Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1871)
- Date
- 1871-12-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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ist die Gegenwart des Herrn K. ein neuer Beweis der Gewissensfreiheit. (Rev. Jsr.) Paris. Die Eklaireur Franschettis haben zum Andenken an ihren Commandauten, welcher in der Schlacht bei Champigny gefallen, an der Stelle, wo er seinen Tod gefunden, ein Monument errichtet. (Rev. Jsr.) Paris. Frau Leandrien, die den verflossenen April in Paris gestorben, hat die Summe von 3000 Piaster für einen Schriftsteller bestimmt, welcher von der französ. Akademie einen Preis für eine Comödie oder Tragödie in Versen erhalten. Die Akademie hat diese Summe Herrn Professor Manuel, Cabinetschef des Ministeriums des Innern, für sein „die Ouvriers" betiteltes Strick zuerkannt. (Rev. Jsr.) Australien Sydney. Es wird gewiß Ihre Leser interessiren, au erfahren, welchen Standpunkt socialer Stellung die Glaubensgenossen aus der andern Seite des Globus einnehmen. 20,500 Israeliten wohnen auf diesem Erdtheil. Davon ist 1 Mayor einer größern Stadt, 3 sind Friedensrichter, 3 Mitglieder von Provinziasräthen und 5 bekleiden Offiziersrang in der Armee. (Jew. Chr.) Soldatenbriefe im „Israelit". Wir meinen, Herr Weill habe jene wenigen Ansdrücke, welche in den genannten Briefen das französische Gerühl zu beleidigen geeignet waren, zu ernst genommen. Herr Weill vergißt, daß die deutsche Nation gegen die französische Elation Krieg führte, und daß wir deutsche Juden Deutsche sind; Herr Weill scheint auch nicht zu wiffen, wie oft die Juden in Deutschland, namentlich vier am Rhein, sogar von liberaler Seite, während des Krieges der Franzosenfreundlichkeit angeklagt wurden. Im klebrigen haben wir niemals vergessen, was wir in politischer und in bürgerlicher Beziehung der Initiative des französischen Volkes verdanken und haben dies auch ost genug in diesen Blättern ausgesprochen. Was Herr Weill "über den Gouverneur der Festung Mainz, den allen Mainzern unvergeßlichen, leider zu früh verstorbenen Prinzen Woldemar von Holstein erzählt, daß derselbe nämlich sich über die „Patriot-Juden" lustig gemacht, tft vollständig aus der Luft gegriffen. Der Herausgeber dieser Blätter chatte die Ehre, diesen edlen, braven, höchst toleranten Herrn genauer zu kennen und weiß mit Bestimmtheit, daß derselbe eines solchen ebenso schlechten wie malitiösen Witz s unfähig war. lieber die Inden in London spricht sich Herr Weill ganz begeistert aus. „Hier in London," sagt er, „ist Alles schön, alles menschenwürdig: der Londoner Jude kann seinen Glaubensgenossen zum Muster dienen; er erfüllt ohne Eclat das göttliche Gebot tes "ijn1? roriw , ..und Du sollst lieben Deinen Nächsten wie Dich selbst". Feuilleton. Alexander Weilt über Juden und IudentHuw. Herr Alexander Weill, der bekannte, geistreiche, französische Schriftsteller , der früher auch in deutscher Sprache schrieb — er ist der Erste, welcher das Gebiet der Dorfgeschichten, die später durch Berthold Anerbach zu so großem Ansehen gelangten, cultivirte — lebt gegenwärtig in London und schreibt von dort aus für die Pariser „Archiv. Israel." Artikel, die nebst vielem Unwahren ganz köstliche Geistesblitze und gediegene Erfahrungssätze enthalten. Indem wir hier einen Auszug aus jenen Artikeln geben, werden wir das Unwesentliche fortlasien, das Unwahre widerlegen und das Gute mittheilen. Herr Weill beklagt sich zunächst über diefranzosen feindliche Haltung der jüdischen Zeitungen in Deutschland. Ueber die „Allgemeine Zeitung des Judenthums", sagt er, wundere er sich nicht, aber destomehr über einige Herr Weill ist versucht, seine Vorliebe für die englischen Juden aus dem Umstande herzuleiten, daß seine Landsleute, die Elsässer Juden, aus England stammen. Die aus England im Mittelalter vertriebenen Juden seien nach dem Elsaß ausgewandert; den Beweis dafür will Herr Weill, possierlicher Weife, in dem Umstande finden, daß einige Ausdrücke des elsäsier jüdischdeutschen Dialects an das Englische anklingen. Herr Weill scheint nicht zu wissen, daß die Ausdrücke, die er anführt, allen deutschen Juden gemeinsam sind. Der jüdische Dialekt hat nämlich manche Worte und Ausdrucksweisen aus dem Altdeutschen confervirt, die sich im Neudeutschen nicht mehr finden, die sich aber auch im Englischen (Angelsächsischen) erhalten haben. In Bezug auf Sir Moses Montefiore hat Herr Weill das tteffende Wort, daß es nicht der Reichthum ist, den die Juden hochschätzen, sondern der Reichthum, der sich als den Schatzmeister der Armen betrachtet. „Man wird beffer, wenn man sich das Leben guter Menschen vor Augen fiihrt, und man wird Jude, wenn man die Seelengröße einer jüdischen Familie bewundert; daher ist ein wahrhaft jüdisches Leben ein Dteci vN'p. Das Leben des Sir Moses gereicht dem Jndenthume