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Der Israelit · 1871-12-20 · Heft 51 (20.12.1871) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 51 (20.12.1871)
Date
1871-12-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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948 P'fc nicht die beim Spielen nöthigen Notizen mit der Kreide selbst zu machen. Es sind dieses leider traurige Vorkommnisse, denen man allerdings in jeder >Ltadt heutzutage häufig begegnet; allein, wenn man in einer Gemeinde, die als Muster dargestellt worden, Solches antrifst, darf es gewiß auffallen, insbesondere dem Fremden, demjenigen, der in Folge der erwähnten Artikel eine so gute Meinung für die genannte Gemeinde gefaßt und am liebsten seine Erwartungen anstatt getäuscht noch übertroffen gesehen haben würde. Mit sehr trüben Betrachtungen über überhand nehmende Religionslosigkeit verließ ich das Local und verfügte mich zurück nach G., um dem nr»2 Gottesdienste anzuwohnen. Hier darf ich einen besonder» Umstand nicht unerwähnt lassen, der zwar mehr komisch und lächerlich erscheint, aber doch um so ernster ist, als er den Religionsunterricht, der den jüdischen Kindern Gailingens ertheilt wird, in höchst trauriger Weise characterisirr. — Es wurde nämlich ein Jüngling an die Thora gerufen. Die ungewöhnliche Aufmerksamkeit, die man diesem doch nicht ungewöhnlichen Theile des Gottesdienstes widmete, veranlaßte mich, nach dem Grunde zu fragen. Ich erfuhr nun, daß dieser Jüngling heute ,tsb "O geworden. Auf meine weitere Frage, warum derselbe nicht wie an allen Orten schon Morgens zur Thora gerufen wurde, belehrte man mich folgendermaßen: „Früher war das hier auch, aber man har den Jugendunterricht so sehr vernachlässiget, daß es häufig vorkam, daß der niso ~o nicht nur nicht die übliche lernte — davon weiß man schon lange nichts mehr — sondern sogar die minn rona nicht konnte. Das rief Heiterkeit (?) und Gelächter hervor und so traf man die weise (!!) Einrichtung, diesen Akt erst beim Abendgoltesdicnste, welcher, Dank dem Adler'schen Eafö-Etäblissement nickt so stark besucht ist, zu erledigen. En passant erfuhr ich ferner, daß in der jüdischen Gemeinde noch ein Institut besteht, das ebenfalls keine Nachahmung verdient und gewiß auch als unioum dastehen wird. Es existirt nämlich daselbst ein jüdischer Rasierer, der zar nämlich, der sowohl sich als viele andere Gemeindemitglieder rasirt und doch, höre und staune! als Trauungszeuge fungirt. Es ist wohl unnöthig, die betreffende Stelle des yuw anzuführen um nachzuweisen, daß ein solcher nny ist. Wenn also der derzeitige Rabbiner denselben doch zulaßt , so ist es allerdings kein glänzendes Zcugniß für seine Gesetzestreue und unerschrockene Frömmigkeit. Möchten doch die dortigen Israeliten, Angesichts so trauriger Ereignisse, wie sie diese Gemeinde Vt in jüngster Zeit erfahren, die doch jedenfalls ein momento moriftn anschaulicher Weise predigen, bedenken, daß Irdisches nicht der Güter Höchstes ist, dem man darum sein ganzes Streben widmen müsse. G. Wreschen, im December. Das rn^n-Fest, zum Andenken an die Heldenthaten jener Ritter ohne Furcht und Tadel, der Mackabäer. die vor zwei Jahrtausenden schon als 222? ma« '2»P2 uns zeigten, wie man mit dem Wahlspruchc '"3"3*2 und dem Loosungsworte Hx T'y '2 muthig dem Frevel entgegentritt und fest sich hält an Gott und Religion, wird dieses Jahr auch in hiesiger Gemeinde besonders feierlich begangen werden. Der gesellige Verein , Concordia" veranstaltet „theatralische Vorstellungen" und ein „Tanzkräuzchen", wobei auch der „Schmaus" nicht fehlen wird. Würdiger und schöner feiert das Fest der „Armen-Verein" durch Vercheilung von Holz und Lebensmitteln an Nothleidende und Dürftige, ganz so, wie es unsere Väter mit dent 7:1m gehalten. Von einer Gm nnn, von einer religiösen Feier in der Synagoge ist nichts zu hören. Und doch wäre ein Blick von heiliger Stätte aus in den schönen Bildersaal, in oie prächtige Heldengallerie jener Zeiten, die schönste Festfreude für jedes jüdische Herz. Allein »in pxi m ppa nm?o rrnnn. Einen herrlichen Seclengennß hatten wir mcP "oyn nbttn. Der durch mehrere hebräische Werke rühmlichst bekannte Rabbiner, Herr Heschel Kuttner aus Lissa, ns •rrny , hielt in der großen Synagoge einen Vortrag, der von 'einer Meisterschaft in Erklärung dunkler Stellen in w2vn amo zeigte, den tiefsten Eindruck aus die zahlreichen Hörer machte und das am ctojdj am 2'XL1'.N so recht bewährte. Möchte uns irotto na» na ein solches rQ’ro zu Theil werden D’my -.ip 121»’ drlp2v mm ipnb) anyiDai aura nnp roma» minna — .omnn iddd an1? >s*nn Ein eigenthümlicher Vorgang, der vor Kurzem sich hier zutrug, verdient, als Mahnung zur Vorsicht, besonders aber ^»32 -mn1? •rin»’ ba ny anpc nxöm Veröffentlichung durch alle jüdischen Blätter. Ein junger Mann aus Warschau, der Heilgehilfe Jacob Weinküper, verband sich mit einer« armen Waisenmädchen ans Witttowo ~-o nm, nicht aber durch Zivilehe. Wenige Tage nach der Hochzeit verließ der Schändliche die Gattin heimlich, ihre kleine Mitgift, sogar einen Theil ihrer Sachen mitnehmend. Auf die Kunde von der Anwesenheit des Treulosen in Kattowitz in Oberschlesien, reiste die Unglückliche hin, fand ihn aber bereits mit einem dortigen Mädchen verlobt. Anfangs die Frau verleugnend, bekannte er sich endlich doch, durch mehrere Beweise überführt, als ihren Ehemann und entschloß sich, sie hierher zu begleiten anpt> dn nb ntvy' dwc ma ]j>2V prnv on. Allein der lose Vogel ist bald wieder ausgeflogen und das arme Weib sitzt nun nrnai nairy n»a mit der traurigen Aussicht, eine rway zu bleiben ihr

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