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Der Israelit · 1871-12-20 · Heft 51 (20.12.1871) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 51 (20.12.1871)
Date
1871-12-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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943 gegengekommen und es ist von denselben die Ersammlung eines Kirchenopfers beziehungsweise von Gaben und Spenden in dem ganzen Lande, in den evangel. wie in den katholischen Kirchen und den Synagogen ungeordnet worden. Das Consistorium hat den 17. December, das bisch. Ordinariat den 10. December und die isr. Oberkirchenbehörde den Sabbat Chanuka (den 9. December) bestimmt und als Predigttext 1. Makkab. 3, 58—60 vorgeschrieben. Die Spenden beim Aufrufen zur Thora an diesem Sabbat und die weiteren Gaben nahmen in den folgenden Wochen besonders hierfür aufgestellte Personen iu Empfang. So reichliche Gaben dieser Juvalidcnstistung auch bereits zugeflossen find, so sind dieselben eben doch noch lange nicht ausreichend, um den Pflichten, welche der Verein als eines der Organe des deutschen Volkes den vielen Opfern des Krieges mit Frankreich gegenüber übernommen hat, in genügender Weise gerecht werden zu können, Möchten die Bekenner aller Confessionen wetteifern, durch ihre Gaben und Opfer eine Pflicht der Dankbarkeit gegen Gott, wie gegen die beklagenswerthen Opfer des Krieges tzu erfüllen! Möchte aber auch das Prophetenwort bald rn Erfüllung gehen, welches die Schwerter in Hippen sich umwandeln und Wolf und Lamm friedlich neben einander lagern läßt. Bitoa lojrn« *na» 'n. Es fällt bei uns allgemein auf, daß nicht auch ein württemb. Reichstagsabgeordneter nach dem Beispiel von Bayern sich für die Gleichstellung der j üd i s ch e n T h colo g e n verwendet und die isr. Oberkirchenbehörde keine Schritte gethan hat, um den Rabbinen und Rabbinatscandidaten das bisherige Privilegium der Befreiung von der Militärpflicht zu erhalten, resp. mit den evang. und kathol. Theologen in dasselbe Recht übergehen zu lassen, welches nun für das deutsche Reich geschaffen wird. So wird sich die Candidatenliste noch mehr lichten und der Eintritt in das deutsche Reich in allen den Staaten als ein Rückschritt in dieser confessionellen Gleichheit angesehen werden müssen, in welchen die Theologen aller drei Glaubensbekenntnisse einer unterschiedslosen Behandlung bezüglich der Militärpflicht sich zu erfreuen hatten. CMingen. Am 2. August 1872 hat Herr L. Liebmann hier, Lehrer der isr. Gemeinde, des Waisenhauses und des Seminars volle 50 Jahre seines Lebens dem Lehramt gewidmet. Ein pwvis. Comitö bereitet eine Feier dieses Jubiläums vor. an der wohl alle Lehrer sich vetheiligen werden, deren Lehrer er war und deren Verein er präsidirte. Altona, naum "n "a di». Die traurige Kunde vom Ableben Sr. Hockmmrden unteres Herrn Oberrabbiners pjo n»i-j äs-w» u ,iv.;n ann runcm iosjcr« p"p ■V'ajun -apy» :u,ia n"rpa ist wohl bereits durch telegraphischen Bericht den Leser» Ihres geschätzten Blattes zu Theil geworden, so daß ich nicht, .->21 n»«riv zu sein, zu befürchten habe. Was wir verloren, was die gesannnte Orthodoxie verloren, kann ich nicht darstelleu und bedarf auch keiner weitete» Erwähnung. Die Größe dieses Mannes in allen Lebensverhältnissen ist zu bekannt, als daß es einer eingehenden Schilderung derselben erforderlich wäre. Statt dessen glaube ich den Wünschen der vielen Verehrer» unseres Oberrabbiners “8“;" zu entsprechen, wenn Ihnen über dessen Lebensende kurz einige Mittheiluugen mache. Schon vor drei Jahren war ^>"i Yro-ix von einem schweren Leiden heimgesucht; :n: '"on gab uns das hohe Glück, ihm wieder eine na“?# nxign znkomme» zu lassen. Mit der ihm ganz eigenen mann setzte er wieder seine alte Lebensweise fort, nn-.n bv bnrrv ttro und a»n» :yna *):dd, nebenbei versah er seine Amtsobliegenheiten mit der ihm eigenen Gewissenhafttgkeit. Die vielen, täglich eingelausenen mbrr-F von der ganze» Welt konnte er nicht mehr alle wegen der große» Schwäche beantworten, daher er nur' die wichtigste beachtete. So ging es tagtäglich, und wir waren hocherfreut, ihn noch so lebenskräftig zu sehen; leider sollte» wir uns dieses Glückes nicht lange mehr erfreuen. Eine starke Erkältung bemächtigte sich seiner am Mittwoch n^,. »s. twtzdem ging er noch bis Freitag Morgens und Abends njDrn na) und setzte seine Lebensweise ungestört fort. Freitag trat die Appetitlosigkeit ein, z« der sich das alte Leiden gesellte, so daß er ohne Schluß und ohne etwas zu genießen vor großen Schmerzen die letzten Tage seines thatenreichen Lebens zubringen mutzte. Immer mehr nahm die Schwache zu; Dienstag Morgen, an welchem Tage er zuletzt ^a^a n-en betete, mußte er bei der L'.nba nasn schon sitzen. Er selbst fühlte sein Lebensende und nach anyo nbzn würbe in D’jara von der Gemeinde w'b® rvyana ,D»8nn gesagt; aber mn mm -oa. Endlich legte er sich Dienstag Aberü> früher als sonst zu Bette, aus dem er leider nicht wieder aufsland. Mittwoch Mittag trat die Veränderung ein, und von dieser Zeit bis zu seinem Lebensende waren, über zwei oaao der achtbarsten Gemeindemitgüeder im Hause versammelt, von denen je zwei abwechselnd am Bette ihres theuren Lehrers saßen. Endlich trat das befürchtete Unglück ein. Es war am ersten Abend nsun, eben hatte man das Licht angezündet zur Erinnerung, daß vor 2000 Jahren oder länger unsere Vorfahren, erfreuet über de» siegreichen Kampf der göttlichen Lehre gegen das Heidenthum, das göttliche Licht im Heiligthume anzündeten, da. erlosch hier das rninn ->j. —-Ich mag und kann nicht schildern die tiefe Erschütterung, welche diese Kunde hier mtb überall hervorrief, referire vielmehr, j was jetzt mit dem .ntseetten Körper geschah. Sofort | trat das Aettesten-Eollegium unserer Gem.unc zusinumeu.

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