Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1871)
- Date
- 1871-12-06
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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921 traurige Zeiten und an die wunderbare göttliche Fürsorge bewahren. Was aber Gr. über das Entstehen der Hastaroth sagt, so hat er, wie wir bereits angedeutet, eine glückliche Combination gefunden, ohne sie aber richtig aus- HwüM. Die Einführung der Hastaroth scheint allerdings Opposition gegen die Samaritaner machen zu wollen, aber nicht um das Bewußtsein von der Heiligkeit Jerusalems oder des Tempels zu kräftigen, sondern um den Werth und die Anerkennung der Propheten selbst zu heben. Die Samaritaner erkennen nämlich nutzer Josua keinen nachmosaischen Propheten an, weil die Thora Alles. was gesagt werden könne, enthalte, und Keiner etwas. Neues lehren könne, was nicht schon in der Thora enthalten sei — ganz ihrem Buchstabenf' luben entsprechend — oder auch (wie eine aridere einung) weil alle Propheten jerusalemitische Propheten waren, d. h. auf Jerusalems Fall oder Wiederaufbau prophezeiten. (Vergl. Kirchheim, Karme Schomron S. 19.) Nur Josua verehrten auch sie als Propheten, da sein Name schon in der Thora genannt wird. Daher besitzen sie außer dein Pentateuch kein biblisches Buch. Ein Buch Josua. das aber von dem unserigen ganz verschieden ist, ist aus verschiedenen älteren Schriften Zusammengesetzt und wahrscheinlich ein Werk des 14. Jahrhunderts. Also nicht um Jerusalem , sondern die nachpentateuchischen Schriften den Samaritanern gegenüber hervorzuhchen, mögen die Hastaroth eingeführt sein, daher auch in der Eulogie Überdieselben mina -»man pnai no st 'K’ajDi rcy r.eea\ Für eine Fixirung nur des Propheten-Kanons um jene Zeit legt aber die Einführung der Haftaras um so weniger Zeugniß ab, als es ja bekannt ist, wie wir oben bereits erwähnt, daß man in ftüherer Zeit auch die Hagiographen für Haftaraff benutzt hat. Daß aber Daniel nicht den Propheten ängereiht worden ist, hat nicht, wie Gr. meint, seinen Grund darin, weil dieses Buch damals noch nicht existirte, sondern weil, yrie wir an anderer Stelle ausführlich dargechan, das» Buch Daniel keine Reden, sondern nur schriftliche Aufzeichnungen enthält. (Forts, folgt.) Literarischer Bericht. Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und Jacob, kritische Untersuchung von A. Bernstein, besprochen von 1)r. H—n. (Fortsetzung.) In seiner großen Unwissenheit verwundert sich der Vers, in diesem komischen Abschnitte darüber, daß Jacob vor seinem Tode spricht: -st->L" -pT p, in welchem Satze von einem Volke Israel gesprochen arttifc 1 das damals noch nicht existirte. Diese und ahMchi | Fragen sollen seine Hypothese stützen, wobei Man sich J vergeblich bemüht, die Logik heraus zu finden. Nim J aber weiß der Vers, nicht, daß Jacob die Versicherung I von Gott erhalten, daß ein Voll von ihnr abftanrmen 1 werde, und daß er vor seinem Tode nicht nur vpm ge- Ä sammten Volk Israel, sondem auchlvon den einzelnen H Stämmen gesprochen hat. J Dieser lächerlichen Hypothese reihet sich eine ganze: 1 Serie ähnlicher Curiofitäten an. Aus der Erzählivrg. 1 daß Jacob an Esau Geschenke schickt, sei die MchW- Ij liche Thatsache zu entnchmen, daß Jerobeam mit h ein Bündmß geschlossen, obgleich in der Geschichte nichts m davon erwähnt wird. Hierbei ist es noch sonderbarer, i daß nach dem Vers, die Geschichte von der wegen bei H väterlichen Segens ausaebwchenen Feindschaft zwischen H Jacob und Esau eine Jehudäische Schmähschrift gegen' i| den Jerobeam'schen Patriarchen sein soll, während die E Geschichte von den Geschenken, die doch die Feindschaft | nothwendig voraussetzt, dennoch eine Schrift Jerobeack'- £ scher Tendenz sei. Um aus der Erzählung vom Kampfe J Jacobs mit dem Engel eine Tendenz Jerobeams heraus- | zuklügeln, ist der Verf. auf folgenden curiosen, Einfall ' | aerathen: Jerobeam sei irgendwo an der Hand oderank Fuße verletzt worden, und man habe dies als ein böses | Omen angesehen, da habe nun Jerobeam eine Sage 1 erdichtet, worin er diese Verletzung als einen Sieg über , ä einen Engel darstellte. Der Name ^snür» als Volkse % name, der doch schon im Liede Debora's viele Male % vorkommt, ist dem Verf. ein Stein im Wege, da nach i chm erst von Jerobeam ein Patriarch „Israel" ttfüyden worden ist. Da behauptet er nun, als V«üks- , $ name sei gar nicht von dem gleichnamigen Patriarchen.' . sondern von der Ebne Wir abzuleiten und die Gphraimiten, welche statt „Schibboleth" „Sibbolech" sagten, verwandetten in chrer Aussprache auch tejnt* in vsr-,2" (!!!!); alle Andern haben den Ephraimiten nachgesprochen. Doch genug bieser Lächerlichkeiten! Wir ' A wollen jetzt nur noch die Fragen beantworten, dürch die der Verf. beweisen will, daß die Erzählungen in der Bibel bloße Sagen sind. I. „Der V. 24 des Cap. 26 beginnt mit dem , Wort ’rvi ..... was stets der Anfang einer längei Ten Erzählung zu sein pflegt; aber nach dem folgenden j V. (XXVII. 1).beginnt wiederum eine neue Erzählung mit dem Worte -cm. Diese . . enthält die schmachvolle Geschichte, wie Jacob seinen alten blinden Vater belügt. Nun aber stimmt diese ganze Schmähgeschichte durchaus nicht mit Cap. 28. Laut diesem entflieht Jacob nicht, wird auch vom Vater nicht etwa im Zorn entlassen und hat offenbar gar nichts von Esau zu fürchten.'' Es kommt nun der Verf. zu.