Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 12 (1871)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1871)
- Date
- 1871-12-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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922 dem Schluffe, daß die Erzählung Cap. XXVII. 1—45 ejne eingeschobene Jehudäische Schmähschrift sei und daß NWninglich' die Erzählung von Jacobs Reise mit X XVI, 34 begonnen, daraus folgte V. 35 und dann XXVII «ff .Entgegnung. Die Annahme, daß mit '.in (XAVI. 34) eine längere Erzählung begonnen haben muß „ wird auf derselben Stelle widerlegt, indem Zwei Pepse vorher (XXVI. 32) ebenfalls eine Erzählung -Mit 'rin beginnt, die nur aus zwei Versen besteht. Solche Beispiele findet man rast in jedem Cap. der Bibel, wie sich Jeder überzeugen kann. Cap. XXVII ist auch nicht im Entferntesten mit Cap. XXVIII. im Widerspruch. Daß Jacob vom Vater nicht im Zorne esttlgllen wird, stimmt ganz mit der Erzählung in Cap. XXVII. überein, wo ebenfalls Jizchak ausruft I inD dj ,-ivst Md den einmal gegebenen Segen nicht widerrufen rvU trotz aller Bitten Esau's. Ueberdies ist es schon nicht Möglich. Cap. XXVII. für eine Schmähschrift gegen Jacob zu halten, da hier Jacob nur als gehorsame Sohn dem Befehle der Mutter folgt, und der Vater nach Entdeckung der Täuschung nicht etwa dem Sohne flucht , sondern vielmehr, das Ganze als eine göttliche . Fügung. betrachtend, den gegebenen Segen bestätigt. Außerdem heißt es in diesem Cap. (V. 40), daß Jrzchjck zü Esaü.sprach: „Von deinem Schwerte sollst du lehO üstd deinem Bruder sollst du dienen." NÜtt wax aber Edom dem Reiche Juda, n i ch t d e m Teiche,Israel unterworfen; der Segen Isaaks,-den er dem Jacob gab, ist also am Reiche Juda inEr- Muyg. gegangen.' Ist es nun denkbar, daß die ganze X3£VII überhaupt keine spätere Interpolation ist, wird schon dadurch bewiesen, daß von allen folgenden Erzählungen vorausgesetzt wird, daß Jacob genöthigt war. von, seiner Heimath zu flüchten. Arm und vefftzlos^ ikoMMt er. zu Laban und erzählt ihm D'-cnn to hk rv?*n alle diese Begebenheiten, womit offenbar nur der Sttest mit seinem Bruder gemeint sein kann. Als er von Laban zurückkehrte, fürchtete er, Esau könnte kommen Md Mutter sammt Kindern erschlagen. Nach seiner wunderbaren Rettung baute er einen Altar zu Beth-El, „denn dort war ihm Gott erschienen, als er vor seinem Bruder entfioh". (XXXV. 7.) Wäre also Cap. XXVII. ein späterer Zusatz, so müßte mehr als LieAAfte der Jacobsgeschichte erst in späterer Zeit hinzugefügt worden sein, was undenkbar ist. Wir könnten Die Beweise noch vermehren, glauben aber, das biher; Vorgebrachte genüge, Jeden vollständig von der Nichtigkeit der Annahme, des§n überzeugen. II. „Jacob und Esau trennen fich; der letztere zieht nach Edom, der erstere bleibt in Kanaan. Nun rst die Ursache dieser Trennung nach Cäp. XXXVI. 6—8 . . . ., daß der Heerdenstand Beider zu groß war," während nach Cap XXXIII. 1Z, 14 Jacob aus Furcht in schlauer Weise verspricht, daß er dem Herrn Esau langsam Nachfolgen wolle, bis er zu ihm nach Sei'r kommen werde. Da glaubt nun der Verf., letztere Verfion stamme von einem jehudäischen Interpolator. - Entgegnung. Wir fügen diesem zuerst noch eine aridere Krage hinzu: Esau wohnte doch schon früher in Sei'r, wie kommt es, daß im Cap. XXXVI. 6—8 erzählt wird, er wäre erst nach dem Tode des Vaters nach Sei'r gezogen? Jedoch bei näherer Betrachtung schwinden alle diese Auffälligkeiten. Der Wortlaut vom V. 6 des 36. Cap. erzählt uns: „Esau nahm seine Weiber.und zog in ein Land, hinweg üon feinem Bruder Jacob". Hier wird nicht berichtet, in welches Land Esaü zog, und das unbestimmte pN vor kann keineswegs auf "vyr bezogen werden, es würde sonst gewiß p«i tw heißen. Obgleich wir nun die Lesart eines Coder, derrf-in«« p« r« fjat, für unrichtig hatten; so ist doch der Sinn des V. entschieden der, daß Esau in ein anderes Land zog, wie auch Onkelos übersetzt: ’~n'x «pp. Nachher wird uns V. 8 erzählt: 22-1, Esau wohnte auf dem Gebirge Sei'rAuf welche Weise die Niederlaffung Esau's auf dem Gebirge Sei'r vor fich gegangen, erzählt uns eine andere Stelle der Thora (5. M. II. 12 ): „In Sei'r wohnten voiinals die Chorim, und die Söhne Esau's trieben sie aus und vertilgten sie vor sich und wohnten an ihrer Statt". Es ist demnach anzunchmen, Esau habe , nachdem er nach dem Tode des Vaters sich mit Jacob in die EWchaft getheilt, eine Auswanderung aus Kanaan für M gefunden , er sei dann längere Zeit umhergewandert, um sich einen festen Wohnsitz zu suchen, bis cs ihm und feinen Söhnen gelang, die Chorim theils zu vertteiben, kheils zu vernichten, und ihr Land in Besitz zu nehmen. ■ (Fons, folgt.) *) Dieser V. beginn: einen neuen Abschnitt. Sowie Cap. 37. i, der Ab sämitt mit pfo . . . :sp-> so beginnt, worauf dann der D. 3p.r> miß folgt; ebenso beginnt auch hier mit V. 8 riv Abschnitt: vrz -w> vz? zx?» und daraus folgt B. 9: >»r^ rifr. Diese beiden Abschnitte find offenbar parallel. Es ist daher ein Jrrthum von ncncrn vlebersetzern, wenn sie 36, 6 mit: »Also wohnte Esau" u. s. w. übersetzen. VeranIV-rtliche Redoctirml: Nr. Lebmann. — Verlag der Le Roux'schen HofhuchhandkurrgM I. EottslebeÜS Luchdruäerei m Mainz.