selbst den Gemeindeschulen Eintrag thun, versteht es sich von selbst, daß die Direction einiger Freischulen fast immer unbesetzt ist. Ucker diesen Punkt habe ich jüngst eine sehr charakteristische Annonce gelesen, die von einer bedeutenden Gemeinde des Laut-Rhin ausgeht. „Man sucht einen Lehrer oder Lehrerin: Gehalt 1200 Fr. Adresse an Herrn Spira in Pfastadt." Wie gefällt Ihnen das Bindewort „oder"? Es sagt genug über die traurige Lage der israel. Schulen, insbesondere in Ober-Elsaß. O esterreichisch-Ungarische Monarchie. v 8. Wien. In den jüngstverflossenen Wochen herrschte in hiesiger Gemeinde eine lebhafte Bewegung. Wie alljährlich wurde um diese Zeit die Vorstandswahl vorgenommen. Die hiesigen sogenannten Fortschrittler, sonst gewohnt, Herren der Wahl-Situation zu sein, wurden heuer nicht wenig überrascht, eine rege Theilnahme von Seiten der Orthodoxie verspüren zu müssen. Natürlich traten einige Vorstandsmitglieder Angesichts dieser unerwarteten Regsamkeit aus ihrer bureaukratischen Schweigsamkeit heraus. Laut Ergebniß aber, welches die Wahlen zu Tage gefördett haben, scheint es, daß gleichwie durch Monate am grünen Tische die Komödie: „Viel Lärm um Nichts" wiederholt worden war. auch der letzte Blitzstrahl sich als kalter erwiesen hat. Der neue Vorstand gehört bis auf wenige Ausnahmen der Orthodoxie an. Doch dessen ungeachtet gehört nicht viel Sehergabe dazu, um vorauszufetzen, daß die einmal in Gährung übergegangene Resormsucht wieder losftürmen werde, die Herren werden aber wie bisher unverrichteter Sache hennkehren, und sich selbst sagen müssen jnnj d pm na wmt nx. Denn sie werden überzeugt werden, daß sie nur die Minorität, eine kleine, in zahllose Bruchstücke zersplitterte Minorität bilden, auf welche von allen Seiten zersetzend eingewirkt wird, und die verloren ist, wenn sie ihren eigenen Boden unterwühlt; wenn sie durch ihre Reformen statt des Geistes der Zusammengehörigkeit, durch den die Gemeinde allein ihren Bestand sichert, den Dämon der Spaltung und Feindseligkeit herausbeschwört. Daß es der Orthodoxie bei ihrem energischen Auftreten nicht um Spaltung zu thun ist, beweist der Umstand, daß sie sich eisrigst an der Vorstandswahl betheiligte, welches sonst unterblieben wäre. Ihre Devise war und ist einmal; „Offen und ehrlich". Daß sie dies aur Evidenz in ihren öffentlichen Versammlungen und Reden bewiesen, bedarf hier keiner Bestätigung. Aber das Verdienst einiger Männer aus ihrer Mitte, die für die an der Tagesordnung stehenden Jntereffen aufopfernd in die Aktion traten. erheischt es, daß wir darüber berichten. In erster Linie find es die Herren Rabbiner vr. Güdemann und Rabbi Salomon Spitzer, welche durch ihr entscheidendes Votum die gerechte Sache kräftigst unterstützen. Wie natürlich. Worte von Männern , die ihr ganzes Leben im Dienste der Religion und der Wissenschaft zugebracht haben, fallen doppelt schwer in die Wagschale, .Tff’bff ns nyi der rühmlichst bekannte Herr I. L. Freistadtl, der Mann, welcher mit rastloser Thätigkeit jüdische Interessen vertritt. So hielt Herr Rabbi Salomou Spitzer anläßlich des stattgehabten Wahlaktes am nsun ns ff eine inhaltsreiche Rede. Der Versammlung die Situation der hiesigen Gemeinde beleuchtend, bezeichnte Redner die Stadien derselben analog dem Bilde des Wochenabschnittes ffpv qvn fff mn vi>y psp m^ffs vff'f :>py\ Gleich dem alten Patriarchen damals, ergeht es dem Judenthume heute. Nachdem es nach Jahrhunderten von Druck und Verfolgung endlich die ersehnte Freiheit erlangt, rnfeu wieder unsere eigene Glaubensbrüder u*odji ivb. Aus dem Kreise unserer Väter, in welchem wir uns nur durch das Festhalten an nffnpn umin bis auf heute erhalten haben, wollen sie uns entführen, um, wie sie sagen, uns von den Fesseln der Religion zu befreien, uns in ein zeitgemäßes Leben einzuführen. Doch. meint Redner, gleich Joseph, können wir ihnen erwidern Dnsffn nnx 'di 'bv. Auch wir können sagen nmvnsffn. Denn wie ein Gewitter die drückende Luft reinigt, so dürste auch der Sturm, der im Lager des Judenthums ausgebrochen, sich als eine Wohlthat erweisen. Derselbe wird die von 'D~np'SNi mro verpestete Lust reinigen und die Situation nur klären; nrmsf naffn, denn wir haben Klarheit an Stelle der Zweideutigkeit und Halbheit erlangt, klar ist es Jedem, wohin die Herren Reformer steuern wollen, iv'vn omyni ij/Dff O’ffinn nwib, fyeutc sieht und hört Jeder, wohin man uns führen will, und, G. s. D., es finden sich Männer, die

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