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Der Israelit · 1871-12-13 · Heft 50 (13.12.1871) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 50 (13.12.1871)
Date
1871-12-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Hoben darf , damals Ware ihm ein energisches Peto zuaesianden, das in jener Zeit sein wirksames Echo gesunden hätte. Heute ist er. Altes in Allem genommen, ein Vchärmlicker — nun was beim? Aber noch mehr. Die Schule hält das Gr.-K.'er Circular für den Boden, wo „wir hoffen, uns hier mit lüstern Glaubensgenossen auf einem Felde zu begegnen, wo j ed e r (sie) jüd. Vater e i n e s (!) S i n n es zu sein pflegt — wir meinen: die Erziehung unserer Jugend". Wir sagen darauf; freilich ist da — wie überall — jeder jüdische (auch jeder nichtjüdische) Vater eines Sinnes; aber nicht alle jüdische Väter find's. So wird es jüdische Väter geben, welche es für „die Erziehung, unserer Jugend" als höchst verderblich erachten, wenn dieselbe in Anstalten gefördert wird, welche von Männern geleitet oder beeinflußt werden, die mit den „Glaubensprinzipien" in horrender Weise gebrochen und den Hohn der religiösen Bräuche sanctionirt haben, in Anstalten, welche nimmermehr Pflanzstätten jüdischen Geistes und Lebens sein können und doch confessionelle Anstalten, jüdische Schulen heißen sollen. Dahin ist's also gekonunen, daß Herr Gntmann von Gelsche, der Präses der Gemeinde Gr.-Kanischa, mit ihremOber- Rabbmer Fasset und sonstigen Reformrcquisitcn, an Juden im Namen des „uralten Glaubens des Judenthums", des von unfern Ahnen ererbten (o! o!) Glaubens — die Aufforderung zur Reorganisation jüdischer Schulen richtet und die Namcusunterschriften jüdischer Gemeinde- Vorstände verlangt! Und diese Namensunterschrittcil werden dem Herrn Gutmanu von Gelsche, reichem Kaufmanne zu "Gr.-Kanischa. geliefert werden! Difficile est satyram non ecribere. G allai. Pefth. Die allerhöchste Genehmigung des jüd.- ortstodoxen Organisations-Statuts bat bereits auch hier segensreiche Früchte getragen. D'e Orthodoxere haben endlich auch hier den Beschluß gefaßt, sich zu einer selbstständigen, von den Neologen vollkommen unabhängigen jüd.-orthodoren Gemeinde zu constituiren. Schon die erste Aktion dieser Gemeinde ist eine vielversprechende; es wurden sofort die geeigneten Schritte eingeleitet, um für Pest eine n*ps und eine nrr-jj zu verschaffen. (Schew. Ach.) Italien. Rom. Der Kaiser von Brasilien, welcher jetzt rn Rom ist, hat, wie die Presse meldet, auch die Synagoge im dortigen Ghetto besucht. Der Zustand der Inden in Rom hat den Kaiser, der auch die westeuropäischen Juden kennen lernte, sehr befremdet. Hoffentlich wird es mit der Zeit unter der italienischen Regierung besser gehen. Florenz. Die setzige jüdische Bevölkerung des Königreichs Italien beträgt ungefähr 32,000 Seelen, und 928 diese vertheilen sich auf 86 Gemeinden, ohne einzelne Individuen, die da und dort zerstreut leben, zu rechnen. Livorno hat die größte jüd. Gemeinde (4500 Seelen). Die isr. Gemeinden sind in den verschiedenen Ländern resp. Provinzen verschiedenen Gesetzen unterworfen. In Piemont sind die Israeliten durch das Gesetz gezwungen, zu den Cultussteuern beizutragen. Die Beitragenden wählen den Rath der Administration. Dieses Gesetz ist auch auf Umbrien, die Marken und die Emilia ausgedehnt worden, aber in Parma und Bologna, ist dieses Gesetz nicht geltend. Die Jsracl.ten sind daselbst nach freier Association constituirt. In Mailand ist ebenfalls der freie Bereinigung, während in den übrigen Städten der Lombardei noch die Gesetze vorder Annexion Geltung haben. Das Gesetz von 1857 bestimmt, daß die Ausgaben der Wohlthätigkeit nicht obligatorisch sind; trotzdem geschieht erstaunlich viel Gutes, viele Bruderschaften und Gesellschaften sorgen für die Armen. (Arch. Isr.) Frankreich. Paris. Im Monat Mai 1870 hat Herr Benoit Levy eine Gesellschaft gegründet, um für die Israeliten das sog. „gemeinschaftliche Grab" zu beseitigen. (Bekanntlich werden in Paris nach fünf Jahren die Gräber, auch die der Israeliten, wieder geöffnet und die Knochen in den verschiedenen Gräbern in ein gemeinschaftliches Grad gebracht, wenn nicht die.Angehörigen der Verstorbenen die Gräber eigenthümlich an sich gebracht haben, was aber viel Geld kostet.) Die Gründling eines solchen Werkes ist immer' schwcr, aber Herr Levy hat vielen Muth und große Ausdauer. Die Gesellschaft wurde gegründet; sie heißt: Repos eternel (die ewige Ruhe). Sie veröffentlichte jüngst ihren ersten Rechenschaftsbericht. Die Einnahme derselben betrug 8646 Fr. Die Gesellschaft ist besonders eine Wohlthat für die ärmere Klaffe. Für 100 Fr. kann sich Jedermann durch Vermittelung dieser Gesellschaft ein bleibendes Grab erwerben, und dabei sind die Zahlungsfristen sehr günstig für arme Leute gestellt. (Rev. Jsr.) Dijon. Der Generalrath von Cote - d’Or hat ans Verlangen des Cultusminifters der isr. Gemeinde zu Dijon zur Erbauung einer neuert Synagoge eine Subvention von 20,000 Fr. gewährt. (Rev. Isr.) England. London. Um dem dunklen Treiben der Missionsgescllschaft mit größerem Erfolge entgegcnzuwirken, hat sich in Birmingham unter unseren Glaubensgenossen ein Verein gebildet, der den Namen „Anti - jüdische Bekehrungsgesellschast" trägt. Der Beitrag zum Verein be-

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